Bundesliga

Neuzugang Marvin Friedrich im Schnell-Check

Innenverteidiger gehörte bei Union zu den Leistungsträgern und Führungsspielern

Friedrich: Borussias Neuer im Schnell-Check

imago images/Sven Simon

Seine Spielweise: "Als Verteidiger darf man kein wildes Spiel haben. Man sollte hinten kein Risiko eingehen", lautet das Credo des Abwehrmanns (Spielersteckbrief) - und so spielt er auch. Der Rechtsfuß ist kein Typ fürs Spektakuläre, keiner für irgendwelche Harakiri-Aktionen, sondern er steht für Klarheit und Sachlichkeit, was in der Folge auch mit Zuverlässigkeit und Stabilität gleichzusetzen ist. Friedrich, in punkto Zweikampf- und Kopfballstärke auf gutem Niveau, löst viele Situationen über sein Spielverständnis und mit Übersicht, verfügt außerdem über einen im Lauf der Jahre verbesserten Aufbau.

Andere Defensivspieler bringen von Haus aus mehr Schnelligkeit und Explosivität mit, doch er fällt zumindest beim Spitzentempo nicht ab. Interessant die Statistik aus der laufenden Saison: "Geblitzt" wurde Friedrich mit einem Top-Speed von 32,86 km/h. Damit liegt er über den Spitzenwerten von Matthias Ginter (31,68) und Tony Jantschke (30,89), während Jordan Beyer (33,47) und Nico Elvedi (33,56) schneller gemessen wurden. In den vergangenen Spielzeiten lag Friedrichs Top-Speed immer zwischen 32,5 und 33,5 km/h.

Spielersteckbrief Friedrich
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Friedrich Marvin

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Eberl über Neuzugang Friedrich: "Union wollte ihn ungern abgeben"

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Seine Einsatzgebiete: Bei Union spielte Friedrich in der Dreierkette rechts oder zuletzt auch links, im System mit Viererkette vorzugsweise als rechter Innenverteidiger. In Gladbach wird Trainer Adi Hütter in den nächsten Monaten höchstwahrscheinlich an der Dreierkette festhalten und kann den Abwehrspieler auf allen drei Positionen einsetzen. Möglich nach dem bisherigen Saisonverlauf die Variante, dass Ginter (rechts) und Elvedi (zentral) auf ihren Positionen bleiben sowie Friedrich die Rolle links im Zentrum übernimmt.

Ruhnert: "Marvin ist noch nicht fertig, er lernt immer weiter dazu"

Seine Erfahrung: 141 Pflichtspiele (neun Tore) absolvierte Friedrich für Union im Profibereich, eine gewisse internationale Erfahrung bringt er aus der Conference League mit den Berlinern und auch aus seiner Schalker Zeit mit. Bei Union zählte Friedrich zu den absoluten Leistungsträgern und Führungsspielern, war Vizekapitän. Eine wichtige Rolle soll der Wintereinkauf in den nächsten Jahren auch bei der Borussia übernehmen, denn Friedrichs Entwicklung, so der Tenor, sei längst nicht abgeschlossen. "Marvin ist noch nicht fertig, er lernt immer weiter dazu", sagte etwa Union-Manager Oliver Ruhnert im vergangenen Jahr.

Seine Perspektive: Am Mittwoch steht für Friedrich die erste Doppelschicht im Kreis der neuen Kollegen auf dem Programm. Im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am Samstag wird Borussias Nummer 5 mit von der Partie sein - und auch gleich in der Startelf auftauchen? Dann müsste Hütter seine Abwehr vom 2:1-Sieg in München sprengen, was Tony Jantschke, der am Freitagabend bei seinem Comeback überzeugte, den Platz kosten würde. Entscheidend wird sein, welchen Eindruck Friedrich, Jantschke und der ebenfalls zurückgekehrte Jordan Beyer in den verbleibenden Trainingseinheiten hinterlassen. Auf Sicht führt allerdings kein Weg an Friedrich vorbei: Er wurde als wichtiger Baustein für die Zeit nach Ginter (geht spätestens im Sommer) eingekauft.

Jan Lustig

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