Bundesliga

Petersen: "Ich bin Baumgart sehr dankbar für diesen Push"

Freiburgs Rekordtorjäger spricht über ehrgeizige Ziele

Petersen: "Ich bin Baumgart sehr dankbar für diesen Push"

Nils Petersen im großen kicker-Interview (Donnerstagsausgabe).

Nils Petersen im großen kicker-Interview (Donnerstagsausgabe). IMAGO/ULMER Pressebildagentur

Aus dem Freiburger Trainingslager in Schruns berichtet Carsten Schröter-Lorenz

Für rund um den Sport-Club ungewohnten Wirbel und Schlagzeilen hatte Petersen nach sieben Jahren in Freiburger Diensten im vergangenen Winter gesorgt. Der SC-Rekordtorjäger (89 Tore) und Publikumsliebling hatte in einem Interview mit Blick auf seinen ursprünglich im Sommer 2022 endenden Vertrag offen über Abschiedsgedanken gesprochen, mit einem Wechsel kokettiert und sogar ein Karriereende in Erwägung gezogen. Angefeuert wurde das Thema in der Folge als durchsickerte, dass Steffen Baumgart den Stürmer gerne nach Köln holen wollte.

Stürmer genießt "externe Wertschätzung"

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Würde der stets erfrischend offen und tiefgründig Auskunft gebende Petersen aus heutiger Sicht anders handeln? "Nein, ich habe ja nicht gesagt, dass ich wegwill", sagt Petersen im kicker-Interview (Donnerstagsausgabe) und erklärt den für ihn positiven Aspekt dieser Episode: "Ich habe es ehrlich gesagt genossen, zu spüren, dass ich noch was wert bin auf dem Markt. So eine Form von externer Wertschätzung tut jedem gut. Wenn ein Arbeitnehmer von einer anderen Firma aufgrund seiner Qualitäten angefragt wird, ist das schön."

Er habe dann realisiert, welch große Rolle der Kopf spiele. "Auf einmal hatte ich bessere Trainingsleistungen, habe dann auch bald wieder dreimal von Beginn an gespielt. Nach dem Gespräch mit Steffen Baumgart habe ich direkt zwei Tore im Test gegen Sandhausen gemacht. Ich bin einfach mit einem anderen Gefühl aufgetreten, weil du merkst: Du bist jemand, du kannst es noch. Mir wurde Selbstvertrauen eingeimpft, das hatte ich selbst so nicht hingekriegt", verrät Petersen und schickt einen Gruß Richtung FC-Trainer: "Für diesen Push bin ich Steffen Baumgart sehr dankbar."

Ich bin unfassbar glücklich in Freiburg.

Nils Petersen

Ab dem 12. Februar traf Petersen bis Saisonende noch sechsmal in Liga und Pokal und verlängerte am 1. April - kein Scherz - seinen Vertrag beim SC. Alles bestens also? "Ja klar. Schon wegen des Pokalfinales", meint Petersen trotz der knappen Niederlage im Elfmeterschießen gegen Leipzig: "Man stelle sich vor, ich hätte nach einem Winterwechsel in Köln gesessen und hätte das Finale im Fernsehen gesehen, nur weil ich mal kurz unzufrieden war. Ich bin unfassbar glücklich in Freiburg und habe im Herbst meiner Karriere gemerkt, wie viel man im mentalen Bereich rausholen kann."

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Der aktuelle Ansatz: "Man lernt nie aus"

Sein aktueller Ansatz: "Jedes Training für sich nehmen, verschiedene Ziele setzen. Ich hatte mich teilweise auch kleingeredet, das habe ich aber gar nicht nötig. Man lernt eben nie aus." Angesichts von 88 Treffern in der deutschen Eliteklasse, 60 in der 2.Liga und 19 im Pokal hat es der mit Abstand beste Joker der Bundesliga-Historie (33 Tore) wahrlich nicht nötig, sich kleinzureden. Auch mit 33 Jahren ist er weit davon entfernt, sich mit Altersteilzeit zufrieden zu geben: "Ich will in der Bundesliga immer gerne zweistellig treffen, auch wenn ich das zuletzt mit fünf Toren deutlich verpasst habe. Zumindest mehr als letzte Saison ist das Ziel."

Welche anderen Ziele er anpeilt, wie er künftig seine Rolle sieht, was sich seit dem Europa-League-Quali-Aus 2017 beim SC verändert hat, wie Nico Schlotterbeck mit seiner großen Klappe dem Team die Augen öffnete, warum Höler nicht hätte ausfallen dürfen, was ihm seine Champions-League-Einsätze für Bayern bedeuten und wie er mit seiner Titellosigkeit umgeht - auch darüber spricht Petersen im großen Interview im aktuellen kicker (Donnerstagsausgabe oder hier im eMagazine).

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