Bundesliga

Uphoff kriegt die nächste Chance: "Es gibt keinen ehrgeizigeren Spieler"

Streich gibt dem SC-Ersatzkeeper eine Einsatzgarantie

Uphoff kriegt die nächste Chance: "Es gibt keinen ehrgeizigeren Spieler"

Erhält Rückendeckung vom Trainer: Freiburgs Ersatzkeeper Benjamin Uphoff.

Erhält Rückendeckung vom Trainer: Freiburgs Ersatzkeeper Benjamin Uphoff. imago images/Beautiful Sports

"Er steht im Tor, das ist klar", sagte Streich in der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel über Uphoff. Nach dem missglückten Bundesliga-Debüt des 28-Jährigen gegen Bielefeld, bei dem er bei beiden Gegentoren unglücklich agierte, stellte sich der SC-Coach hinter ihn. "Er macht einen guten Eindruck, keinen verkrampften", berichtete er. Torwarttrainer Andreas Kronenberg habe das Spiel in einer Videoanalyse mit ihm aufgearbeitet, "und mit ihm gesprochen, ich habe auch kurz mit ihm gesprochen". Der 56-Jährige nahm Uphoff wie schon direkt nach der Partie in Schutz. Es sei das Los des Ersatzkeepers, "dass du keinen Rhythmus hast, dass alle auf dich schauen und du natürlich einen höheren Druck hast als ein Torwart der weiß, wenn er mal einen Fehler macht, spielt er nächstes Mal auch wieder".

Uphoff war im Pokal "der entscheidende Faktor"

Diesen Status hat beim Sport-Club in dieser Saison Mark Flekken, dem bislang jedoch keine gravierenden Fehler unterlaufen sind. Nicht nur deshalb wurde er in der großen kicker-Leserumfrage zum besten Torwart der Liga gekürt. Jetzt fehlt der Niederländer zum zweiten Mal in Folge wegen einer Corona-Infektion. Im Training würde man sehen, "dass er ein richtig guter Torwart ist", sagte Streich über Stellvertreter Uphoff, der wenig Wettkampfpraxis hatte, seit er vor anderthalb Jahren vom Karlsruher SC nach Freiburg wechselte. Abgesehen von Testspielen hat er fünf Pflichtspiele für den Sport-Club gemacht, drei davon in dieser Saison: jeweils eins in Bundesliga (kicker-Note 5), 3. Liga (4,5) und im DFB-Pokal (1,5). Erfolgreich war nur sein Einsatz im Pokal in Osnabrück, wo er im Elfmeterschießen glänzte. "Er war der entscheidende Faktor, dass wir weiter gekommen sind", betonte Streich.

Streich: "Er regt sich immer auf, wenn er ein Trainingsspiel verliert oder ein Tor kriegt"

Nach Einschätzung des SC-Trainers hat sich Uphoff "total verbessert, seit er hier ist", außerdem lobte er den "hochloyalen Torwart und Mitspieler" auch für seine grundsätzliche Einstellung: "Es gibt in der Mannschaft keinen ehrgeizigeren Spieler als ihn, er ist in jedem Trainingsspiel zu hundert Prozent ehrgeizig, er regt sich immer auf, wenn er ein Trainingsspiel verliert oder ein Tor kriegt." Dazu sei er auch sehr fleißig, komme als einer der ersten zum Training, und gehe als einer der letzten.

Die fehlende Spielpraxis kann das allerdings nicht ausgleichen. Die könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass Keven Schlotterbeck seinen Bruder Nico gegen Bielefeld nicht adäquat ersetzen konnte. Ein verunglückter Querpass in der Anfangsphase und "der Druck, unbedingt ein gutes Spiel machen zu wollen", dürften laut Streich ebenfalls dazu beigetragen haben, dass er nicht so überzeugen konnte wie noch vor Weihnachten neben seinem Bruder im Auswärtsspiel bei seinem Ex-Klub Union Berlin. Dem Innenverteidiger gab Streich für heute Abend keine Einsatzgarantie - wie bei Uphoff.

Daniela Frahm

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