Bundesliga

Schwarz: "Das war schon außergewöhnlich in Mainz"

Ehemaliger Mainz-Coach bei "kicker meets DAZN"

Schwarz: "Das war schon außergewöhnlich in Mainz"

Sandro Schwarz lief in seiner aktiven Zeit 168-mal in der 2. Bundesliga für Mainz 05, Rot-Weiss Essen und den SV Wehen Wiesbaden auf.

Sandro Schwarz lief in seiner aktiven Zeit 168-mal in der 2. Bundesliga für Mainz 05, Rot-Weiss Essen und den SV Wehen Wiesbaden auf. imago images

Am vergangenen Wochenende hat Schwarz sein erstes Spiel als Trainer von Dynamo Moskau verloren. Beim FK Rostow kassierten die Hauptstädter eine 1:4-Niederlage - den Gesamteindruck von seinem neuen Job und seiner neuen Heimat konnte die Schlappe allerdings nicht trüben. "Was das Fußballerische angeht, gibt es eine sehr gute Ausbildung hier", betont der gebürtige Mainzer in der neuen Folge des KMD-Podcasts. "Es ist eine enorme fußballerische Qualität vorhanden, bei den Topteams auch eine individuelle Qualität." Umso zufriedener dürfte Schwarz auf seine bisherige Amtszeit zurückblicken.

In fünf Spielen gewann er drei, das emotionale Derby gegen das von Domenico Tedesco trainierte Spartak Moskau endete 1:1. "Es ist genau das", sagt der 42-Jährige über seinen neuen Klub, "was ich mir für meinen nächsten Step vorgestellt habe", nachdem er im November 2019 bei Mainz 05 beurlaubt worden war.

Wolfgang Frank hat uns vermittelt, mit wenig Talent viel zu erreichen. Er war herausragend, wie er Menschen geführt hat, seine taktischen Ideen vermittelt hat.

Sandro Schwarz über seinen ehemaligen Mentor

Auf diese Trennung blickt er inzwischen gelassen zurück, auch wenn es "am Ende natürlich eine Enttäuschung" gewesen sei. Schließlich habe er Mainz 05 viel zu verdanken. In seiner Geburtsstadt wurde er Fußballprofi, nach der aktiven Karriere schlug er bei den Mainzern eine Trainer-Laufbahn ein - wie so viele seiner ehemaligen Teamkollegen. Mit Jürgen Klopp spielte er erst noch gemeinsam, wurde später von ihm in der 2. Liga trainiert. Auch Marco Rose (Mönchengladbach), Jürgen Kramny (Eintracht Frankfurt U 19), Torsten Ziegner (zuletzt Halle), Sven Demandt (Frechen, früher u.a. Wiesbaden) oder Adrian Spyrka (Co-Trainer in Mönchengladbach) wählten den Trainer-Beruf.

In Mainz entstand eine Trainerschmiede

Maßgeblich verantwortlich dafür macht Schwarz seinen ehemaligen Mentor Wolfgang Frank, der 2013 im Alter von 62 Jahren verstorben ist. "Wolfgang Frank hat uns vermittelt, mit wenig Talent viel zu erreichen. Er war herausragend, wie er Menschen geführt hat, seine taktischen Ideen vermittelt hat", erinnert er sich. "Auch wer nicht Trainer geworden ist, wurde als Mensch geprägt."

So konnte in Mainz eine wahre Trainerschmiede entstehen, in der auch Thomas Tuchel (PSG) und Martin Schmidt (zuletzt Augsburg) vom Nachwuchs- zum Proficoach gereift sind. Wie Schwarz später selbst. "Das war schon außergewöhnlich in Mainz", sagt er.

Die Sprache ist in Moskau kaum hinderlich

Wolfgang Frank

Früherer Trainer von Mainz 05 und für Trainer wie Sandro Schwarz und Jürgen Klopp prägend: Wolfgang Frank. imago images

Von seinen Erfahrungen profitiert Schwarz nun auch in Russland. Mit seinem neuen Klub und dessen Zielen kann er sich voll identifizieren ("Es fühlt sich gut an"), nicht zuletzt auch dank Zeljko Buvac, den er noch aus gemeinsamen Mainzer Zeiten kennt. Der langjährige Assistent von Jürgen Klopp fungiert inzwischen als Sportdirektor bei Dynamo. "Wir reden viel und sind in sehr gutem Austausch", sagt Schwarz, was sich auch über die Beziehung zu seinen Spielern sagen lässt, trotz Sprachbarriere. "Klar ist: Wenn alle Deutsch oder Englisch sprechen könnten, macht es das natürlich einfacher", sagt er. Dennoch sei der mehrsprachige Trainingsbetrieb reibungslos möglich. Vor den Spielen weiß der ehemalige Bundesliga-Coach seine Ziele ohnehin klar zu vermitteln: "Was die Emotionalität angeht, gehen maximal drei Prozent flöten. Sie müssen dafür nicht jedes Wort Eins-zu-eins verstehen."

In der aktuellen Ausgabe von "kicker meets DAZN" spricht Sandro Schwarz außerdem über die Zeit unmittelbar nach seiner Beurlaubung in Mainz, eine mögliche Rückkehr zu den 05ern, seine ersten Eindrücke und Lebensumstände in Moskau - und über seine WG mit dem heutigen Gladbacher Trainer Marco Rose.

KMD #68 - Martin Harnik
18. Januar 202101:36:02 Stunden

KMD #68 - Martin Harnik

Themen-Dreisprung in der neuen KMD-Folge: Martin Harnik erklärt, warum er statt in der Bundesliga nun lieber in der Oberliga auf Torejagd geht. Kicker-Chefredakteuer Jörg Jakob beleuchtet den Machtkampf beim DFB und nach den Vorfällen beim Freitagsspiel holen sich Alex und Benni eine Einschätzung von Unions-Pressechef Christian Arbeit.

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pau

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