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Bei all dem Hype: Gebt Sané erstmal Zeit

Kommentar

Bei all dem Hype: Gebt Sané erstmal Zeit

Leroy Sané und die Bayern-Bosse

Die Transfersaga ist beendet: Leroy Sané hat in München unterschrieben. Die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge, Hasan Salihamidzic und Oliver Kahn strahlen. FC Bayern

Handy-Kameras filmten die Landung eines Privatjets, kurz darauf erwischten sie Autos mit abgedunkelten Scheiben. Kommen die Rolling Stones nach Bayern? Welcher Weltstar könnte es sonst sein? Es ging "nur" um Leroy Sané.

Sanés Ankunft in München und der Wechsel zum FC Bayern: Über ein Jahr lang zog sich diese Transfersaga, im letzten Kapitel wurde jeder Schritt des 21-maligen Nationalspielers begleitet, Fotos aus einer Arztpraxis bei Medizin-Check zur Neuigkeit.

Viel Talent, aber noch kein Weltstar

Der FC Bayern hat seinen Wunschspieler mit einem Jahr Verzögerung von Manchester City losgeeist und mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet. Jetzt liegt es an Sané, den Hype zu rechtfertigen, die sportlichen Erwartungen mit Toren und Vorlagen zu erfüllen. Ein Weltstar ist er nämlich bei allem Talent (noch) nicht.

Er ist mit außergewöhnlicher fußballerischer Begabung gesegnet, konstant abgerufen hat er sein Talent über einen langen Zeitraum aber ebenfalls noch nicht. Pep Guardiola hält ihn bei City für entbehrlich, Joachim Löw verzichtete freiwillig bei der WM 2018 auf seine Dienste. Zuletzt konnte Sané auch nichts beweisen, ein Kreuzbandriss zwang den 24-Jährigen zu einer langen Pause. Er wird Zeit benötigen, um seine Topleistungen abrufen zu können. Andererseits ist der FC Bayern eine gute Wahl, hier werden seit Jahren eher Weltstars gemacht als verpflichtet. Franck Ribery und Arjen Robben sind sportlich gute Beispiele, an denen sich Sané orientieren kann. Und mit Hansi Flick findet er einen Trainer vor, der zuletzt eindrucksvoll bewiesen hat, ein gutes Händchen im Umgang mit Spielern zu haben.

Warum Coman und Gnabry profitieren sollten von dem Deal

Profitieren können von dem Transfer auch Kingsley Coman und Serge Gnabry. Plötzlich dürfen sie sich ihres Platzes nicht mehr sicher sein. Statt des Ergänzungsspielers Ivan Perisic heißt der Konkurrent um Einsatzminuten Sané. Coman unternimmt gerade den x-ten Anlauf, um nach zahlreichen Verletzungen stabil Leistung zu bringen. Bei Gnabry hat man trotz 23 Scorerpunkten in der Liga und vereinzelten Gala-Auftritten in der Champions League den Eindruck, da ginge noch mehr. Nach der Corona-Pause hat er zu selten überzeugt.

Bayerns Super-Perspektive auf den Flügeln

Doch Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, sie sollte sich leistungsfördernd bei Coman wie Gnabry auswirken. Der FC Bayern wiederum ist mit diesen drei 24-Jährigen auf Jahre top auf den Flügeln aufgestellt.

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