Bundesliga

Mönchengladbach: Der Haken bei Pacho, Faivre und Co.

Erst verkaufen, dann kaufen das Motto bei den Fohlen

Gladbach: Der Haken bei Pacho, Faivre und Co.

Max Eberl ist intensiv mit den Transferthemen rund um Borussia Mönchengladbach beschäftigt.

Max Eberl ist intensiv mit den Transferthemen rund um Borussia Mönchengladbach beschäftigt. imago images/Jan Huebner

Max Eberl ist ein vorausschauender Mensch. Natürlich wartet Gladbachs Sportdirektor mit seinen Planungen nicht erst, bis der erste Dominostein auf der Verkaufsseite fällt, der Matthias Ginter, Marcus Thuram, Denis Zakaria, Jonas Hofmann, Ramy Bensebaini, Breel Embolo oder vielleicht Florian Neuhaus heißen könnte. Dass sich Eberl für den Fall des Verkaufs eines Leistungsträgers mit möglichen Nachfolgern auseinandersetzt und auch in dieser Richtung Gespräche ankurbelt, ist nicht einmal ein Geheimnis.

Schon bei der Vorstellung von Adi Hütter erklärte der Manager, dass man "verschiedene Szenarien" entwickelt habe, falls ein Leistungsträger gehen sollte und sei daher vorbereitet. "Wir haben natürlich auch Spieler im Kopf, die für uns infrage kommen und mit denen wir auch schon Gespräche geführt haben", sagte Eberl auf der Pressekonferenz am 2. Juli. Wobei er auch einschränkte: "Die Gefahr ist natürlich da, dass die Spieler, mit denen wir schon weit sind, sich für andere Vereine entscheiden könnten, weil sie nicht mehr warten wollen."

Einer der Kandidaten, dessen Weg bei entsprechender Konstellation nach Gladbach führen könnte, ist der junge Innenverteidiger William Pacho (19) von Independiente del Valle in Ecuador. Verhandlungen wurden geführt. Ein anderer Spieler, den man in Gladbach auf der Liste hat, scheint Romain Faivre (23) zu sein. Gespräche mit dem Offensivmann, der schon mal im Winter als Kandidat galt, sollen in den vergangenen Tagen intensiviert worden und zielführend verlaufen sein, heißt es in Frankreich.

Faivre noch bis 2025 an Brest gebunden

Faivre, bei Stade Brest meist links im Mittelfeld beheimatet, aber auch auf anderen Offensivpositionen einsetzbar, hat noch einen laufenden Vertrag bis 2025 - und das macht ihn entsprechend teuer. Eine Ablösesumme von über zehn Millionen Euro wird für den 23-Jährigen veranschlagt; ein hoher Millionenbetrag würde im Übrigen wohl auch für Faitout Maouassa (23, Vertrag bis 2022) von Stade Rennes fällig werden, der für die Linksverteidigerposition gehandelt wird.

Der Haken: Ablösesummen in diesen Dimensionen sind für die Borussia ohne eine satte Transfereinnahme höchstwahrscheinlich nicht zu stemmen. Erst verkaufen, dann kaufen heißt die zu erwartende Reihenfolge, alles andere würde überraschen oder auf einen sehr zeitnahen Abschied eines Stars hindeuten.

Wolf, Koné, Hütter und das Corona-Loch: Abwarten, bis der Dominostein fehlt

Vergessen werden darf nicht: Hannes Wolf und der vorgezogene Kauf von Kouadio Koné im Winter schlagen mit 18 Millionen Euro zu Buche. Die Netto-Ausgabe für die Verpflichtung Adi Hütter betrug 2,5 Millionen Euro (5 Millionen Euro kamen für Marco Rose aus Dortmund, 7,5 Millionen Euro wurden nach Frankfurt überwiesen). Es gilt, ein Corona-Loch zu stopfen. Das Europapokalgeschäft fällt weg. Und außerdem hat Eberl im kicker-Interview Ende Mai auch noch angekündigt, das Gehaltsbudget runterfahren zu wollen. Teure Einkäufe "on top" auf den aktuellen Kader schließen sich unter diesen Voraussetzungen eigentlich aus - es heißt also eher abwarten, bis der erste Dominostein auf der Abgangsseite fällt.

Jan Lustig

Diese Bundesliga-Sommerneuzugänge stehen bislang fest