Bundesliga

Dardai erwartet keine Wunder

Hertha: Personalsituation macht Mut

Dardai erwartet keine Wunder

"Statistisch sind wir kein Favorit": Herthas Trainer Pal Dardai vor dem Spiel gegen Schalke.

"Statistisch sind wir kein Favorit": Herthas Trainer Pal Dardai vor dem Spiel gegen Schalke. imago

Der Hertha-Trainer hat in dieser Woche "mehr Angriff trainiert", wie er sagt. "Defensiv stehen wir gut, aber wir müssen besser umschalten", lautet seine Begründung. Deshalb hat er den Fokus darauf gerichtet, und mit den Resultaten ist der 38-Jährige zufrieden. "Im Training sah das schon gut aus." Nun müssen Kapitän Fabian Lustenberger und Kollegen die Trainingsinhalte nur noch am Samstag auf den neu verlegten Rasen des Olympiastadions bringen.

Dardai ist sich allerdings im Klaren, dass in der aktuellen sportlichen Situation keine sprunghaften Verbesserungen zu erwarten sind. "Wir werden nicht die große Ballbesitz-Mannschaft werden, im Abstiegskampf soll man keine Wunder erwarten." Deshalb gilt gegen Schalke zunächst: "Wir wollen genauso gut stehen wie in den letzten Spielen. Statistisch hatten die Gegner zuletzt nicht so viele Chancen gegen uns. Wenn jeder mitmacht, ist es schwierig, gegen uns ein Tor zu schießen."

Dass Schalke am Dienstag mit dem 4:3 bei Real Madrid europaweit aufhorchen ließ und nur knapp das Weiterkommen ins Champions-League-Viertelfinale verpasste, hat der Hertha-Trainer registriert – mehr aber auch nicht. "Statistisch sind wir kein Favorit", sagt er zwar mit Blick auf den elf Niederlagen aus den letzten zwölf Ligaspielen gegen Schalke (bei einem Remis. Letztmals siegte Hertha gegen die Königsblauen am 17. September 2006 mit 2:0, Tore: Christian Gimenez 2). Dardai sagt aber auch: "Wir werden ein bisschen aggressiver als Real. Dann werden wir sehen, ob das reicht. Ich glaube, es reicht."

Bei Kraft sieht es gut aus - Abwarten bei Brooks

Personell hat sich die Lage entspannt. Stammkeeper Thomas Kraft trainierte nach überstandener Gehirnerschütterung wieder, "das sieht gut aus", sagt Dardai. Zudem stehen Per Skjelbred und Peter Niemeyer nach abgesessener Gelbsperre wieder zur Verfügung. Und auch Tolga Cigerci hat nach einem Tag Pause wegen des schmerzenden Zehs wieder trainiert, "mit guter Qualität", wie Dardai sagt. Lediglich hinter John-Anthony Brooks steht ein Fragezeichen. Der Innenverteidiger, den leichte muskuläre Probleme oberhalb des Gesäßes plagen, wollte am Donnerstag einen Trainingsversuch starten, wurde aber von Dardai gebremst. "John soll das Abschlusstraining am Freitag mitmachen. Wenn es dann geht gut, wenn nicht, habe ich Jungs, die bereit sind." Jens Hegeler etwa, der unter der Woche Brooks in den Trainingsspielen vertrat.

Andreas Hunzinger