2. Bundesliga

HSV gewinnt beim Hrubesch-Debüt und hofft - Bochum hat Aufstieg vor Augen

2. Liga, 32. Spieltag: Lilien drehen Partie bei 96 - Irrsinn in Aue

HSV gewinnt beim Hrubesch-Debüt und hofft - Bochum hat Aufstieg vor Augen

Der neue Coach Horst Hrubesch bejubelt mit dem HSV den Sieg gegen Nürnberg.

Der neue Coach Horst Hrubesch bejubelt mit dem HSV den Sieg gegen Nürnberg. Getty Images

Beim offiziell letzten Montagabendspiel in der 2. Bundesliga feierte HSV-Legende Horst Hrubesch - Nachfolger von Daniel Thioune - einen starken Einstand. Die Hanseaten beendeten eine Serie von zuletzt fünf sieglosen Spielen mit einem deutlichen 5:2 gegen den 1. FC Nürnberg. Schon zur Pause stand es 3:1 für Hamburg, Kittel und Terodde mit seinem zweiten Tor - seinem 23. Saisontreffer - schraubten das Ergebnis in die Höhe. Rosenlöchers 2:5 war der Endstand und gleichzeitig ein neuer Spieltagstorrekord. Der HSV ist bis auf drei Punkte am Tabellendritten Fürth dran, auf Kiel fehlen zwei Spieltag vor Schluss vier Zähler.

Die Kurve bekommen: Bochum gewann nach Rückstand noch deutlich.

Die Kurve bekommen: Bochum und Robert Zulj gewannen nach Rückstand noch deutlich. In Aue wurde es wild. imago images (2)

2. Bundesliga - 32. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
VfL Bochum VfL Bochum
63
2
Holstein Kiel Holstein Kiel
62
3
SpVgg Greuther Fürth SpVgg Greuther Fürth
58
2. Bundesliga - Torjäger 2020/21
Hamburger SV Terodde Simon
23
SV Darmstadt 98 Dursun Serdar
21
SC Paderborn 07 Srbeny Dennis
16

Beim VfL durfte erstmals Taris Bonga von Beginn an ran, er stand gleich zweimal im Mittelpunkt. Erst leitete der 24-Jährige die erste Chance von Losilla ein (15.), in der 26. Minute ließ er aber auch Beste flanken, woraufhin Albers per Kopf zur Führung für den Jahn traf. Doch der VfL hat ja noch Robert Tesche. Der neue Torjäger vom Dienst traf aus der Distanz fulminant, das fünfte Tor in den vergangenen vier Spielen für den defensiven Mittelfeldspieler (29.). Es kam noch besser für Bochum: Nach Tesches Flanke unterlief Beste ein kurioses Eigentor, der Spitzenreiter hatte die Partie gedreht (38.). Nach Sallers hartem Einsteigen gegen Holtmann war Regensburg nur noch zu zehnt (59.), der Gefoulte schlug nur zwei Minuten später zu - 3:1, die Vorentscheidung. Zulj (78.) beseitigte die letzten Zweifel, Ganvoula markierte per Elfmeter gar noch das 5:1. Dem VfL ist damit der Aufstieg kaum noch zu nehmen.

Sandhausen verliert trotz Tor-Geschenk

Der SV Sandhausen stand im Baden-Württemberg-Duell in Heidenheim unter Zugzwang. Viel war nicht zu erwarten, einem einzigen Sieg standen 14 Niederlagen in der Fremde gegenüber. In einer ausgeglichenen Partie mit wenig Torraumszenen half Keeper Müller mit, den SVS in die Spur zu bringen. Keita-Ruel blockte einen Befreiungsschlag ab und schob zur Führung ein (43.). In der 59. Minute glich der FCH jedoch aus. Buschs Freistoß landete am Lattenkreuz, im Nachsetzen drückte Mainka das Leder über die Linie. Nach Vorlage von Schnatterer war dann auch noch Kleindienst aus 15 Metern erfolgreich, auch weil Diekmeier verletzt raus musste und das Wechselkontingent der Sandhäuser schon ausgeschöpft war (82.). Der SVS kam nicht mehr zurück und musste eine herbe Niederlage im Abstiegskampf quittieren.

Nazarovs Doppelpack nach 222 Sekunden - und ein Endstand von 3:8

Völlig wild ging's beim Spiel Aue gegen Paderborn zu. Nazarov traf kurz nach Anpfiff zur Führung und schnürte nach ganzen 222 Sekunden den Doppelpack. Ein Traumstart, der komplett nach hinten losging: Srbeny traf in der 10. Minute zum 1:2, nach gut einer halben Stunde überwand Michel Aue-Keeper Männel, der aus spitzem Winkel nicht gut aussah. Einen strittigen Handelfmeter verwandelte Führich zum 3:2, und weil Männel sich das Leder nach Schonlaus Kopfball ins eigene Nest legte, ging der SCP sogar mit einem 4:2 in die Pause. Es blieb irre in Aue: Nazarov verkürzte vom Punkt auf 3:4 (56.), doch nach einem groben Abwehrschnitzer war Michel für den SCP zur Stelle, Srbeny stellte auf 6:3 (73.). Aue zerfiel nun völlig, Antwi-Adjei (78.) und Akolo (82.) erhöhten auf 8:3 - in diesem Jahrtausend fielen nie mehr Tore in einem Zweitligaspiel.

