Bundesliga

"Ich bitte zu kommen": Van Bommels Appell an die VfL-Fans

Wolfsburg darf voll auslasten, rechnet aber nur mit knapp 11.000 Zuschauern

"Ich bitte, dass alle kommen": Van Bommels Appell an die VfL-Fans

Fordert die Fans auf, den VfL im Stadion zu unterstützen: Mark van Bommel.

Fordert die Fans auf, den VfL im Stadion zu unterstützen: Mark van Bommel. imago images/Sven Simon

30.000 Zuschauer dürften am Samstag dabei sein, wenn der VfL Wolfsburg den noch ungeschlagenen SC Freiburg empfängt (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker), die Volkswagen-Arena wird jedoch voraussichtlich nur zu einem Drittel besetzt sein - zwischen 10.500 und 11.000 Zuschauer werden erwartet. Deswegen startet Trainer Mark van Bommel vorab noch einen Appell an die VfL-Fans: "Ich bitte, dass alle kommen", sagt der Niederländer, der auf das Zusammenspiel zwischen Anhang und Mannschaft setzt. "Man muss es zusammen machen", betont van Bommel: "Trainerteam, Mannschaft, Verein, dazu gehören auch die Fans." Die dem zunehmend verunsichert wirkenden Team Hilfestellung geben könnten. Der Coach setzt auf eine Wechselwirkung: "Wir müssen zeigen, dass wir arbeiten und versuchen, guten Fußball zu spielen. Die Fans müssen uns wieder nach vorne peitschen."

Alte Stärken verschwinden immer mehr

Es ist dringend notwendig angesichts der sportlichen Misere. Seit sieben Pflichtspielen wartet der VfL schon auf einen Sieg, nach drei Ligapleiten am Stück setzte es am Mittwoch in Salzburg (1:3) auch die erste Pleite in der Champions League. Fast noch schlimmer als die Niederlagen ist die Art und Weise, wie das Van-Bommel-Team auftritt. Wenngleich der Trainer selbst auch immer wieder gute Phasen während der zurückliegenden 90 Minuten erkannt haben will, so überwiegen aktuell eindeutig die Defizite - im Defensiv- und Offensivverhalten. Alles, was den VfL in der vergangenen Saison unter Ex-Trainer Oliver Glasner noch ausgezeichnet hat, verflüchtigt sich nach und nach.

Wünschenswert wäre es für den Klub, wenn es sich dabei, wie der 44-Jährige glaubt, tatsächlich um einen Teil des Prozesses handeln würde, den van Bommel seit Sommer vorantreibt. Auch am Freitag betonte er nochmal das, was er schon so häufig gesagt hat: Das Gute, was den VfL unter Glasner noch ausgezeichnet habe, wolle er beibehalten, seine eigenen Ideen füge er hinzu. Nur: Aktuell sind die Intensität und Laufstärke der Wolfsburger Mannschaft dem Ballbesitzplan von van Bommel zum Opfer gefallen, parallel dazu verabschiedeten sich Galligkeit und Gier aus der plötzlich eigenartig satt wirkenden Truppe. Und von erfolgreichen Pressingmomenten und Umschaltaktionen, zwei Merkmalen der Vorsaison, ist kaum noch etwas zu sehen.

"Sie sitzen nicht mit den Köpfen zwischen den Knien in der Kabine."

Mark van Bommel

"Wir kommen da raus", gibt sich van Bommel dennoch überzeugt. Er verweist auf gute Trainingseinheiten seiner Mannschaft, auf selbstkritische Spieler, die moralisch nicht völlig am Boden seien. Oder wie es der Niederländer ausdrückt: "Sie sitzen nicht mit den Köpfen zwischen den Knien in der Kabine."

Jedoch: Von der "Einer-für-alle-und alle-für-einen-Mentalität", die diese Mannschaft, die gegen Freiburg ohne Luca Waldschmidt (muskuläre Probleme) auskommen muss, vor wenigen Monaten noch unangenehm für jeden Gegner gemacht hat, ist derzeit nicht mehr viel geblieben. Nahezu jeder Spieler verzeichnet einen dramatischen Formverlust. Alles weg? Nein, sagt van Bommel. "Es ist nicht weg, nur es muss wieder zurückkommen." Wo auch immer es sich befindet, was den VfL zum Topteam der Liga gemacht hatte.

Thomas Hiete

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