S04 gut gerüstet für das Spitzenspiel

Tedescos Bayern-Plan macht Schalke Hoffnung

Domenico Tedesco

Geht selbstbewusst ins Spitzenspiel gegen den großen FC Bayern: Schalke-Coach Domenico Tedesco. imago

Natürlich legte Tedesco seinen Matchplan auf der Pressekonferenz am Montag nicht offen, er verließ inhaltlich nur ansatzweise die Oberfläche. Die Art, wie der Trainer seine Gedanken erläuterte, vermittelte aber den Eindruck, dass sich Schalke 04 sehr akribisch auf das Heimspiel der Bayern am Dienstag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) vorbereitet hat.

Eine der größten Stärken der Bayern "ist das Flügelspiel", sagt Tedesco. "Dort sind sie in der Lage, ihre Sache außergewöhnlich gut und in einem extrem hohen Tempo zu machen. Sei es durch simple Muster wie Hinterlaufen des Gegners oder einen Doppelpass." Um solche Situationen zu verteidigen, "kann man es sich nicht erlauben, den Flügel nur mit einem Mann zu besetzen". Doppeln sei das Mindeste - noch besser wäre, den angreifenden Münchener mit drei Spielern zu attackieren. "Wenn man das macht, kann sich allerdings ein nummerisches Problem im Zentrum ergeben", warnt der Coach.

Schalkes Spagat

Gegen den FC Bayern läuft jede Mannschaft "Gefahr, streckenweise zu passiv zu werden", führt Tedesco aus. In solche Situationen will sich Schalke nicht über Gebühr zwingen lassen. "Wir wollen uns nicht verstecken und verbiegen lassen", betont der 32-Jährige. Es sei auch Schalkes Aufgabe, mutig zu sein und "Ballbesitzfußball zu spielen", um Räume zu schaffen. "Das ist der Spagat, den wir hinbekommen müssen." Tedesco ist zuversichtlich, dass es klappt: "Auch wir haben etwas zu bieten." Als Beispiel führt er das bisher glänzend funktionierende "elementare Abwehrverhalten" seines Teams an.

Vorschau

Anschauungsunterricht dafür, wie man die Bayern in die Bredouille bringt, lieferte die TSG Hoffenheim beim 2:0-Sieg am 9. September. "Hoffenheim hat eine gute Raumaufteilung und spielt ein gutes Pressing", sagt Tedesco, der aus dem Stegreif taktische Details zu der Partie gegen den Meister nennen kann: "Hoffenheim hat gegen München im 5-3-2-System gespielt - mit einer Sechs und zwei Achtern. Mit drei Leuten im Mittelfeld muss man stark verschieben. Man hat brutale Wege, muss teilweise 20 Meter im Sprint absolvieren, um die Außenverteidiger der Bayern unter Druck zu setzen. Das ist nicht frei von Risiko."

Platz 1?

Vom Reiz der Spitzenposition will Schalke derweil nichts wissen. Der ständige Gedanke an die verlockende Momentaufnahme könnte die Spieler "ablenken", weiß Tedesco. Wenn er das Thema Tabellenführung als eine Art Zusatzmotivation bewusst in den Köpfen seines Personals verankern würde, könnte das dazu führen, "dass wir viele kleine Schritte vergessen", sagt der Trainer. "Deshalb wollen wir uns auf die Aufgaben und Herausforderungen konzentrieren, die uns bevorstehen."

Personell braucht sich Tedesco keine Sorgen zu machen. Bis auf Alessandro Schöpf, der wegen Rückenproblemen "definitiv ausfallen wird", sind alle Spieler einsatzbereit.

Toni Lieto