Osnabrück schöpft Hoffnung und schickt Würzburg runter

Die Würzburger Kickers müssen nach der 1:3-Niederlage im Kellerduell gegen Osnabrück nach nur einer Saison wieder den Gang in die 3. Liga antreten. In einer umkämpften ersten Hälfte war Osnabrück schon näher dran am ersten Tor als die Hausherren und traf durch Kerk beispielsweise nur den Pfosten. Kurz vor der Pause vergaben die Unterfranken durch Pieringer ihre beste Gelegenheit. Direkt nach dem Wechsel verfehlte Sontheimers Schuss nur um Zentimeter sein Ziel. Dafür schlug der VfL nach einer Ecke zu, Santos köpfte zur Führung ein. Doch per direktem Freistoß (Ronstadt) glichen die Unterfranken aus. Die Hoffnung auf das Wunder wurde schnell im Keim erstickt: Taffertshofer und Reis sorgten in der Schlussphase für klare Verhältnisse. Damit geht es für die Kickers nach nur einem Jahr wieder eine Liga runter, während Osnabrück drei wichtige Zähler im Abstiegskampf verbuchte.

Freud und Leid: Würzburg steigt ab, während Osnabrück wieder hofft

Freud und Leid: Würzburg steigt ab, während Osnabrück wieder hofft. imago images

Fürth lässt Sieg gegen KSC liegen

Fürth patzte im Rennen um den Aufstieg und kam trotz einer guten Vorstellung gegen den Karlsruher SC nicht über ein Remis hinaus. Kaum war die Partie angepfiffen, schon rannten die Mittelfranken einem Rückstand hinterher. Nach einer hohen Hereingabe köpfte Hofmann aus kurzer Distanz zur Führung ein. Die Spielvereinigung ließ sich nicht irritieren und verdiente sich nach einer knappen halben Stunde den Ausgleich. Nielsen traf nach einer Ecke. Die Badener zeigten sich aber abgebrüht in der Offensive und nutzten ihre nächste Chance zur erneuten Führung - Keeper Burchert sah dabei nicht ganz glücklich aus. Via Elfmeter (Hrgota) glichen die Hausherren in der zweiten Hälfte wieder aus. Ein Handelfmeter kurz darauf wurde vom VAR wieder einkassiert. Selbst größte Chancen blieben ungenutzt, sodass es am Ende beim 2:2 blieb.

In Düsseldorf schwindet die Hoffnung

Düsseldorf nutzte die Punkteteilung der Konkurrenz nicht und kam gegen Braunschweig selbst nicht über ein 2:2 hinaus. Die Gäste standen hinten sicher und ließen kaum etwas zu. Doch nach einem unglücklich geführten Zweikampf gab es nur eine Entscheidung: Elfmeter. Kownacki verwandelte trocken zur 1:0-Pausenführung. Die Löwen bissen sich wieder rein und glichen nach dem Wechsel durch Bär aus. Jetzt wurde es richtig munter. Die erneute Düsseldorfer Führung glich Kaufman umgehend zum 2:2 aus. Die Punkteteilung brachte weder die Eintracht im Abstiegskampf noch die Fortuna weiter.

Kiel: Im Stile einer Spitzenmannschaft zum Erfolg gegen St. Pauli

Kiels Doppelpacker Fin Bartels jubelt gegen St. Pauli.

Weiter nicht zu bremsen: Kiels Doppelpacker Fin Bartels jubelt gegen St. Pauli. imago images

Kiel hat im Rennen um den Bundesliga-Aufstieg am Freitagabend eindrucksvoll vorgelegt. Mit dem 2:0 im Nachholspiel gegen Sandhausen hatte Holstein den Hamburger SV überflügelt, mit dem 4:0 gegen St. Pauli Rang drei untermauert. Die Störche hatten im Nordduell allerdings massive Anlaufprobleme, doch die Kiez-Kicker konnten kein Kapital schlagen. Anders die Elf von Ole Werner, die nach 22 Minuten durch Arslan zuschlug und dann im Stile einer Spitzenmannschaft effektiv vor dem Tor agierte (zweimal Bartels, einmal Serra) und hinten nichts mehr zuließ.

Kocaks Abschiedstournee beginnt mit einer Niederlage

In der zweiten Freitagspartie musste sich Hannover 96 trotz Führung dem SV Darmstadt 98 1:2 geschlagen geben. Bei den Niedersachsen begann damit die Abschiedstournee von Trainer Kenan Kocak, dessen Vertrag zum Saisonende aufgelöst wird, mit einer Niederlage.

kon