Bundesliga

Freiburgs Streich: "Mainz wird um den Europapokal spielen"

Freiburg: "Spezielle Herausforderung" - Ähnlichkeiten mit Union Berlin

Streich adelt Svensson: "Mainz wird um den Europapokal mitspielen"

Freiburgs Chefcoach Christian Streich (li.) mit seinem Mainzer Pendant Bo Svensson.

Freiburgs Chefcoach Christian Streich (li.) mit seinem Mainzer Pendant Bo Svensson. imago images/Ulrich Hufnagel

Über mehrere Minuten geriet Streich im Mediengespräch am Donnerstag regelrecht ins Schwärmen: "Mainz ist in puncto Aggressivität, Zweikampfverhalten und Pressing eine der besten Mannschaften in der Bundesliga." Der starke Saisonstart der Rheinhessen mit neun Punkten nach vier Partien kommt für den SC-Coach alles andere als überraschend - im Gegenteil.

Streich: "Das ist richtig Theater auf dem Platz"

"Ich habe schon bevor der erste Ball in dieser Saison gerollt ist, gesagt, dass ich davon überzeugt bin, dass Mainz diesmal um die Plätze für den Europapokal spielen wird", verriet Streich seine intern geäußerte, bemerkenswerte Prognose und erklärte die Gründe dafür: "Seit Bo Svensson da ist, agieren sie herausragend aggressiv, sind gewillt, sich in jedem Spiel zu quälen und setzen damit den Gegner extrem unter Druck und beackern ihn. Da sind sie mit die Besten in der Bundesliga - und Fußball spielen können sie auch. Das ist richtig Theater auf dem Platz."

Streich: "Davor kann man nur den Hut ziehen"

Der Däne habe zwar ein paar personelle und taktische Veränderungen vorgenommen, es aber vor allem geschafft, "dass seine Spieler in jeder Partie unter Feuer stehen und bereit sind, jeden Meter zu sprinten. Das Woche für Woche hinzukriegen, ist außergewöhnlich. Davor kann man nur den Hut ziehen", adelte der mit Abstand dienstälteste und mit 56 Jahren inzwischen auch älteste Bundesligatrainer seinen 14 Jahre jüngeren Kollegen.

Dieser steht mit Mainz derzeit tatsächlich auf Champions-League-Rang vier, und der Sport-Club rangiert als Fünfter direkt dahinter. Das ergibt: das Topspiel des Spieltags. Nach vier Partien ist das natürlich nur eine tabellarische Spielerei, die Streich zu so einem frühen Zeitpunkt erst recht nicht interessiert. Dennoch spricht er von einer "tollen und speziellen Herausforderung" für seine Mannschaft. Streich sei extrem gespannt darauf, ob seine Profis, aber auch er und das gesamte Trainerteam am Samstag das Mainzer Energielevel erreichen, "um gemeinsam bestehen zu können".

Streich: "Wir hatten Probleme gegen diese Mannschaften"

Der Mainzer Spielstil ähnele in Teilen dem von Union Berlin, findet Streich: "Die spielen anders als wir, viel körperlicher, nochmal aggressiver." Eine Gangart, mit der der SC in der jüngsten Vergangenheit öfter nicht so gut zurechtkam. "Wir hatten Probleme gegen diese Mannschaften, ganz viele andere aber auch, deshalb sind sie so erfolgreich. Wir waren also gar nicht so schlecht." Nun gehe es für die Breisgauer jedoch darum, besser damit umzugehen: "Wir messen uns total gerne mit solchen Mannschaften. Wir möchten mit unseren Mitteln und unserer Identität versuchen, so zu spielen, dass wir am Ende vielleicht sogar erfolgreich sein können, wenn vieles zusammenkommt."

Streich: "Dann werden sie uns erdrücken"

Neben dem Fokus auf die eigenen Stärken ist es laut Streich jedoch unabdingbar, den Mainzern in ihrem Kernelementen Paroli zu bieten: "Restverteidigung, wach sein, gegen den Ball sofort anlaufen bis die Luge brennt und den Mut haben, sich körperlich dagegenzustemmen." Und wenn das nicht gelingen sollte? "Dann werden sie uns erdrücken."

"Auf eigener Kraft": Warum Mainz und Freiburg aktuell wieder mehr Gemeinsamkeiten aufweisen als zuletzt und in welchen Bereichen beide Klubs Stärke aus sich selbst heraus generieren - lesen Sie die große Story dazu im aktuellen kicker (Donnerstagsausgabe - oder hier im E-Magazine)

Carsten Schröter-Lorenz

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