Bundesliga

Union Berlins Trainer Fischer geht plötzlich in die Europa-Offensive

Angenehme Erinnerungen an den VfB Stuttgart

Trainer Fischer geht plötzlich in die Europa-Offensive

Trainer Urs Fischer möchte mit Union Berlin gerne nach Europa.

Trainer Urs Fischer möchte mit Union Berlin gerne nach Europa. imago images

Wenn Urs Fischer in den vergangenen Monaten auf die Europapokal-Chancen des 1. FC Union Berlin angesprochen wurde, packte der Fußball-Lehrer in verbaler Hinsicht gern den Schweizer Riegel aus. Ende November 2020, als sich Union bereits in der oberen Tabellenhälfte eingenistet hatte, ließ er jegliche internationale Träumereien nicht an sich heran. "Es ist doof und dumm, über Europa nachzudenken. Ziel bleibt der Klassenerhalt. Wenn wir dies erreicht haben, können wir uns über eine andere Zielsetzung Gedanken machen", erklärte Fischer seinerzeit.

Fischers Trendwende

Nachdem er selbst nach dem 1:1 bei Bayern München am vergangenen Wochenende hinsichtlich des Klassenerhalts sich immer noch sehr vorsichtig äußerte, gab es nun offensichtlich eine Trendwende.

Auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Sonnabend (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen den VfB Stuttgart ging Fischer in die Europa-Offensive. "Wir wollen bis zum Schluss kämpfen, um so viele Punkte wie möglich zu holen, um da oben zu bleiben. Dann ist es logisch, dass man entsprechend auch die Plätze angreifen will, die zum internationalen Geschäft führen", sagte Fischer. "Natürlich ist das ein wichtiges Spiel, weil Stuttgart einen Punkt weniger hat. Wir wollen versuchen, unser Heimspiel zu gewinnen, um bis zum Ende ein Wörtchen mitzureden."

Wenn alles perfekt läuft, kann sich Union für die Europa League qualifizieren. Im Fall eines Dortmunder oder Leipziger DFB-Pokalsieges würde aber auch schon der aktuelle Rang sieben reichen, um an zwei Play-off-Spielen zur Europa Conference League teilzunehmen.

Fischer: "Wir werden alles versuchen"

Was beispielsweise im letzteren Fall für Borussia Mönchengladbach sicher eher ein Trostpflaster wäre, dürfte in Köpenick Begeisterungsstürme auslösen. Die Messlatte legte Fischer sechs Runden vor Schluss höher: "Der Ansporn, sich fürs internationale Geschäft zu qualifizieren, ist da. Wir werden alles versuchen."

Dreimal gegen den VfB, dreimal unentschieden

In den bisherigen Pflichtspielen gegen die auswärtsstarken Stuttgarter gab es allerdings noch keinen Sieger. In der Relegation zur 1. Bundesliga 2019 gab es in Stuttgart ein 2:2 und in Berlin ein 0:0, das Union zum umjubelten Aufstieg reichte. Im Hinkampf dieser Saison verspielte Union eine 2:0-Führung in Stuttgart. Am Ende hieß es 2:2.

Kapitän Christopher Trimmel wird trotz seines Nasenbeinbruchs in der Partie bei den Bayern zur Verfügung stehen. Zumindest machte die Carbon-Maske beim Training am Donnerstag keine Probleme. Die Mannschaft, die gegen den VfB vermutlich wieder auf eine Abwehr-Dreierkette umstellen wird, muss jedoch weiterhin auf ein Offensivquartett verzichten. Sheraldo Becker (Sprunggelenksverletzung), Leon Dajaku (Bänderverletzung am Sprunggelenk), Taiwo Awoniyi (Oberschenkelverletzung) und Anthony Ujah (Knieverletzung) brauchen noch Geduld bis zu ihrem Comeback.

Matthias Koch