Wie die Schwaben am späten Dienstagnachmittag mitteilten, hat der Aufsichtsrat Tanja Gönner zur neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt, Peter Schymon bleibt wie bisher Stellvertreter. Damit ist Präsident Claus Vogt nur noch "normales" Mitglied des Aufsichtsrats.
"Ich freue mich über das große Vertrauen und die neue Herausforderung. Ich versichere allen Mitgliedern, in engem Austausch mit ihnen die Interessen des Vereins bei allen wichtigen Entscheidungen zu vertreten", wird Gönner vom Verein in einer kurzen Mitteilung zitiert. "Dabei lege ich Wert auf eine intensive Zusammenarbeit mit dem Präsidium und dem Vorstand. Mit den Aufsichtsratsmitgliedern unserer Partner Mercedes-Benz und Porsche bin ich der Meinung, dass in Zukunft die Idealbesetzung des Aufsichtsratsvorsitzenden ein Präsidiumsmitglied des Vereins sein sollte, das von den Mitgliedern direkt gewählt wurde und über die notwendigen fachlichen und persönlichen Voraussetzungen verfügt."
Mit Gönner, die Rechtswissenschaften studiert hat, wird erstmals in der Geschichte des VfB eine Frau den Aufsichtsrat leiten. 2022 wurde sie vom e.V. in den Aufsichtsrat entsandt, um die Interessen des Vereins zu vertreten. Sie ist lebenslanges Mitglied bei den Schwaben und war unter anderem Ministerin des Landes Baden-Württemberg. Seit 2022 ist sie Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI e.V.). Neben Gönner, Schymon und Vogt gehören Rainer Adrion, Christian Riethmüller, Beate Beck-Deharde, Alexander Kläger, Tobias Röschl, Lutz Meschke, Albrecht Reimold und Franz Reiner dem Aufsichtsrat an.
Vogt kommt nicht zu Wort
Der abgewählte Vogt kam in der Pressemitteilung des Klubs nicht zu Wort. Besondere Brisanz kommt durch das Versprechen an die Mitglieder bei der viel diskutierten Ausgliederung 2017 in die Personalie. Vom damaligen Präsidenten Wolfgang Dietrich - wie von zahlreichen anderen Mandatsträgern - gab es die Zusage, dass der gewählte Präsident des e.V. auch das Kontrollgremium anführen müsse.
Dem Wechsel vorausgegangen war der Wunsch von Anteilseigner Porsche nach einer personellen Veränderung an der Spitze des elfköpfigen Gremiums. Vogt, der bei vielen Fans beliebt ist, hatte sich jüngst im Streit um den Investoren-Einstieg bei der DFL für den Erhalt der 50+1-Regel zur Begrenzung des Einflusses von Geldgebern ausgesprochen. Als Präsident des Vereins ist er bis 2025 gewählt.

