Bundesliga

Uwe Seeler: "Es ist armselig"

Seeler-Enkel Öztunali geht nach Leverkusen

Uwe Seeler: "Es ist armselig"

Nimmt seinen Enkel in Schutz: Uwe Seeler

Nimmt seinen Enkel in Schutz: Uwe Seeler picture-alliance

Einen Tag nach der Bekanntgabe des Wechsels seines Enkels Levin Öztunali zu Bayer Leverkusen hat HSV-Ikone Uwe Seeler heftige Kritik geübt: "Es ist armselig, was mit meinem Enkel passiert ist. Die ganze Sache hat nichts mit Geld zu tun. Ich kenne die Hintergründe. Beim HSV reagiert man oft viel zu spät. Ich stehe voll und ganz hinter Levins Entscheidung. Sie ist reiflich überlegt".

Der Hamburger Ehrenbürger und DFB-Ehrenspielführer griff vor allem Sportchef Frank Arnesen an. "Der Sportchef sollte sich gut überlegen, was er so von sich gibt." Arnesen wird der Ausspruch zugeschrieben, es läge an Öztunali, ob er sich für die Ausbildung und Familie oder fürs Geld entscheide. Das brachte den einstigen HSV-Präsidenten schließlich auf die Palme. Arnesen selbst äußerte sich am Tag nach der bekanntgabe des Wechsels beschwichtigender. Gegenüber dem TV-Sender Sky betonte er: "Wir haben fünf andere große Spieler, die zu uns kommen. ...Du kannst nicht alle Kämpfe gewinnen und den um Levin haben wir verloren. Wenn er nach Leverkusen gehen will, dann ist das seine Wahl. Ich bin nicht enttäuscht, weil wir ihm eine Perspektive geboten haben. Und es war seine Entscheidung. Wenn wir das nicht getan hätten, wäre ich enttäuscht gewesen."

Spielersteckbrief Öztunali
Öztunali

Öztunali Levin

Spielersteckbrief Tah
Tah

Tah Jonathan

Bayer 04 Leverkusen - Vereinsdaten
Bayer 04 Leverkusen

Gründungsdatum

01.07.1904

Vereinsfarben

Rot-Weiß-Schwarz

Hamburger SV - Vereinsdaten
Hamburger SV

Gründungsdatum

29.09.1887

Vereinsfarben

Blau-Weiß-Schwarz

Wirbel um Öztunali - Seeler-Enkel verlässt den HSV

"Wir sind sehr froh, ein solch herausragendes Talent langfristig für uns gewinnen zu können. Levin hat tolle fußballerische Perspektiven", erklärte Sportdirektor Rudi Völler zu der Verpflichtung des talentierten Mittelfeldspielers, der beispielsweise auch vom FC Bayern umworben wurde und in Leverkusen nun einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018 bekommt. Öztunali selbst sieht für sich gute Perspektiven, beim derzeitigen Bundesliga-Zweiten den Durchbruch zu schaffen: "Bei Bayer 04 Leverkusen haben schon viele junge deutsche Spieler ihre Karriere gestartet. Ich habe ein sehr gutes Gefühl bei meiner Entscheidung."

Trägt die HSV-Raute nicht mehr lange: Levin Öztunali hat sich für Leverkusen entschieden.

Trägt die HSV-Raute nicht mehr lange: Levin Öztunali hat sich für Leverkusen entschieden. imago

Das gute Gefühl teilt man naturgemäß in Hamburg nicht. Schon auf der Jahreshauptversammlung im Januar hatte Sportdirektor Frank Arnesen erklärt, dass die Vertragsgespräche mit den Top-Talenten Jonathan Tah und Öztunali auf seiner Agenda ganz oben stünden. Bei Tah konnte Arnesen zwischenzeitlich Erfolg vermelden: Der Kapitän der deutschen U 17 bleibt trotz Interesse von unter anderem Manchester United und dem FC Arsenal beim HSV, bekommt einen Vertrag bis 2016 und wird schon ab dem Sommer mit den Profis trainieren. Im Fall Öztunali zogen die Argumente des Dänen allerdings nicht. Auch die Tatsache, dass sich Trainer Thorsten Fink persönlich um ihn bemühte und eine kurzfristige Perspektive im Profikader aufzeigte, konnte den Sohn von HSV-Scout Mete Öztunali und Uwe Seelers Tochter Frauke nicht zum Bleiben bewegen.

In Leverkusen die besseren Chancen auf den Durchbruch?

Möglicherweise haben Öztunali die Negativbeispiele der Vergangenheit abgeschreckt, denn zuletzt gelang kaum einem Spieler aus dem Nachwuchsbereich dauerhaft der Sprung in die erste Mannschaft. Heung-Min Son und der selten eingesetzte Zhi-Gin Lam bilden hier die Ausnahme.

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Bessere Aussichten also in Leverkusen? "Er sieht bei uns die realistische Chance, sich auf hohem Niveau beweisen zu können", erklärte Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und führt zwei Positivbeispiele an: "Gestandene Bundesliga-Spieler wie Gonzalo Castro oder Stefan Reinartz stehen stellvertretend dafür, dass unsere Jugendarbeit diese Chance tatsächlich auch ermöglicht." Ein anderes großes deutsches Talent hatte sich erst vor Kurzem anders entschieden: Der 17-jährige Marian Sarr verließ Bayer Leverkusen, obwohl er bereits fest in der U 23 integriert war, und schloss sich Borussia Dortmund an.

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