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Bundesliga, FC Schalke 04, Clemens Tönnies: "Kann sein, dass Leon Goretzka bis Saisonende auf der Tribüne sitzt"

Schalke: Aufsichtsratsvorsitzender ist "emotional aufgeladen"

Tönnies: "Kann sein, dass Leon bis Saisonende auf der Tribüne sitzt"

Clemens Tönnies

Hielt mit seiner Enttäuschung in Sachen Leon Goretzka nicht hinterm Berg: Clemens Tönnies. imago

Tönnies hielt am Sonntag bei Sky mit seiner Enttäuschung über die gesamte Entwicklung in der Personalie Leon Goretzka nicht hinterm Berg. Er berichtete zunächst von dem "klärenden Gespräch bei mir in Rheda" am vorigen Montag zwischen ihm, Sportvorstand Christian Heidel und der Partei Goretzka, als der Nationalspieler die Schalker Oberen erstmals von seinem Bayern-Plan unterrichtete. "Meine erste Reaktion war, dass Leon das Trikot von Schalke 04 nicht mehr tragen sollte", sagte Tönnies am Sonntag.

Schalke sorgt sich um eine anhaltend negative Grundstimmung rund um die Person Goretzka. "Wenn es für die Mannschaft besser ist, kann es auch sein, dass Leon bis zum Ende der Saison auf der Tribüne sitzt", sagte Tönnies deutlich. "Ich erkläre ihn nicht zu meinem Feind, aber wir können ja nicht die Ziele des Vereins gefährden. Letztendlich liegt es aber an ihm." Tönnies sei "emotional aufgeladen", gab er zu.

S04: Schon im Mai mit Goretzka einig

Der Aufsichtsratsvorsitzende skizzierte bei seinem Auftritt noch einmal die Ereignisse der vergangenen Monate. Demnach sei sich Schalke mit Goretzka schon im Mai über eine vorzeitige Vertragsverlängerung einig gewesen, ehe der 22-Jährige im Anschluss an den Confed-Cup zurückruderte mit dem Argument, die Entwicklung abwarten zu wollen. "Das haben wir so akzeptiert", sagte Tönnies.

Dass Goretzka auch in den folgenden Monaten immer signalisiert habe, mit dem Schalker Angebot vollkommen zufrieden zu sein, habe in Verbindung mit der überraschend positiven Entwicklung der Mannschaft für anhaltende Zuversicht auf Schalker Seite gesorgt. Umso überraschter sind Tönnies und Co., dass sich Goretzka letztlich doch gegen die Vertragsverlängerung entschied – was unterm Strich natürlich sein gutes Recht ist. "Wir müssen das akzeptieren, das ist der Markt", bekräftigte Tönnies. In Anbetracht der bis zuletzt ausgesendeten Signale Goretzkas hat die ganze Angelegenheit aber einen faden Beigeschmack.

Dies stößt auch vielen Fans sauer auf, so mancher Schalker fühlt sich an der Nase herumgeführt. Vor dem ersten Rückrundenheimspiel am Sonntag gegen Hannover 96 (18 Uhr, LIVE! bei kicker.de) appelliert Tönnies daher an Schalkes Anhängerschaft, es mit der Unmutsbekundung nicht zu übertreiben: "Lasst ihm die Chance zu zeigen, dass er sich für Schalke zerreißt." Und weiter: "Die Ideallinie wäre, dass Leon die Rückrunde seines Lebens spielt, wir Zweiter in der Liga werden und das Pokalfinale erreichen."

Toni Lieto

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