2. Bundesliga

Lienen: "Spielen sonst wieder mit einer U 23"

St. Pauli: Negativserie setzt sich auch gegen Düsseldorf fort

Lienen: "Spielen sonst wieder mit einer U 23"

Hängt mit St. Pauli weiter am Tabellenende fest: Trainer Ewald Lienen.

Hängt mit St. Pauli weiter am Tabellenende fest: Trainer Ewald Lienen. Getty Images

Neun Ligaspiele ohne Sieg, dabei nur ein Zähler aus den vergangenen sieben Partien - St. Pauli steckt tief in der Krise. Sechs Punkte nach 13 Begegnungen markieren zudem einen neuen Tiefpunkt, weder in der 1. noch in der 2. Bundesliga stand der Kiez-Klub zu diesem Zeitpunkt schlechter da. Durch die Niederlage gegen die Fortuna wuchs der Abstand auf Platz 16 auf fünf Zähler an. "Wir sind sehr enttäuscht, das ist klar. Wir hatten uns heute etwas anderes vorgenommen, wir wollten anfangen zu punkten", so Lienen nach der Partie gegenüber dem Fernsehsender "Sky".

"Man hat gesehen, dass wir uns kaum Torchancen erspielen konnten", fasste der Trainer das Spiel zusammen. In der Tat wurden die Hamburger nur in der 48. Minute zwingend gefährlich, als Bouhaddouz mit einem strammen Schuss an Rensing scheiterte, den Abpraller klärte Düsseldorfs umsichtiger Innenverteidiger Akpoguma vor Choi. Lienen: "Wir haben einfach keine Mittel gefunden, um uns Torchancen zu erspielen."

Personelle Probleme begleiten St. Pauli

Beim 0:1 kamen die gegenwärtigen Probleme der Hanseaten vollends zum Vorschein. Die aufgrund der miserablen Tabellensituation gewachsene Verunsicherung paarte sich mit dem Problem, dass einige Akteure, die nach langen Verletzungspausen gerade erst wieder fit geworden waren, noch nicht über die volle Leistungsfähigkeit verfügen.

In diese Kerbe schlug auch Lienen: "Man muss sagen, dass wir viele Spieler heute auf den Platz gestellt haben, die aus Verletzungen gekommen sind. Aber wir müssen sie auf den Platz stellen, damit wir eine Chance haben, eine gestandene Mannschaft zu haben." Er sah auch, dass "diese Leute heute noch nicht in einer Verfassung waren, um einen Gegner wie Düsseldorf vor größere Probleme zu stellen. In der Länderspielpause haben sechs Akteure, die heute auf dem Platz standen, eine Woche nicht trainieren können. Das ist einfach so. Wir müssen diese Leute pushen, wir müssen sie auf den Platz stellen, sonst spielen wir wieder mit einer U 23."

Rettig hofft auf "bessere physische Verfassung"

Der gleichen Meinung ist Sportchef Rettig, der nach der Entlassung von Thomas Meggle dessen Position übernahm. "Wir müssen die Jungs in eine bessere physische Verfassung bekommen, wir hatten viele Verletzte und das geht eben nicht innerhalb einer Woche, das muss man klar sagen." Im Hinblick auf die kommende Aufgabe am Samstag in Heidenheim (13 Uhr, LIVE! auf kicker.de) müsse man schauen, "dass wir in einer besseren Verfassung sind".

Vor dem Hintergrund der Verletzungsmisere war Innenverteidiger Sören Gonther "klar, dass vielleicht in den entscheidenden Aktionen das ein oder andere Korn gefehlt hat. Das ist kein Jammern, aber das ist es, was wir wieder nach und nach aufarbeiten müssen in den paar Tagen bis Heidenheim." Die "letzte Entschlossenheit, die letzte Konsequenz" fehle den Hamburgern derzeit, "vielleicht hilft ein Eigentor, vielleicht hilft der Oberschenkel oder ein anderes Körperteil, damit der Ball über die Linie rollt", hofft Gonther.

Ewald hat den Zugang zur Mannschaft, das weiß ich.

Düsseldorf-Trainer Friedhelm Funkel

Unterstützung erhielt St. Pauli und speziell Lienen am Rande des Düsseldorf-Spiels vom Coach der Gastmannschaft: "Ewald hat diesen Verein, diese Mannschaft vor zwei Jahren die Klasse erhalten, das war eine grandiose Leistung. Sie sind im letzten Jahr Vierter geworden, das war eine noch größere Leistung. Er hat den Zugang zur Mannschaft, das weiß ich. Das weiß auch Andreas Rettig und deshalb ist es für mich keine Überraschung, dass Ewald hier noch lange tätig sein wird", so Friedhelm Funkel.

Beide Trainer verbindet eine lange Zeit im Profifußball: Während Lienen bei 398 Spielen in der 1. und 2. Bundesliga an der Seitenlinie stand, sind es bei Funkel insgesamt 705 Partien. "Ich kenne Ewald ja auch schon seit 40 Jahren. Ihm und Andi Rettig wünsche ich alles Gute. Ab Montag", scherzte Funkel im Vorfeld der Partie.

sha