Bundesliga

TSG Hoffenheims Trost nach dem Trauerspiel

Neue Tiefstwerte in einer Bundesligapartie

Hoffenheims Trost nach dem Trauerspiel

Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann konnte sich wenigstens über eine gute Defensivleistung freuen.

Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann konnte sich wenigstens über eine gute Defensivleistung freuen. imago images

Als hätten die Profis aus Hoffenheim und Leverkusen indirekt noch einmal ihre Unterstützung für das Ansinnen der Fans verdeutlichen wollen. Im letzten Montagspiel lieferten sie eine Partie der unansehnlichen Art. Zwei vormals für Offensivspektakel bekannte Klubs boten in dieser Hinsicht ein Trauerspiel. Ganze sieben Torschüsse wurden insgesamt gezählt, das ist ein neuer Tiefstwert in einem Bundesligaspiel seit der detaillierten Erfassung solcher Daten.

Dabei kamen die gastgebenden Hoffenheimer nur zweimal zum Abschluss, so selten wie noch nie. Eine echte Torchance sprang dabei allerdings nicht heraus, im wahrsten Sinne chancenlos war die TSG in der Bundesliga zuvor bereits zweimal geblieben, zweimal ebenfalls als Gastgeber: beim 0:2 gegen Gladbach im März 2011 und beim 0:2 gegen Bayern München im Oktober 2012.

Ich kann nachvollziehen, dass es für den Zuschauer kein Leckerbissen war.

Sebastian Hoeneß

"Ich kann nachvollziehen, dass es für den Zuschauer kein Leckerbissen war", gestand TSG-Coach Sebastian Hoeneß, der aktuell mit sehr wenig trösten muss: "Aus unserer Sicht war es wichtig, eine Reaktion in Sachen Körpersprache zu zeigen", erläutert Hoeneß, "das war wichtig, weil wir diese Haltung mindestens eineinhalb Spiele haben vermissen lassen." Schlimm genug. Diesmal also boten seine Schützlinge zumindest das, was man eigentlich als selbstverständlich voraussetzen muss. "Ich habe eine leidenschaftlich kämpfende Mannschaft gesehen", so der 38-Jährige, "das führt eben dazu, dass du zumindest nicht verlierst."

Baumann: "Heute war es deutlich besser"

Seine Spieler signalisierten mit dieser endlich mal wieder beherzten Grundeinstellung zumindest ihre Gefolgschaft. "Es war ein sehr wichtiger Punkt, den wir uns über die Moral verdient haben", fand Christoph Baumgartner, "beide Teams waren zuletzt nicht mit viel Selbstvertrauen gespickt. Dann kommt schon mal so eine chancenarme Partie zustande." Auch Oliver Baumann erkannte "einen Schritt in die richtige Richtung, die Spiele davor waren einfach nicht gut genug. Heute war es deutlich besser", so Hoffenheims Schlussmann, "wir haben gute Zweikämpfe geführt und sehr gut verteidigt. Natürlich wünschen wir uns noch mehr Torchancen, aber wir haben gegen Leverkusen zu Null gespielt. Das ist nicht schlecht."

Wir müssen die Basics richtig machen, damit wir nicht unten reinrutschen.

Oliver Baumann

Gut aber bei weitem auch nicht. Schließlich ist die Abstiegszone weiter nur fünf Punkte entfernt, und die nächsten Gegner heißen Leipzig und Gladbach. "Das 0:0 gegen ein starkes Team ist ein guter Anfang. Wir haben heute den Willen gezeigt, gemeinsam zu verteidigen, uns gegenseitig zu unterstützen", so der junge Engländer Ryan Sessegnon, "jetzt kommt das nächste schwierige Spiel gegen Leipzig. Da können wir auf unserer defensiven Leistung aufbauen, und versuchen, offensiv noch etwas besser zu werden." Zumindest Baumann hat die Tabelle fest im Blick und den Ernst der Lage erkannt: "Es ist kein so großer Abstand nach unten. Wir müssen die Basics richtig machen, damit wir nicht unten reinrutschen."

Michael Pfeifer

Bilder zur Partie TSG Hoffenheim - Bayer 04 Leverkusen