Bundesliga

Wende beim VfB Stuttgart? Matarazzos Ruhe als Trumpfkarte

VfB: Hütter und Hoeneß auf dem Zettel

Wende? Matarazzos Ruhe als Trumpfkarte

VfB-Chefcoach Pellegrino Matarazzo hat ein dickes Fell.

VfB-Chefcoach Pellegrino Matarazzo hat ein dickes Fell. IMAGO/Pressefoto Baumann

Denn bis dato gelang dem VfB in der Bundesliga noch kein Sieg gegen Union, drei Unentschieden und eine Niederlage stehen zu Buche. Schlechte Erinnerungen hat man an die Hauptstädter auch mit Blick auf die Relegation 2019, die den dritten Abstieg des VfB aus der Beletage bedeutete. Etwas mehr als ein halbes Jahr später übernahm Matarazzo im Januar 2020. Auch in einer schwierigen Situation, als Tabellendritter der 2. Liga. Nicht minder angespannt war die Lage, als der 44-Jährige dann im Mai erstmals seinen Vertrag im Ländle verlängerte. Soll heißen: Matarazzo hat ein dickes Fell, er hat schon so manche Krise mit dem VfB gemeistert, auch vergangene Saison im Abstiegskampf, als die Rettung in letzter Sekunde gelang. Der Italo-Amerikaner ist in der Tat ein in sich ruhender Zeitgenosse, es wirkt, als könne den einstigen Verteidiger kaum etwas aus der Ruhe bringen.

Schicksalsspiele für Matarazzo

Das sind nicht die schlechtesten Vorzeichen, um auch diese Krise zu meistern. Die Aufeinandertreffen mit Union (Sonntag, 19.30 Uhr, LIVE! bei kicker) und am nächsten Samstag mit dem VfL Bochum (15.30 Uhr) werden zu Schicksalsspielen für den Coach. Dass man sich für den Fall eines Scheiterns nach kicker-Informationen mit den Namen möglicher Nachfolger, explizit Adi Hütter und Sebastian Hoeneß, beschäftigt, ist letztlich bei allem Vertrauen in den aktuellen Trainer nur professionell. Trotz der prekären Lage erwartet niemand von Matarazzo einen Sieg gegen Überraschungsspitzenreiter Union. Bezogen auf die Partie gegen Bochum sieht das schon anders aus.

Startelfdebüt für Zagadou?

Immerhin: Borna Sosa dürfte am Sonntag zurückkehren, seinen Offensivdrang auf der linken Seite vermissten die Schwaben zuletzt heftig. Gut möglich auch, dass der erst kürzlich verpflichtete Dan-Axel Zagadou sein Startelfdebüt in der Dreierkette feiert. Überhaupt scheinen Umbauten unausweichlich, speziell in der Zentrale, wo sich Atakan Karazor zuletzt zu viele Leichtsinnigkeiten erlaubte.

Und auch offensiv besteht Handlungsbedarf, allein: Formschwächen diverser Angreifer erschweren Matarazzo finale Entscheidungen. Beirren lassen wird sich der VfB-Trainer von der Drucksituation gewiss nicht, dafür ruht er - im positiven Sinne - viel zu sehr in sich, das kann ein Trumpf sein in dieser Lage.

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Kuriosität am Rande vor dem richtungsweisenden Duell: Nur zwei Trainer sind derzeit in der Bundesliga länger im Amt als der Stuttgarter, Freiburgs Christian Streich und Urs Fischer - der ausgerechnet beim 1. FC Union auf der Bank sitzt, gegen den Matarazzos Team die Wende schaffen will.

Benni Hofmann