Bundesliga

Union zieht die Notbremse und beurlaubt Trainer Bjelica

U-19-Trainer Grote übernimmt erneut

Union zieht die Notbremse und beurlaubt Trainer Bjelica

Letzter Einsatz für Union Berlin: Nenad Bjelica am Samstag beim Heimspiel gegen Bochum.

Letzter Einsatz für Union Berlin: Nenad Bjelica am Samstag beim Heimspiel gegen Bochum. IMAGO/Jan Huebner

Vor einigen Wochen war die Tabellensituation für den 1. FC Union Berlin recht komfortabel. Nach dem 26. Spieltag wiesen die Eisernen Mitte März einen Vorsprung von neun Zählern auf den Relegationsplatz auf. Doch aufgrund eines anhaltenden Negativlaufs (ein Sieg aus den vergangenen zehn Spielen) befindet sich der Tabellen-15. wieder mitten im Abstiegskampf. Das einst vorhandene Polster ist auf einen Zähler geschrumpft. Daher hat der Klub nun reagiert und am Montag Trainer Nenad Bjelica entlassen. Für ihn übernimmt zum zweiten Mal in dieser Saison U-19-Trainer Marco Grote als Interimstrainer.

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Der kicker hatte bereits am Mittwoch berichtet, dass sich die Wege von Bjelica und Union spätestens nach dem Saisonende trennen werden. Und dass eine vorzeitige Trennung gleichzeitig nicht ausgeschlossen sei. Dieser Fall ist nun eingetreten. Und das, obwohl Dirk Zingler am Sonntag Bjelica noch intensiv den Rücken gestärkt hatte. "Uns berührt nicht, was außerhalb des Klubs geschrieben oder gesagt wird. Bjelica hat unsere volle Unterstützung", sagte der Präsident. Nur einen Tag später wurde der Trainer entlassen ...

Vertrauen in Grote, Dank an Bjelica

"Wir brauchen im Kampf um den Verbleib in der Bundesliga die Kraft des gesamten Vereins und natürlich auch die unserer Mannschaft. Marco Grote und seinem Team trauen wir zu, unsere Spieler wieder an ihre Leistungsgrenze zu führen, um die verbleibenden Partien bis zum Saisonende erfolgreich zu gestalten", wird Zingler nun in der Pressemitteilung zitiert. "Bei Nenad Bjelica und seinem Team möchte ich mich für die geleistete Arbeit bedanken. Es ist ihnen gelungen, die Mannschaft in einer äußerst schwierigen Situation zu stabilisieren, mit dem Ergebnis, dass wir den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen können."

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Der Kroate hatte erst im November für Vereinslegende Urs Fischer übernommen und Union punktetechnisch zunächst erstmal wieder in die Spur gebracht. Doch nun kämpft Union wieder um den Verbleib in der Bundesliga. Das liegt insbesondere daran, dass nahezu alle Spieler aus dem Kader in den meisten Spielen nicht an ihre Normalform herankommen.

Bönig und Eta unterstützen Grote wieder

Ein gutes Beispiel dafür ist der Auftritt der Berliner beim 3:4 gegen Bochum am Wochenende. In der ersten Hälfte wirkten die Eisernen total verunsichert, leisteten sich enorm viele Fehler im Defensivverhalten. Zwar folgte eine Leistungssteigerung, aber die Niederlage konnte gegen den unmittelbaren Konkurrenten nicht verhindert werden. So musste sich Union noch glücklich schätzen, dass Mainz am Sonntagabend nicht gegen Heidenheim gewann (1:1). Die Köpenicker haben es dadurch weiterhin in der eigenen Hand, den direkten Klassenverbleib zu sichern.

Dafür soll Grote sorgen, der bereits beim 1:1 gegen den FC Augsburg als Interimstrainer an der Seitenlinie stand. Der bisherige U-19-Trainer wird beim so wichtigen Gastspiel beim Tabellenvorletzten 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) von Sebastian Bönig und Marie-Louise Eta unterstützt.

"Wir setzen für unsere Mannschaft noch einmal einen frischen Impuls. Die Spieler wollen mit Union in der Bundesliga bleiben, davon bin ich absolut überzeugt", sagt Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball. "Dafür möchten wir ihnen die volle Unterstützung geben und bauen dabei auf ein Trainerteam, das unseren Klub bestens kennt und für diese Aufgabe brennt."

Jannis Klimburg