Bundesliga

Hoffnungsträger Pizarro befreit sich und Werder

Eichin warnt - Bremen sorgt sich um Gebre Selassie

Hoffnungsträger Pizarro befreit sich und Werder

Claudio Pizarro befreite sich selbst und seinen Klub Werder Bremen etwas.

Claudio Pizarro befreite sich selbst und seinen Klub Werder Bremen etwas. picture alliance

Es lief die 58. Minute, als FCA-Angreifer Raul Bobadilla einen krassen Fehlpass spielte: Santiago Garcia nahm auf, rannte los und flankte präzise von der linken Seite in den Strafraum zu seinem Stürmer Claudio Pizarro. Der Fan-Liebling fackelte nicht lange, zog mit seiner vorhandenen Technik volley ab und verwandelte sicher zum 1:0.

Für seinen Trainer Skripnik war dies keine Überraschung - auch nicht, dass "Pizza" mit seinem ersten Treffer in dieser Spielzeit seinen Tor-Bann brach: "Für mich ist es heute keine Erleichterung, aber es ist enorm wichtig für ihn und den Verein. Solche Tore hat er schon 1000-mal gemacht. Ich wünsche mir, dass er das jetzt jedes Spiel ein- bis zweimal macht." Skripnik ergänzte: "Er hat heute wieder gezeigt, dass er nicht nur einen großen Namen hat, sondern dass er ein großer Spieler ist."

Spielersteckbrief Pizarro
Pizarro

Pizarro Claudio

Spielersteckbrief Gebre Selassie
Gebre Selassie

Gebre Selassie Theodor

Spielersteckbrief Ujah
Ujah

Ujah Anthony

Trainersteckbrief Skripnik
Skripnik

Skripnik Viktor

Pizarro: "Der Tag könnte heute nicht besser sein"

Ein Lobeslied sang auch SVW-Ersatzkapitän Zlatko Junuzovic (in Vertretung von Clemens Fritz, Muskelverhärtung im Oberschenkel), der vor allem auf die Eingewöhnungszeit an der Weser seit Pizarros Wechsel im Sommer vom FC Bayern München einging: "Er ist inzwischen viel robuster und viel fitter. Für uns ist es wichtig, dass wenn Tony (Ujah; Anm.d.Red.) nicht trifft, er dann für uns zur Stelle ist."

Spielbericht

Das sahen die Fans und Spieler des Nord-Klubs auch so, die ihren Hoffnungsträger nach dem Treffer und nach Spielschluss reichlich feierten und beklatschten. Pizarro selbst sagte derweil in Bezug auf die jüngste Bundesliga-Phase vor der Partie in Augsburg mit nur einem Dreier aus sieben Ansetzungen (sechs Pleiten): "Der Tag könnte heute nicht besser sein. Das gibt Schwung für die Mannschaft. Wir spielen besser, als es die Ergebnisse zeigen."

Seinen persönlichen Befreiungsschlag ließ Pizarro natürlich auch nicht unkommentiert, mit dem er nun in 15 seiner 16 Bundesliga-Saisons mindestens einmal getroffen hat (nur zehn Spieler in der Geschichte schafften 16 Spielzeiten oder mehr): "Das Tor ist sehr wichtig für mich. So ein Tor zu machen, wenn du kein Selbstvertrauen hast, ist nicht leicht." Seine Begründung mit Hinblick auf den schwierigen Beginn seiner dritten Amtszeit an der Weser: "Am Anfang war es schwierig mit meiner Fitness. Ich habe viel gearbeitet, brauche aber auch noch Zeit."

Eichin warnt vor zu viel Überschwang

Zeit verlangt auch Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin, der gerne noch einmal an den überschwänglichen Empfang von Pizarro und den Hype nach dessen Torvorlage beim 3:1 am 4. Spieltag in Hoffenheim erinnert hat: "Wir wollen nicht wieder den Fehler machen, jetzt zu sehr auszuflippen. Wir wissen, was wir an ihm haben. Das war heute ein Spiel, in das er gut reinpasste."

Sorge um Gebre Selassie

Theodor Gebre Selassie

Verlor das Bewusstsein: Theodor Gebre Selassie. Getty Images

Unabhängig vom wichtigen Dreier im Kellerduell beim FCA und der anschließenden Freude hatten die Bremer auch Grund zur Sorge: Torwart Felix Wiedwald erwischte beim Herauskommen Theodor Gebre Selassie am Kopf, der zu Boden sank, vollkommen benommen und nicht ansprechbar war. Der Verteidiger musste ausgewechselt und auf der Trage abtransportiert werden, war dabei aber wieder bei Bewusstsein. Dennoch brachten ihn die Werder-Ärzte direkt ins örtliche Krankenhaus, eine genaue Diagnose steht noch aus. Der Verdacht: Gehirnerschütterung.

mag/Bernd Salamon

Bilder zur Partie FC Augsburg - Werder Bremen