Bundesliga

Fürth verkauft sich teuer, Bayern siegt dennoch souverän - Roses brisante Rückkehr

Bundesliga, 6. Spieltag: Freiburg das letzte Mal an der Dreisam - Wirtz wie Podolski?

Fürth verkauft sich teuer, Bayern siegt dennoch souverän - Roses brisante Rückkehr

Bayern-Torschützen beim 3:1 in Fürth unter sich: DFB-Nationalspieler Joshua Kimmich und Thomas Müller.

Bayern-Torschützen beim 3:1 in Fürth unter sich: DFB-Nationalspieler Joshua Kimmich und Thomas Müller. imago images/Eibner

Fürth - FC Bayern: FCB siegt souverän, Pavard sieht Rot

Eine Glanzleistung wie beim jüngsten 7:0 gegen Aufsteiger Bochum war es dieses Mal nicht für den FC Bayern München. Dennoch bot der amtierende Meister eine insgesamt souveräne Vorstellung am Freitagabend in Fürth zum Start des 6. Bundesliga-Spieltags an - und siegte nach präzisen Abschlüssen von Müller (10.), Kimmich (31.) sowie einem Eigentor von SpVgg-Profi Griesbeck (68.) dennoch souverän. Auch eine frühe Rote Karte im zweiten Abschnitt für Pavard (48.) steckte der FCB weg, ebenso das späte 1:3-Gegentor durch Itten (87.). Und so verteidigte der turmhohe Favorit Tabellenplatz 1, wähernd das Kleeblatt mit einem mageren Pünktchen weiterhin auf Rang 18 stehen blieb.

Leipzig - Hertha: Selkes Marke und seine Matchwinner-Gefühle

Auf der einen Seite sind die Leipziger ein Albtraum für Hertha BSC, doch noch nie gingen die Berliner in ein Duell mit RB, bei dem sie in der Tabelle vor den Sachsen standen. 25 von möglichen 30 Punkten holte Leipzig gegen den Hauptstadtklub, der nur im Dezember 2017 mal den Platz als Sieger verließ.   Damals durfte sich Davie Selke als Matchwinner fühlen, der Stürmer hat aktuell genau 100 Bundesligaspiele für die beiden Klubs absolviert (79 für Hertha, 21 für RB). Apropos Aktualität: Die Dardai-Elf erfüllte zuletzt das Pflichtprogramm gegen die beiden Aufsteiger Bochum und Fürth makellos, die Marsch-Elf indes wartet noch immer auf den zweiten Dreier und "dümpelt" im hinteren Mittelfeld umher. 

Leverkusen - Mainz: Wirtz auf Podolskis Spuren

Das Gesicht von Bayer 04 Leverkusen: Florian Wirtz.

Das Gesicht von Bayer 04 Leverkusen: Florian Wirtz. imago images/Michael Weber

Florian Wirtz wird immer mehr das Gesicht von Bayer Leverkusen. Der Jung-Nationalspieler sprühte zuletzt vor Spielfreude und entdeckte zudem seinen Torriecher. In den vergangenen vier Pflichtspielen traf er immer, in der Bundesliga ist der 18-Jährige insgesamt bei neun Treffern angekommen. Einer fehlt noch und er spielt in einer Liga mit Lukas Podolski. Der "Kölsche" Jungspund hatte als erster und bisher einziger vor seinem 19. Geburtstag zweistellig getroffen. Allerdings könnte das gegen die Mainzer ein hartes Brett werden für Wirtz & Co., denn die Nullfünfer haben bisher erst zwei Gegentore zugelassen, das letzte am 2. Spieltag in Bochum. Vier mal ohne Gegentor - dass schaffte der FSV bisher nur im April 2012.

Frankfurt - Köln: Kilometerfresser, Flankengötter und die Frage: 650 oder 651?

Zwei Urgesteine der Bundesliga treffen mal wieder aufeinander und könnten nach Siegen gleichziehen: Die Eintracht jubelte im Oberhaus bereits 650. Mal, der erste deutsche Meister von 1964 steht bei bisher 649 Siegen, in der ewigen Tabelle liegen sie auf den Rängen acht und neun. Gegenwärtig gehören die Hessen und die Rheinländer zu den laufstärksten Teams der Liga - die SGE-Profis spulten bisher wie Bielefeld 118,2 Kilometer pro Partie ab, dahinter rangiert der FC mit 117,2 Kilometern. Vornehmlich auf den beiden Außenbahnen herrscht Betrieb, mit 111 geschlagenen  Flanken ist die Baumgart-Elf Spitzenreiter in dieser Kategorie, die Frankfurter liegen mit 94 Hereingaben dahinter. Der drängendste Fakt für Frankfurt lautet aber: Sieben Pflichtspiele unter Oliver Glasner und noch kein einziger Dreier. Besonders wurmen dürfte den Neu-Trainer, dass seine Elf zuletzt drei Führungen aus der Hand gab und jetzt insgesamt schon viermal in Serie 1:1 spielte. Aufbruchsstimmung sieht anders aus.

Ein Drittligist ist Elfter: Die ewige Bundesliga-Tabelle

Union - Bielefeld: Drei schöne Erinnerungen und das 100. Tor

Wenn Union gegen Bielefeld spielt, dann keimen Erinnerungen auf. Zum Beispiel an den 7. November 2020, als die Eisernen ihren bislang höchsten Bundesligasieg feierten.  Oder an den 7. März dieses Jahres, als Arminen-Coach Frank Kramer recht überraschend auf der Bundesliga-Bühne auftauchte und die frühere Union-Trainer-"Legende" Uwe Neuhaus (2007-2014) auf der Alm ablöste (0:0). Und auch Max Kruse verbindet mit Bielefeld Schönes. Der Union-Zehner feierte für Werder Bremen am 29. September 2007 sein Bundesliga-Debüt - und zugleich seinen höchsten Sieg. Sollte den Köpenickern gegen die Ostwestfalen zwei Tore gelingen, wäre die Fischer-Elf in ihrem dritten Bundesligajahr beim 100. Treffer im Oberhaus angelangt.

