Bundesliga

Werder Bremen | Stage und Lynen: Die Stabilisatoren im Zentrum

"Ich weiß immer, wo er ist" - Duo mit Europa-Erfahrung

Stage und Lynen: Die Stabilisatoren im Werder-Zentrum

Bringen selbst Jamal Musiala (M.) und en FC Bayern zum Stolpern: Jens Stage (li.) und Senne Lynen (re.).

Bringen selbst Jamal Musiala (M.) und en FC Bayern zum Stolpern: Jens Stage (li.) und Senne Lynen (re.). IMAGO/kolbert-press

Die Verständigung zwischen dem Dänen Jens Stage und dem Belgier Senne Lynen läuft weitgehend einsprachig. "Er spricht zwar auch ein bisschen Deutsch - wie ich", erklärte Stage am Mittwochnachmittag, wohlgemerkt auf Deutsch: "Aber wir tauschen uns schon auf Englisch aus." Gefunden hat sich das Duo im Mittelfeld des SV Werder Bremen mittlerweile ja auch insbesondere sportlich. In den vergangenen fünf Spielen, von denen der Klub zuletzt vier für sich entscheiden konnte, standen beide stets gemeinsam in der Startelf. Zumindest bei Lynen war das zuvor in dieser Saison nicht immer der Fall gewesen.

Der Sommer-Neuzugang von Union Saint-Gilloise könnte damit nun also einen ganz ähnlichen Weg für die restliche Saison eingeschlagen haben, wie ihn Stage ein Jahr zuvor gegangen ist, als er nach seiner Verpflichtung vom FC Kopenhagen ebenfalls mit einigen Startschwierigkeiten in Bremen zu kämpfen hatte. Auch der Däne hatte sich erst in der letztjährigen Rückrunde immer besser im Spielsystem von Trainer Ole Werner eingefunden, spätestens seit dieser Saison erscheint der 27-Jährige nahezu unverzichtbar.

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Wie Stage: Lynen ist "genauso drangeblieben"

"Jens ist ein unheimlich wichtiger Faktor bei uns, ein Stabilisator für die Mannschaft, das muss man ganz klar so sagen. Wir sind sehr zufrieden mit seiner Entwicklung", sagt Leiter Profifußball Clemens Fritz, der ebenfalls Parallelen sieht zwischen den beiden Mittelfeldspielern: "Dass so ein Anpassungsprozess auch mal etwas dauern kann, das haben wir letztes Jahr bei Jens gesehen, das haben wir jetzt auch bei Senne gesehen."

Beide scheinen aus ihrer Situation gelernt zu haben. "Wichtig ist, dass du als Spieler an dich glaubst, auch wenn es mal Enttäuschungen gibt", führt der 43-Jährige weiter aus. Lynen sei jetzt "genauso drangeblieben" wie Stage in der vergangenen Saison: "Und jetzt sieht man, mit was für einer Ruhe und Abgeklärtheit Senne spielt und dass er adaptiert hat, was Ole fordert", so Fritz: "Er hat eine gute Spielübersicht, antizipiert gut, kann Bälle klauen - auch er gibt uns Stabilität im Zentrum."

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Stage über Lynen: "Man kann ihm vertrauen"

Auf der Position als alleiniger Sechser scheint Lynen nun erst einmal gesetzt - vor ihm agiert Stage im Vergleich zum zweiten Achter Romano Schmid ebenfalls defensiv orientiert. Dass Werder in den vergangenen Wochen im Defensivverhalten verbessert agierte, liegt sicherlich auch an dem Duo, das in der Mitte des Platzes über die Räume verfügt. "Ich weiß immer, wo er ist", sagt Stage über das Zusammenspiel: "Senne verliert nicht die Ruhe - man kann ihm auf dem Platz einfach vertrauen."

Wie Lynen in der Vorsaison mit Saint-Gilloise hat auch Stage bereits Erfahrungen in der Europa League gemacht. Von etwaigen Ambitionen mit den Bremern, die aktuell auf Tabellenplatz sieben zumindest in Reichweite des internationalen Geschäfts liegen, spricht der ehemalige Kopenhagen-Profi aber nur ausgesprochen ungern. "In Dänemark war die Qualifikation für Europa ein Muss für uns", so Stage: "Aber in der Bundesliga ist das etwas anderes." Das Ausrufen möglicher neuer Ziele, ließ der Däne wissen, überlasse er lieber anderen.

Tim Lüddecke

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