Hoffenheims Trainer Marco Kurz entschied sich nach der 1:2-Niederlage in Frankfurt für fünf Wechsel: Der unter der Woche verpflichtete Gomes hütete anstelle von Wiese das Tor. Davor spielten Abraham, Johnson, Firmino und der aus Gladbach ausgeliehene de Camargo für Vestergaard, Ochs, Advincula und Joselu (muskuläre Probleme). Dagegen baute Freiburgs Trainer Christian Streich auf Kontinuität und brachte dieselbe Elf wie beim 0:0 gegen Leverkusen.
Gerade einmal vier Minuten waren gespielt, da musste Debütant Gomes den Ball bereits aus seinem Kasten holen: Kruse entwischte auf der linken Seite und packte ein echtes Pfund aus. Der Brasilianer wehrte den strammen Schuss noch nach vorne ab, doch Kruse eilte hinterher und staubte aus zehn Metern ab - 1:0. Es war der frühe Schock für die Hausherren, die sich sichtlich schwer taten und zunächst große Probleme mit dem aggressiven Pressing der Breisgauer hatten.
Der 20. Spieltag
Vorne überzeugte die TSG jedoch durch große Effizienz. Die erste nennenswerte Chance war gleich drin! Polanski passte stark auf Firmino, der aus spitzem Winkel am rechten Pfosten scheiterte. Volland reagierte am schnellsten und staubte vor Hedenstad ab (10.). Der Ausgleich flößte den Hausherren neues Selbstbewusstsein ein, urplötzlich meldeten sich die Kraichgauer zurück. Die Begegnung wurde offener und umkämpfter. Die zahlreichen Zweikämpfe sorgten allerdings auch dafür, dass kaum noch Spielfluss aufkam.
So dauerte es bis zur 27. Minute, ehe es wieder turbulent wurde, dann aber richtig! Firmino luchste Sorg, der von Caligiuri in Bedrängnis gebracht worden war, den Ball ab. Weis übernahm und hatte das Auge für Volland, der seinen Doppelpack schnürte. Der SC drängte danach auf den Ausgleich, kam aber im ersten Durchgang nur noch zu zwei harmlose Halbchancen (Rosenthal, 31.; Sorg, 41.) und musste folglich mit einem knappen Rückstand zum Pausentee gehen.
Hoffenheim macht die Schotten dich - Freiburg fällt nichts ein

Ich war's: Volland (re.) bejubelt ein Tor. Getty Images
Mit demselben Personal, dafür aber ängstlicheren Hoffenheimern ging es nach Wiederanpfiff weiter. 1899 zog sich im zweiten Durchgang zu weit in die eigene Hälfte zurück und überließ so weite Teile des Feldes den Freiburgern. Der Sportclub nahm das Angebot dankend an und erspielte sich rasch deutlich mehr Ballbesitz, allerdings trugen die Gäste ihre Angriffe häufig zu kompliziert vor und kamen auch deshalb nicht wirklich zu zwingenden Abschlüssen.
Die 24.000 Zuschauer in Sinsheim sahen nun immer wieder dasselbe Bild: Freiburg probierte es oft über die Außen, fand die Lücke in der dicht gestaffelten TSG-Deckung aber nicht. Auf der Gegenseite spielten die Hoffenheimer nach Ballgewinn immer wieder den langen Ball in die Spitze, ohne dabei nennenswerte Chancen zu kreieren. Demnach plätscherte die Begegnung relativ ereignislos vor sich hin.
Es folgte die Zeit der Wechsel: Kurz brachte Derdiyok und den ehemaligen Freiburger Williams für de Camargo sowie Weis, Streich nahm Schmid für Makiadi herunter. Am Geschehen auf dem Feld änderte sich jedoch wenig. Das lag einerseits an den aufmerksamen und zweikampfstarken Hoffenheimern, andererseits aber auch am Sportclub, dem es an zündenden Ideen fehlte. Der SC hatte über 70 Prozent Ballbesitz, schlug daraus aber keinerlei Kapital. Erst in der 81. Minute wurde es wieder brenzlig für Gomes, als Rosenthal den im Weg stehenden Beck anschoss. Ansonsten fiel den Gästen aber rein gar nichts ein, sodass es aus Sicht der Hoffenheimer am Ende auch nichts ausmachte, dass der eingewechselte Ochs kurz vor Schluss im Eins-gegen-Eins an Baumann scheiterte (89.) und so die frühe Vorentscheidung verpasste.
Die Hoffenheimer müssen am kommenden Samstag die schwere Auswärtsreise nach Hannover antreten (15.30 Uhr), Freiburg empfängt einen Tag später die Fortuna aus Düsseldorf (17.30 Uhr).