Bundesliga

"Atypische Notbremse": DFB reduziert Sperre für Werder-Kapitän Friedl

Bremer Einspruch erfolgreich - Lob für Gregoritsch

"Atypische Notbremse": DFB reduziert Sperre für Werder-Kapitän Friedl

Gegen Hertha BSC in Zivilkleidung: Marco Friedl.

Gegen Hertha BSC in Zivilkleidung: Marco Friedl. IMAGO/Eibner

Erfolg für Werder Bremen: Der Einspruch der Grün-Weißen gegen die Zwei-Spiele-Sperre von Kapitän Marco Friedl war erfolgreich. Wie der DFB am Montag mitteilte, hat das Sportgericht die Strafe halbiert. Somit kann Friedl bereits am Samstagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) im Aufsteigerduell gegen den FC Schalke 04 wieder für Werder auflaufen.

Friedl war am elften Spieltag im Auswärtsspiel beim SC Freiburg bereits in der 14. Minute nach einem Zweikampf mit SC-Stürmer Michael Gregoritsch mit Rot vom Platz gestellt worden, weil Schiedsrichter Bastian Dankert auf Notbremse entschieden hatte. Werder verlor in langer Unterzahl letztlich mit 0:2. 

Obwohl Vincenzo Grifo den Freistoß, der Friedls Foul folgte, nicht verwandelt hatte - was in ähnlichen Fällen eine Möglichkeit zur Reduzierung der üblichen Zwei-Spiele-Sperre bei einer Notbremse eröffnet hätte -, hatten die Bremer Verantwortlichen auf Milde des Sportgerichts gehofft. Es sei ein "Gerangel von beiden Spielern" gewesen und "nicht nur von einem Spieler" ausgegangen, hatte Clemens Fritz, Leiter Profifußball und Scouting bei Werder, gesagt.

"Wechselseitiger Armeinsatz beider Spieler"

Das spiegelt sich nun in der Erklärung wider, mit der das Sportgericht die Reduzierung der Sperre begründet. "Nach den Videobildern und den hierzu vorgelegten Einzelbildschaltungen, die den chronologischen Ablauf des Zweikampfes detailliert darstellen, sowie im Ergebnis der telefonischen Anhörung von Gegenspieler Michael Gregoritsch ist von einem wechselseitigen Armeinsatz beider Spieler auszugehen, der seinen Ursprung im Halten an der Schulter zum Nachteil des Spielers Friedl hatte und in der ungeschickten Bewegung von Friedl mündete", so Stephan Oberholz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts. "In Folge dessen kann vorliegend im Zweifel von einer atypischen Notbremse ausgegangen werden, die eine Reduzierung der Sperre auf ein Meisterschaftsspiel rechtfertigt."

Schon bevor der DFB die Zwei-Spiele-Sperre ausgesprochen hatte, hatten die Bremer in ihrer Stellungnahme ähnlich argumentiert. Erst ihr Einspruch brachte sie aber ans Ziel: Friedl, der zuvor stets in der Startelf von Trainer Ole Werner gestanden hatte, fehlte beim 1:0-Heimsieg gegen Hertha BSC am vergangenen Freitag gesperrt - doch dabei bleibt es.

Fritz lobt Gregoritschs "Fairplay"

"Wir sind froh, dass das Sportgericht zu diesem Urteil gekommen ist und unserer Argumentation folgen konnte", sagte Fritz am Montag. "Hervorzuheben ist auch das Verhalten von Michael Gregoritsch, der mit seinen Aussagen Fairplay bewiesen hat."

jpe

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