Hoffenheim - Wolfsburg: Viel Frust bei Kramaric - Viel Lust bei Weghorst

Hoffenheim und Wolfsburg sind mittlerweile feste Institutionen in der Bundesliga - nur Rekordmeister FC Bayern, der BVB und der Werksklub aus Leverkusen sind länger ohne Unterbrechung in der Bundesliga als die TSG (seit 2007) und der VfL (1997). Ein Wiedersehen der besonderen Art feiern auch Jacob Bruun Larsen und Lukas Nmecha, denn das Duo spielte in der vergangenen Spielzeit noch zusammen bei RSC Anderlecht. Die Kraichgauer hoffen einmal mehr auf den Knotenlöser bei Andrej Kramaric, denn der kroatische Angreifer wartet noch immer auf seinen ersten Treffer in dieser Spielzeit - und das, obwohl der Vize-Weltmeister schon 18-mal aufs Tor schoss. So viele erfolglose Versuche feuerte bisher niemand  ab. Schon gar nicht Wout Weghorst, der besonders gerne gegen Hoffenheim trifft. Der Niederländer jubelte bisher über sieben Treffer gegen die TSG - sechs davon erzielte der Sturmtank in Sinsheim.

Gladbach - Dortmund: Natürlich wird es unschön für Rose

Marco Rose

Kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück: Marco Rose. imago images/Team 2

Am 5. Spieltag kehrte Oliver Glasner nach Wolfsburg zurück, am 6. Spieltag ist Marco Rose wieder in Gladbach. Während der Frankfurter Coach den VfL als gefeierter CL-Teilnehmer verließ, erlebte Rose bei den Fohlen eine Rückrunde zum Vergessen, ehe er seinen Dienst bei der Borussia vom Borsigplatz antrat. Seine Rückkehr am Samstagabend in den Borussia Park dürfte entsprechend emotional ausfallen. Immerhin in der Liga konnte er damals noch gegen Dortmund eine elf Bundesligaspiele währende Niederlagenserie stoppen - im Januar gewann Gladbach 4:2 gegen den BVB, vor allem für Gladbachs Kapitän Lars Stindl dürfte dieser Sieg in bester Erinnerung sein, denn 17 seiner insgesamt 20 Borussen-Duelle verlor er. Natürlich wird auch in diesem Duell viel von BVB-Torjäger Erling Haaland abhängen. Der Norweger traf in 48 Bundesligaspielen schon 47-mal ins Schwarze. Damit rangiert der 21-jährige beim BVB auf Augenhöhe mit Ewerthon und Frank Mill - auch wenn die beiden dafür 119 bzw. 187  Spiele benötigten.

Bochum - Stuttgart: Duell der Lauffaulen und Tesches Sehnsucht

Alt gegen Jung, das ist das Motto beim Duell zwischen Bochum und Stuttgart am Sonntagnachmittag. Der Aufsteiger setzte bislang die im Schnitt älteste Mannschaft ein (28,3 Jahre), der VfB die jüngste (24,8 Jahre). Was beiden Teams gemein ist, ist ihre geringe Lauffreude. Die Mannschaft von Thomas Reis lief bisher im Schnitt 108,2, die Matarazzo-Elf  110,3 Kilometer pro Partie - damit zieren sie das Tabellenende in dieser Kategorie. Mental müssen sich die Bochumer von der 0:7-Klatsche in München erholen, der VfB wartet nach dem furiosen Auftakt gegen Fürth (5:1) seither auf den zweiten Dreier. Noch deutlich länger nach einen Treffer sehnt sich Bochums Robert Tesche. Der Bochumer Mittelfeldspieler erzielte sein letztes Bundesliga-Tor am 23. September 2011 als HSV-Profi in Stuttgart (2:1). Eine längere Durststrecke hat kein anderer Bundesliga-Profi aufzuweisen. 

Freiburg - Augsburg: Freiburgs letztes Mal - 1000. Bundesliga-Tore an der Dreisam?

Freiburg im Dreisamstadion - das wird gegen den FC Augsburg das letzte Mal sein für den SCF. 360 Heimspiele haben die Breisgauer dann in ihrer alten Spielstätte absolviert und bisher eine positive Bilanz - 148 Siege, 95 Remis und 116 Niederlagen. Sollten die Zuschauer ein Spiel mit vier Toren sehen, dann erlebt das Dreisamstadion sein 1000. Bundesligator (davon 528 für Freiburg), ehe die Streich-Elf in das neue Europa-Park-Stadion umzieht. Mit Augsburg verbindet den Freiburger Trainer noch etwas besonderes, denn gegen den FCA debütierte der 56-Jährige am 10. Januar 2012, also vor fast zehn Jahren, mit einem 1:0 als Nachfolger von Marcus Sorg. Seither hat er 291 weitere Bundesligaspiele mit dem SC hingelegt. Von den aktuellen Trainern der Bundesliga kann da nur der aktuelle FCA-Coach Markus Weinzierl ranschmecken, der 201-mal im Oberhaus auf der Bank saß.

bst/mag

Altersdurchschnitt der Bundesligisten: Wer setzt bisher die jüngsten Spieler ein?