Gespräche mit Funkel über neuen Vertrag aufgenommen

Röttgermann: "Meine Handhabung des Themas war Käse"

Thomas Röttgermann

Entschuldigte sich auf der Mitgliederversammlung: Fortunas Vorstandsvorsitzender Thomas Röttgermann. imago images

Röttgermann begann seinen Jahresbericht mit einer Entschuldigung. "Ich möchte mich entschuldigen, dass ich es nicht geschafft habe, Ruhe und Klarheit in diesen wunderbaren Verein und seine Strukturen zu bringen. Ich bin mit dafür verantwortlich, dass seit Wochen die falschen Themen über Fortuna Düsseldorf in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Es tut mir leid", erklärte der Vorstandsvorsitzende.

Um Röttgermann hatte es im Zuge der sogenannten "App-Affäre" Turbulenzen gegeben, immer wieder musste er sich gegen Indiskretionen aus dem Verein wehren. Der 59-Jährige übte Kritik am "Maulwurf", dieser hätte "meine Mails abfotografiert und weitergeleitet", so Röttgermann. Die Brocken hinzuwerfen sei jedoch nie infrage gekommen, betonte er weiter. "Niemals, zu keinem Zeitpunkt stand ein Rücktritt zur Diskussion."

Das Hintenrum und Streuen von Gerüchten muss aufhören.

Dr. Reinhold Ernst

Zum Abschluss seines Berichts gestand Röttgermann in Bezug auf die App-Affäre noch einmal ein: "Meine Handhabung des Themas war Käse. Es wird nicht wieder vorkommen." Aufsichtsratschef Dr. Reinhold Ernst sprach in seiner Rede Röttgermann das Vertrauen aus und sagte in dessen Richtung: "Wir sind froh, dich an Bord zu haben. Es hat ein bisschen gerumpelt, aber manchmal ist das halt so." Außerdem forderte Ernst, dass es ein Ende haben muss mit den immer wiederkehrenden Indiskretionen. "Ich habe gelesen, 2020 ist das Jahr des Maulwurfs. Bei Fortuna war es das schon 2019. Das Hintenrum und Streuen von Gerüchten muss aufhören."

Eine personelle Auswirkung der App-Affäre teilte Röttgermann am Sonntag mit: Felix Welling, der auf Alexander Steinforth als Marketingdirektor folgen sollte, werde nicht kommen. Welling habe "unter den entstandenen Umständen, für die er wirklich nichts kann, keine Chance, erfolgreich zu arbeiten", so der Fortuna-Boss, "wir werden eine andere personelle Lösung finden".

Funkels Vertrag soll möglichst zeitnah verlängert werden

Röttgermanns Ausführungen vor den 739 anwesenden Mitgliedern in der Merkur Spiel-Arena wurden immer wieder von Applaus begleitet. Am meisten Beifall gab es allerdings, als der Vorstandsvorsitzende verkündete, dass die Gespräche mit Friedhelm Funkel über die weitere Zukunft aufgenommen wurden. Der Kontrakt des Cheftrainers läuft im Sommer aus. Eine Wiederholung der Posse vom Januar soll ausgeschlossen werden, eine zeitnahe Lösung zeichnet sich ab. "Wir haben alle gemerkt, dass zusammengefunden hat, was zusammengehört. Wir haben daher mit Friedhelm Funkel vereinbart, nicht erst im Trainingslager über die nächste Saison zu sprechen", sagte Röttgermann. "Bereits in den letzten Tagen haben die Gespräche begonnen. Und ich habe ein gutes Gefühl."

Positiv waren auch die Nachrichten, die Röttgermann von der Wirtschaftsseite vorlegte: Die Fortuna steigerte den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 80 Prozent auf 71,5 Millionen Euro. Der Gewinn stieg von 1,6 Millionen Euro auf 2,1 Millionen Euro. Das Eigenkapital wuchs auf sieben Millionen Euro an.

Jan Lustig