Bundesliga

"Das nervt mich": Nagelsmann gerät mächtig in Rage

Hoffenheimer Trainer nach dem 2:2 angefressen

"Das nervt mich": Nagelsmann gerät mächtig in Rage

"Wir müssen fünf, sechs Tore schießen und einen Elfmeter kriegen": TSG-Coach Julian Nagelsmann war angefressen.

"Wir müssen fünf, sechs Tore schießen und einen Elfmeter kriegen": TSG-Coach Julian Nagelsmann war angefressen. imago

Mit einem Sieg, dem vierten Heimdreier in Folge, hätte Hoffenheim an Borussia Dortmund vorbeiziehen und dem FC Bayern München bis auf einen Punkt auf die Pelle rücken können. Entsprechend legten die Kraichgauer auch los, einzig die Chancenverwertung geriet zum großen Problem. Den Rückstand egalisierte Sandro Wagner kurz vor der Pause, Steven Zuber setzte mit seiner sehenswerten Direktabnahme noch einen drauf. Die 2:1-Führung brachten die Hoffenheimer aber nicht über die Zeit. Aus welchem Grund? "Am Anfang haben wir es sehr gut gemacht, dann haben wir unseren Plan aber nicht mehr umgesetzt", haderte Torschütze Zuber.

"Haben nicht unser bestes Spiel gemacht"

Der Spielbericht

Spielersteckbrief Wagner
Wagner

Wagner Sandro

Spielersteckbrief Zuber
Zuber

Zuber Steven

Spielersteckbrief Kramaric
Kramaric

Kramaric Andrej

Spielersteckbrief Demirbay
Demirbay

Demirbay Kerem

Trainersteckbrief Nagelsmann
Nagelsmann

Nagelsmann Julian

Bundesliga - 11. Spieltag
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Kerem Demirbay, vor der Länderspielpause in bestechender Form, blieb gegen seinen Ex-Klub blass. "Ich bin definitiv nicht zufrieden, wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht", so der Linksfuß. Kern seiner Kritik: "Wir müssen es einfach cleverer ausspielen." Dass es für Demirbay kein Spiel wie jedes andere werden würde, war nach seinen jüngsten Aussagen im kicker-Interview klar . Auf böses Blut hatte der 23-Jährige allerdings keine Lust: "Ich wünsche dem Verein alles Gute. Ich wünsche ihnen, dass sie nicht absteigen."

Friedliche Töne, in die Nagelsmann nicht einstimmen wollte. Warum die Punkteteilung hätte vermieden werden können? "Weil es total einfach war, Chancen zu kreieren. Immer wenn wir das gemacht haben, was wir in der Halbzeit angesprochen haben, waren wir im gegnerischen Fünfmeterraum", stieg der 29-Jährige ein: "Das nervt mich." Seine Hoffenheimer dürften nicht behaupten, unvorbereitet gewesen zu sein. "Die Spieler wissen, was der gegnerische Trainer möchte."

Wir müssen das Spiel entscheiden.

Julian Nagelsmann über die Chancenverwertung

Das 0:1 durch Filip Kostic war eine Fehlerkette, an deren Ende der früh eingewechselte Ermin Bicakcic ( wegen einer Adduktorenzerrung bei Kevin Vogt ) unnötig reinrutschte. "Das war nicht ganz clever verteidigt. In dem Winkel muss ich nicht in die Grätsche gehen", stellte Nagelsmann unmissverständlich klar.

"Das müssen wir uns selber zuschreiben"

Erwischte auch nicht seinen besten Tag: Hoffenheims Innenverteidiger Niklas Süle.

Erwischte auch nicht seinen besten Tag: Hoffenheims Innenverteidiger Niklas Süle. imago

Das Hoffenheimer Defensivverhalten war aber nicht das Zentrum seiner Kritik. "Ganz egal, ob wir drei, vier Fehler machen. Wir müssen dafür fünf, sechs Tore schießen und einen Elfmeter in der 89. Minute kriegen. Aber den kriegen wir dann auch nicht", so Nagelsmann, der ein Foul von Johan Djourou an Lukas Rupp zurecht geahndet hätte. Bei Schiedsrichter Robert Hartmann dürfe sich nichtsdestotrotz keiner beschweren: "Das müssen wir uns selber zuschreiben."

Seine beiden Angreifer Wagner und Andrej Kramaric erwischten nicht gerade einen Sahnetag. "Wir müssen das Spiel entscheiden. Wir haben alleine in der zweiten Halbzeit vier Hunderprozentige. Da muss ich erwarten, dass wir ein Tor machen", richtete sich Nagelsmann an seine Stürmer. Speziell Kramaric vergab drei, vier Hochkaräter, war sichtlich vom Pech verfolgt.

Der Spieler ist aber auch in der Pflicht, jetzt zu treffen.

Julian Nagelsmann über Andrej Kramaric

Nagelsmanns Reaktion: "Ich muss ihn schon aufbauen. Der Spieler ist aber auch in der Pflicht, jetzt zu treffen. Er wird auch wieder treffen." Kurz nach Schlusspfiff trommelte der junge Trainer seine Mannschaft zusammen und appellierte an ihre Disziplin. "Ich habe ihnen gesagt, dass ich es nicht möchte, dass wir in der Halbzeit einen Plan besprechen und den nur in sechs von zehn Fällen umsetzen, sondern in zehn von zehn. Und wenn es dann in die Hose geht, bin ich der Schuldige. Aber so nervt mich das." Das wird Nagelsmann seinen Schützlingen unter der Woche wohl noch häufiger vor Augen führen. In Gladbach am nächsten Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) kann 1899 Wiedergutmachung betreiben.

msc

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