Bundesliga

Beierlorzer ohne negative Gefühle vor Wiedersehen mit Mainz

Mainz 05 lässt Trainingsbetrieb vor dem Saisonstart pandemiebedingt ruhen

Beierlorzer vor Wiedersehen mit Mainz: "Keine negativen Gefühle"

Der Leipziger Co-Trainer Achim Beierlorzer hat eine Mainzer Vergangenheit.

Der Leipziger Co-Trainer Achim Beierlorzer hat eine Mainzer Vergangenheit. imago images/Eibner

"Es wird heute und den Rest der Woche keine öffentlichen Trainingseinheiten mehr geben", ließ die Pressemitteilung von Mainz 05 am frühen Nachmittag verlauten. Eine Nachfrage, ob überhaupt trainiert wird oder nur die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist, blieb unbeantwortet. Am Abend gab der Verein bekannt, dass alle Tests am Donnerstag negativ ausgefallen seien und ab Freitag wieder Mannschaftstraining stattfinden werde. Seit Mittwoch befinden sich 14 Profis und Staffmitglieder in Quarantäne: drei Spieler und ein Mitglied des Trainerteams, weil sie infiziert sind, die restlichen Personen, weil ihnen wohl der vollständige Impfschutz fehlt.

Mainz hat wohl ausreichend Spieler - und Ex-Trainer Beierlorzer zu Gast

Mainz wird gegen Leipzig wohl auf Vertragsspieler und Amateure zurückgreifen müssen, wie es die DFL-Spielordnung für einen solchen Fall vorsieht. Die Richtlinien sehen bei einem Antrag auf Spielabsetzung vor: "Dem Antrag ist nicht stattzugeben, wenn mehr als 15 spielberechtigte Lizenzspieler und/oder in der Lizenzmannschaft spielberechtigte Amateure/Vertragsspieler zur Verfügung stehen. Unter diesen müssen sich mindestens neun Lizenzspieler, darunter ein Torwart, befinden." Die Zahl wird Mainz nicht unterschreiten, sofern keine neuen Quarantänefälle hinzukommen.

Damit stünde dem Wiedersehen mit Achim Beierlorzer am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) nichts mehr im Wege. Der 53-Jährige hatte Anfang Juni seinen Cheftrainervertrag in Mainz, der noch bis 2022 lief, aufgelöst. Nun ist er wieder bei RB Leipzig, wo er zwischen 2014 und 2017 in verschiedenen Trainerpositionen arbeitete. Der 53-Jährige fungiert als Assistenz von RB-Cheftrainer Jesse Marsch. "Ich freue mich sehr darüber, wieder ein Teil von RB Leipzig sein zu dürfen. Hier im Trainerteam an einer erfolgreichen Saison mitwirken zu können, macht mich richtig glücklich. Dass unser Weg zum Bundesligaauftakt direkt an meine alte Wirkungsstätte führt, ist eben eine dieser kuriosen Geschichten, die der Sport ab und an so schreibt", sagt Beierlorzer.

Beierlorzer über sein Ende in Mainz: "Die Geschehnisse habe ich längst verarbeitet"

Der Fußballlehrer wurde 2020/21 nach dem 2. Spieltag nach einem Spielerstreik und sportlichem Misserfolg freigestellt. Wie viel damals im Argen lag, dokumentiert ein Zitat von Stefan Bell von Ende Juli: "Im Herbst hat es zwischen der Mannschaft und der sportlichen Führung nicht mehr gepasst. Wenn viele Spieler das Gefühl haben, dass sie mit den Vereinsvertretern nicht mehr gut können, dann ist das schon problematisch." Namen wollte er nicht nennen („Ich würde das gerne allgemein halten“) mutmaßlich ging es um Sportvorstand Rouven Schröder und Beierlorzer, dessen Verhältnis für das Gefühl vieler Spieler zu distanziert war.

Beierlorzer selbst hat die Freistellung als 05-Cheftrainer inzwischen abgehakt: "Es schmerzt nicht mehr. Anfangs hat sich das natürlich nicht gut für mich angefühlt und ich musste das Ganze auch zwei, drei Wochen intensiv aufarbeiten. Die Geschehnisse habe ich aber längst verarbeitet. Die Erfahrungen, die ich in Mainz gesammelt habe, sind wertvoll für meinen weiteren Weg. Ich gehe gestärkt aus der Situation hervor und habe keinerlei negative Gefühle im Hinblick auf das Spiel am Sonntag."

Michael Ebert

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