Bundesliga

Weinzierls Plan: So geht er die Rettungsmission beim FC Augsburg an

Trainer will zurück zur Augsburger Identität

Weinzierls Plan: So geht er die Rettungsmission beim FCA an

Markus Weinzierl schwört das Team des FC Augsburg auf den Abstiegskampf ein.

Markus Weinzierl schwört das Team des FC Augsburg auf den Abstiegskampf ein. imago images

Markus Weinzierl wirkte gut vorbereitet auf seine Aufgabe. "Ich habe alle Spiele gesehen, weil mich der Verein, die Mannschaft interessiert", berichtete der Trainer-Rückkehrer bei seiner Vorstellung am Dienstag. Seine Erkenntnis machte noch einmal deutlich, wie weit sich der FCA unter Heiko Herrlich von dem entfernte, was ihn einmal ausgemacht hatte. "Mir ist so ein bisschen die Identität verloren gegangen, wie ich sie kenne", stellte Weinzierl fest.

Als Auswärtsgegner, im Oktober 2016 mit Schalke (1:1) und im April 2019 mit Stuttgart (0:6), habe er "jedes Mal Riesenrespekt" vor dem Auftreten des FCA gehabt. Doch das, was ihm damals Respekt einflößte, habe er in den zurückliegenden Wochen vermisst. "Die Mannschaft hat zu viel reagiert, sie hat nicht diese Aggressivität, diesen Mut an den Tag gelegt, für den sie bekannt ist", bemängelte der 46-Jährige. Er sei "immer ein Freund davon, aus eigener Stärke zu agieren".

Es war immer die größte Stärke des FC Augsburg, geradlinig zu Kontern, in den Rücken des Gegners zu kommen.

Markus Weinzierl

Diese Stärke gelte es herauszukehren, um "die eigene Identität zu finden". Und zwar: "Aggressiv und mutig zu sein, Spaß am Zweikampf zu entwickeln, ein ekliger Gegner zu sein, unangenehm. Das habe ich vermisst." Diese Einstellung und Mentalität will Weinzierl bei den Profis wieder erzeugen. Ohne Fans im Stadion müsse man "von innen heraus dieses Feuer entfachen" durch "mehr Lautstärke, mehr Kommandos, mehr Eigenverantwortung auf jeder Position".

Besondere Bedeutung für Weinzierls Spielidee, die den FCA 2016 in der Europa League bis nach Liverpool führte, haben die Umschaltmomente: "Es war immer die größte Stärke des FC Augsburg, geradlinig zu Kontern, in den Rücken des Gegners zu kommen. An diese Stärken werde ich die Spieler erinnern und versuchen, das rauszukitzeln. Ich hoffe, dass es schnell geht, weil viel Zeit haben wir nicht."

Dabei gehe es auch "um die gemeinsame defensive Idee, das gemeinsame Anlaufverhalten, das Ansprinten, um die Zweikämpfe zu suchen, dem Gegner wehzutun und die Bälle zu erobern". Der Kader biete mit Spielern wie André Hahn, Ruben Vargas, Daniel Caligiuri oder Florian Niederlechner "unheimliche Qualitäten" für das Umschaltspiel. "Das sind Top-Konterstürmer, die man nur einsetzen kann, wenn man auch kontert. Dafür brauchst du die Balleroberung, das wird ein wichtiger Ansatzpunkt sein", erläuterte Weinzierl.

Langfristiges Ziel: "Spielerische Weiterentwicklung"

Es gehe nun kurzfristig darum, den richtigen Weg zu finden, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Als langfristiges Ziel nennt Weinzierl eine "spielerische Weiterentwicklung", die unter Herrlich ebenfalls ausgeblieben war. "Ich habe mir viele Videos von 2016 angesehen, das war über Jahre entwickelt und sehr gut. Aber das ist ein langwieriger Prozess", meinte Weinzierl. Um diesen angehen zu können, muss er zunächst die Rettungsmission erfolgreich bewältigen.

David Bernreuther

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