2. Bundesliga

Fürth gewinnt dank Hammer von Branimir Hrgota

Fürth: Gelungener Start in die Rest-Rückrunde

Hrgota-Hammer: "Das ist Qualität"

Torschützen unter sich: Fürths Branimir Hrgota (l.) und Jamie Leweling.

Torschützen unter sich: Fürths Branimir Hrgota (l.) und Jamie Leweling. imago images

Seit zehn Jahren hatte die Spielvereinigung das erste Spiel nach der Winterpause nicht gewinnen können. Wirklich aufgehellt war die Stimmung in Fürth bei einem Verantwortlichen unmittelbar nach dem Schlusspfiff aber offenbar nicht. "Keine Tore? Scheiß auf die Vorbereitung! Heute haben wir gewonnen", blaffte Rachid Azzouzi aggressiv wie trotzig in Richtung der Journalisten. Der Sportgeschäftführer hatte sich an der Vorberichterstattung gestört. Seine Mannschaft sei nach den Testspielergebnissen (0:0 gegen Vaduz, 2:3 gegen Halle, 0:3 gegen Danzig) zu negativ dargestellt worden.

Hrgotas Wumme stellt die Weichen auf Sieg

Überzeugender dagegen der erste Pflichtspielauftritt der Weiß-Grünen, zumindest in der ersten Hälfte, die das Kleeblatt spielerisch dominierte und mit deutlichen Tempo-Vorteilen ein ums andere Mal Gefahr heraufbeschwörte. Den Unterschied aber machte Stürmer Branimir Hrgota. Der 27-jährige Schwede nahm aus 30 Metern Maß und jagte den Ball stramm ins rechte Eck zum 1:0 (43.). "Ich habe gesehen, dass sie in der Mitte keinen Druck machen und mir gedacht: Das versuche ich jetzt. Es hat gut geklappt", freute sich der Linksfuß hinterher. "Das ist individuelle Qualität", kommentierte SpVgg-Trainer Stefan Leitl den Distanzknaller. "Ein super Torabschluss. Das war wichtig für uns."

Spielersteckbrief Hrgota
Hrgota

Hrgota Branimir

2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Arminia Bielefeld Arminia Bielefeld
38
2
Hamburger SV Hamburger SV
37
3
VfB Stuttgart VfB Stuttgart
35
SpVgg Greuther Fürth - Vereinsdaten
SpVgg Greuther Fürth

Gründungsdatum

23.09.1903

Vereinsfarben

Weiß-Grün

Bereits zum dritten Mal in der laufenden Saison knipste Hrgota aus der Distanz. Auf eine solch hohe Anzahl an Fernschusstoren kommen nur Johannes Geis (Nürnberg) und Marcos Alvarez (Osnabrück). Dass Fürths Top-Torjäger (neun Treffer) ausgerechnet die am wenigsten verheißungsvollste Chance nutzte, war ebenso außergewöhnlich. Zu Beginn hatte er Gäste-Torwart Robin Himmelmann schon umkurvt, traf dann aber ans Außennetz (7.). Gegen Ende verstolperte er aus fünf Metern freistehend (80.). "Bei der ersten Chance versuche ich, ihn reinzubekommen, doch aus dem Winkel ist es sehr schwierig. Bei der letzten Chance hatte ich müde Beine, musste mich noch einmal strecken, um den Ball zu holen und habe dann nicht die Balance, um den reinzumachen", erklärte Hrgota. "Am Ende machen wir aber trotzdem die Tore und gewinnen das Spiel. Das ist am Ende das Wichtigste."

Leweling und Keita-Ruel legen nach

Nach Hrgotas Möglichkeit nämlich machten Jamie Leweling (86.) und Daniel Keita-Ruel (90.+2) den Deckel drauf. Joker Leweling drang mit einem Übersteiger in den Sechzehner ein und narrte Himmelmann mit einem Schuss ins Torwarteck. Keita-Ruel versenkte einen 16-Meter-Schuss gefühlvoll in den Maschen. "Ein 2:0 wäre auch okay gewesen, das 3:0 ist vielleicht ein bisschen zu hoch", räumte Mittelfeldmotor Paul Seguin ein. "Wir hatten die bessere Spielanlage und das Spiel bis zur 60. Minute komplett im Griff. Dann ging kurz der Faden verloren, da müssen wir abgeklärter sein. Wir müssen uns auch bei Sascha (Torwart Burchert, d. Red.) bedanken, der heute wieder klasse gehalten hat. Man merkt, dass jeder für jeden da ist, ist super."

Mavraj und Meyerhöfer vor der Rückkehr - Green fällt aus

Das gilt insbesondere auch für Seguin selbst. Der Sechser agierte souverän in der Zweikampfführung und zog im Mittelfeld der Fürther omnipräsent die Fäden. Auch Kapitän und Innenverteidiger Marco Caligiuri überzeugte einmal mehr mit gutem Stellungsspiel und stoppte gegnerische Angriffswellen meist schon, bevor es gefährlich wurde. "Wir haben das größtenteils gut wegverteidigt", lobte Leitl. "Es war ein verdienter Sieg und ein perfekter Start in die Rest-Rückrunde. Für uns geht es jetzt darum, schnell zu regenerieren. Wir haben am Freitag die nächste schwere Aufgabe in Regensburg vor der Brust." Dann hofft das Kleeblatt auf die Rückkehr von Innenverteidiger Mergim Mavraj (Adduktorenprobleme) und Rechtsverteidiger Marco Meyerhöfer (Schlag auf den Oberschenkel), die gegen St. Pauli hatten passen müssen. Sicher fehlen wird Julian Green, der verletzt ausgewechselt werden musste und kurz zuvor seine 5. Gelbe Karte sah.

cru