2. Bundesliga

Magdeburg: Titz will von "Hurrastil" nichts wissen

Magdeburger Trainer äußert sich im kicker

Titz will von "Hurrastil" nichts wissen - Bittroff ärgern die "individuellen Fehler"

Christian Titz führte den FC Magdeburg zurück in die 2. Bundesliga.

Christian Titz führte den FC Magdeburg zurück in die 2. Bundesliga. IMAGO/Matthias Koch

Wenn der 1. FC Magdeburg am 13. Spieltag der kommenden Saison beim Hamburger SV gastiert, handelt es sich für Titz um die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, wo er über drei Jahre lang als Fußballlehrer in verschiedenen Mannschaften tätig war. 2015 kam der 51-Jährige zum HSV, trainierte erst die U-17-Junioren, dann die U 21, bevor er 2018 als designierter Retter zu den Profis befördert wurde. Bei dieser Mission scheiterte Titz, wenig später wurde er entlassen. Dennoch freut er sich nun, vier Jahre nach der Trennung, auf das Wiedersehen. "Ich freue mich grundsätzlich, wenn ich auf einen Klub treffe, bei dem ich tätig war. Im Volksparkstadion wird es für uns alle sicher ein schönes Spiel, bei dem ich auch einige alte Bekannte treffen werde", erzählt er.

Seitdem er in Magdeburg angekommen ist, läuft es für Titz deutlich besser als beim HSV: In seiner ersten Saison gelang ihm der Klassenerhalt mit dem FCM in der 3. Liga, im vergangenen Jahr folgte dann der große Wurf. Er habe eine Mannschaft aus "guten Individualisten" in einer Phase übernommen, "in der sie unten stand", so Titz. Neben dem Aufstieg sei er deshalb vor allem stolz darauf, "wie wir uns als Mannschaft gefestigt und Fußball gespielt haben."

Und sich äußert treffsicher präsentierte: Mit 83 Toren stellte der FCM im vergangenen Jahr klar die beste Offensive der gesamten 3. Liga. Besonders durch frühes Pressing und schnelles Umschaltspiel waren die Magdeburger extrem erfolgreich. Von "Hurrastil" möchte Titz dennoch nichts hören. "Wir haben einen sehr großen Fokus auf unsere Defensivarbeit gelegt, nach einem Ballverlust gehen wir sofort in die Rückeroberung, ins Gegenpressing, laufen den Gegner bei der Eröffnung hoch an", definiert Titz seinen Spielstil, den er auch in der höheren Spielklasse pflegen will. "Von unserer Spielweise wollen wir möglichst viele Elemente beibehalten. Das hängt aber natürlich vom Gegner und der konkreten Situation ab."

Nach der Testspiel-Niederlage gegen Union: Bittroff will "Fehler minimieren"

Nach vielen Veränderungen im Sommer braucht das Magdeburger Team allerdings noch Eingewöhnungszeit, wie auch das 1:4 im Test gegen Union Berlin deutlich machte. "Man konnte sehen, dass Union in der Bundesliga und international spielt. Sie haben unsere unnötigen Fehler gnadenlos ausgenutzt", analysierte der wieder genesene Jason Ceka nach dem Spiel gegenüber Vereinsmedien. Dem konnte auch Verteidiger Alexander Bittroff nur beipflichten. "Gegen gute Gegner bekommt man Gegentore, wenn man Fehler macht", ärgerte sich der Routinier. Dennoch sei gegen den Bundesligisten nicht alles schlecht gewesen. Nach einer schwachen Anfangsphase sei der FCM "immer besser ins Spiel gekommen" und habe das "Spielgeschehen kontrolliert". In der zweiten Hälfte sei Magdeburg dann erneut "für individuelle Fehler bestraft" worden.

Düsseldorf schon im Blick

Trotz der Niederlage sei das Spiel gegen Union ein guter Test gewesen. "Wir müssen nächste Woche da weitermachen, wo wir aufgehört haben und gleichzeitig unsere Fehler minimieren", erklärte der Verteidiger. Für die Magdeburger Fans hatte Bitroff dagegen nur lobende Worte. Die knapp 8.000 Zuschauer seien für die Neuzugänge "ein Vorgeschmack" gewesen, "in welche Richtung es gehen kann".  Am kommenden Wochenende trifft der Aufsteiger noch auf den niederländischen Erstligisten Cambuur Leeuwarden, bevor am ersten Spieltag der 2. Bundesliga Fortuna Düsseldorf in der MDCC-Arena gastiert. Dort wolle man, so Bittroff, vor "voller Hütte" auch direkt den ersten Saisonsieg feiern.

Hans-Joachim Malli/cfr

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