Bundesliga

Hertha-BSC-Torwarttrainer Petry: "Solange du Vorgesetzte hast..."

Hertha: Spielt nun auch Kalou wieder eine Rolle?

Torwarttrainer Petry: "Solange du Vorgesetzte hast..."

Zsolt Petry trainierte am Mittwoch wieder mit Thomas Kraft und Stammkeeper Rune Jarstein (r.).

Zsolt Petry trainierte am Mittwoch wieder mit Thomas Kraft und Stammkeeper Rune Jarstein (r.). imago images

Etwa eineinhalb Stunden dauerte die Einheit, im Zuge derer Nouri, der die Mannschaft am Samstag beim wegeweisenden Ligaspiel beim SC Paderborn (15.30 Uhr, LIVE! auf kicker) betreuen wird, überwiegend Spielformen trainieren ließ. Mit dabei war auch Salomon Kalou, der nach seiner vorübergehenden Ausbootung aus dem Teamtraining bereits am vergangenen Mittwoch in den Kreis der Mannschaft zurückgekehrt war.

Kalou: Wechsel in die MLS nicht vom Tisch

Der 34 Jahre alte Angreifer, der in der laufenden Saison lediglich auf fünf Einsätze kommt (einmal Startelf) und seit Jahresbeginn aussortiert war, zeigte sich von Klinsmanns Demission "überrascht wie alle". Inwieweit Kalou, bei dem ein Wechsel in die US-nordamerikanische Major League Soccer nach wie vor nicht im Tisch ist, nun wieder eine Rolle bei Hertha spielt, ist offen.

"Ich werde jetzt weiter trainieren, und dann werden wir sehen, was passiert", sagt er, "ich kann mich nur anbieten". Zu Klinsmann habe er trotz des Umstands, dass er unter dem Weltmeister von 1990 keine Rolle spielte, ein normales Verhältnis gehabt, ergänzt der Champions-League-Sieger von 2012, "wie es zwischen Trainer und Spieler üblich ist".

Während Kalou bereits in der vergangenen Woche wieder mit dem Bundesliga-Team von Hertha trainiert hatte, stand Zsolt Petry am Mittwoch erstmals seit Ende November wieder mit den Profis auf dem Platz, nachdem Hertha am Morgen seine Rückkehr zum Bundesliga-Team verkündet hatte. Klinsmann hatte den verdienten Torwart-Trainer, den vor allem Stammkeeper Rune Jarstein als seinen Vertrauten bezeichnet, bei seiner Amtsübernahme ausgebootet.

Petry, seit 2015 bei Hertha, hatte zuletzt seit Ende Januar bei Herthas U 17 als Torwarttrainer gewirkt. Nun ist er also wieder zurück, und dieses Szenario bereitete dem 53 Jahre alten Ex-Keeper (u.a. Honved Budapest, KAA Gent, Genclerbirligi Ankara, RSC Chaleroi, Feyenoord Rotterdam, Eintracht Frankfurt) sichtbar Freude. "Ich fühle mich sehr gut", sagte Petry nach dem Ende der Vormittagseinheit, bei der er wie gewohnt mit Jarstein und dessen Vertretern Thomas Kraft und Dennis Smarsch gearbeitet hatte.

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"Es war sehr gut, die Jungs wiederzusehen und wieder zusammen mit ihnen zu trainieren, nachdem wir das viereinhalb Jahre zusammen gemacht hatten." Die vergangenen zweieinhalb Monate, in denen er ausgebootet war, betrachtet der Ungar in der Rückschau entspannt: "Das ist Vergangenheit. Ich glaube, das passiert mal in einer Trainerkarriere. So lange du Vorgesetzte hast, musst du immer damit rechnen, dass du mal von deinem Job entfernt wirst. Das ist halt so. Jürgen hat sich für einen anderen Kollegen entschieden. Das muss man akzeptieren und respektieren."

Die Stimmung in der Mannschaft findet der erfahrene Torwart-Trainer auch nach der unerwarteten Veränderung in Ordnung. "Die Profis dürfen sich nicht immer davon abhängig machen, wer da vorne steht", sagt Petry, "sie sind gut beraten, wenn sie ihre eigene Arbeit machen. So kam die Mannschaft auch rüber. Da war keine Katerstimmung, aber auch keine Euphorie."

Auch für Petry selbst war Klinsmanns Rücktritt eine große Überraschung, wie er zugibt. "Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet", sagt er, "ich habe gedacht, dass ab Sommer vielleicht eine Möglichkeit kommt zurückzukommen". Darüber hinaus habe es Anzeichen gegeben, dass er und Klinsmann sich zu einer Aussprache treffen könnten "über das, was zwischen uns lag", so Petry weiter, "aber zum Gespräch ist es nicht gekommen". Dafür zum Comeback des Torwart-Trainers.

Andreas Hunzinger

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