EM

Italien? "Eine Mischung aus Barça und Atletico"

Weltmeister Xavi hadert mit spanischem Schicksal

Italien? "Eine Mischung aus Barça und Atletico"

Haben einen "schweren Fehler" begangen: Sergio Ramos und seine Spanier.

Haben einen "schweren Fehler" begangen: Sergio Ramos und seine Spanier. Getty Images

Die Stimmung im spanischen Lager nach der völlig unnötigen Pleite gegen Kroatien (1:2) war mies. "David de Gea ging's richtig dreckig, Sergio Ramos auch", gestand Nolito am Donnerstagabend ein. Kapitän Sergio Ramos hatte die große Chance vom Elfmeterpunkt liegen lassen, Schlussmann de Gea machte beim späten Gegentreffer keine besonders glückliche Figur. Die wenigen unkonzentrierten Minuten von "La Roja" bei dieser EM kamen der Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque teuer zu stehen.

Denn im Achtelfinale wartet mit Italien nun einer der härtesten Brocken im verbliebenen Teilnehmerfeld. "Was Philosophie, Charakter und Wettbewerbsfähigkeit angeht, glaube ich, dass Italien der unangenehmste Gegner für Spanien ist", erklärte Xavi in der Freitagsausgabe der italienischen "Gazzetta dello Sport". Der 133-malige spanische Ex-Nationalspieler beschreibt die "Squadra Azzurra" kurz und prägnant: "Spanien hat Italien schon immer gefürchtet", so der Europameister von 2008 und 2012, der mit seinem Heimatland im Finale der EM 2012 mit 4:0 gegen Italien gewonnen hatte.

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Wir scheinen das Schicksal zu haben, immer wieder aufeinander zu treffen. Zum Unglück beider.

Ex-Kapitän Xavi über das "ewige Duell"

"Wir scheinen das Schicksal zu haben, immer wieder aufeinander zu treffen. Zum Unglück beider", führte Xavi weiter aus. Diesmal allerdings zum falschen Zeitpunkt, beide Teams seien doch Kandidaten für ein "großes Finale". Was die Italiener so gefährlich macht? "Italien ist eine Mischung aus Barça und Atletico", weiß Xavi um die Qualitäten der Conte-Elf.

Dunkle Erinnerungen an Niederlande und Chile

Hat so seine Erfahrungen mit dem 3-5-2 gemacht: Xavi (l., gegen die Niederlande bei der WM 2014).

Hat so seine Erfahrungen mit dem 3-5-2 gemacht: Xavi (l., gegen die Niederlande bei der WM 2014). Getty Images

Schaudern lässt den 36-Jährigen besonders das System, das die Italiener praktizieren: "Chile und Niederlande haben gegen uns bei der WM 2014 auch im 3-5-2 gespielt - und wir sind daran zerbrochen." Das 1:5 gegen die Elftal und auch das 0:2 gegen Chile sind im spanischen Gedächtnis hängen geblieben. Vor allem für Mannschaften, die "hoch pressen wollen", sei es zuweilen fatal.

Enden soll die Reise am Montagabend (18 Uhr, LIVE! bei kicker.de) deswegen freilich noch nicht. Für del Bosque gilt es aber auch, den Spagat zu schaffen: alte Wunden lecken, neue Reize setzen. "Keiner hatte gedacht, dass wir verlieren - wir selbst am wenigsten", gab Rechtsverteidiger Juanfran ehrlich zu. Der Defensivspezialist von Atletico Madrid aber sieht darin auch Gutes: "Es war eine Niederlage, die uns stärker machen wird."

Ich glaube, dass wenn wir unsere Sache gut machen, sie sich mehr Sorgen machen müssen.

Bruno Soriano über Achtelfinalgegner Italien

Einen Schritt weiter war da schon Bruno Soriano, der zu Protokoll gab: "Es ist richtig, dass wir sie genau studieren müssen. Aber ich glaube, dass wenn wir unsere Sache gut machen, sie sich mehr Sorgen machen müssen." Bei der Informationsbeschaffung, wie die gefürchtete Juventus-Dreierkette um Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini zu knacken sei, säße man ohnehin an der Quelle. Die spanische Sturmhoffnung Alvaro Morata, der bereits drei Turniertore beisteuern konnte, kennt seine Vereinskollegen bestens. "Wenn er uns noch zusätzliche Informationen geben kann, dann sollte man diese immer berücksichtigen und sehen, wie sie uns helfen können", erklärte Bruno Soriano die Vorgehensweise.

Während "La Roja" also den Fokus komplett auf Italien legen wollte, haderte Altmeister Xavi noch immer mit der Niederlage gegen die Kroaten. Der ehemalige Barça-Kapitän sprach diesbezüglich von "einem schweren Fehler". Denn: Sollte man Italien ausschalten können, warten "mit Deutschland, England und Frankreich Mannschaften, die Welt- und Europameisterschaften gewonnen haben". Die Iberer sind aber wohl bestens beraten, einen Fuß vor den anderen zu setzen.

msc

Die Tops und Flops der EM-Vorrunde 2016