Bundesliga

Leitfaden veröffentlicht: So stellt sich die DFL die Rückkehr von Zuschauern vor

Orientierungshilfe für Vereine

Leitfaden veröffentlicht: So stellt sich die DFL die Rückkehr von Zuschauern vor

Leere Sitzreihen im Weserstadion

Füllen sich die Sitze in den Bundesliga-Stadien bald wieder? imago images

Wie die DFL am Mittwoch mitteilte, sei der 41 Seiten starke Leitfaden, den die Liga auch online zum Download veröffentlichte, vorab bereits dem Bundesgesundheitsministerium vorgelegt worden. Dieses habe betont, dass eine (Teil-) Zulassung von Zuschauern abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen sowie den lokalen Konzepten der Vereine sein solle. Über eine Freigabe dieser Konzepte entscheiden die Gesundheitsbehörden vor Ort. Grundvoraussetzung sei in jedem Fall "die konsequente Einhaltung höchster Infektionsstandards".

Das Ministerium selbst ließ über einen Sprecher verlauten: "Wichtig ist unter anderem die Reduktion der Zuschauerzahl, um den Mindestabstand von 1,50 Meter sicher einzuhalten, der Verzicht auf Stehplätze, Konzepte zur sicheren An- und Abreise sowie das Verbot von Alkohol im Stadion."

Nach DFL-Angaben soll frühzeitig vor Saisonstart eine außerordentliche DFL-Mitgliederversammlung abgehalten werden. Dort soll unter anderem besprochen werden, ob es zu bestimmten Punkten wie beispielsweise den Ticket-Kontingenten für Gastvereine oder einem möglichen Ausschankverbot für Alkohol ein einheitliches Vorgehen aller 36 Klubs geben wird.

Das steht im neuen DFL-Leitfaden:

DFL definiert Grenzwerte für Zulassung von Zuschauern

Bereits jetzt definiert die DFL in ihrem Konzept, dass eine Zulassung von Zuschauern erst ab einem lokalen Infektionsgeschehen von unter 35 Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohnern denkbar sein soll - und auch dann nur unter "zu definierenden Auflagen". Fällt die Zahl auf unter fünf Neuinfektionen in einer Region, sieht der Leitfaden eine "sukzessive Rückkehr zum Normalbetrieb in lokaler Abstimmung zwischen Klub und den lokalen Gesundheitsämtern" vor. Allerdings betont die DFL, dass es sich bei den Schwellenwerten nur um Anhaltspunkte handelt und auch die aktuelle Infektionsdynamik berücksichtigt werden müsse.

Corona-App nicht verpflichtend - Modelle für bis zu 50 Prozent Auslastung

Sollten Zuschauer wieder zugelassen werden, soll neben der Einhaltung des Mindestabstands auch die Nachvollziehbarkeit von Infektionsketten sichergestellt werden. So soll unter anderem geprüft werden, ob bei der Ticketvergabe Name, Adresse und Kontaktmöglichkeit des Käufers registriert werden müssen. Auch die Corona-Warn-App soll den Besuchern empfohlen, von einer verpflichtenden Verwendung allerdings abgesehen werden.

Der Leitfaden enthält unter anderem exemplarische Modelle für bis zu 50 Prozent Auslastung auf Sitzplätzen und 12,5 Prozent auf Stehplätzen. Eine realistische Gesamtkapazität für die Stadien richte sich an der "Anzahl an Personen, die mit dem vorhandenen Platz und in der verfügbaren Zeit unter Einhaltung eines Mindestabstands bewältigt werden kann".

ÖPNV als Risikofaktor - verschiedene Einlass-Zeitfenster

Eine wesentliche "begrenzende Komponente" für die Gesamtkapazität sei dabei die Kapazität von Anreise und Einlass sowie von Abreise und Auslass. Diese seien "zeitlich und räumlich zu entzerren". Die Anreise mit dem PKW, zu Fuß oder mit dem Fahrrad soll präferiert werden, der ÖPNV gegebenenfalls entsprechend getaktet werden, um große Ansammlungen in öffentlichen Verkehrsmitteln zu vermeiden.

Für den Stadionzutritt sollen von den Vereinen verschiedene Zeitfenster für die Zuschauer definiert und für die Besucher der frühen Slots ein "attraktives Rahmenprogramm" im Stadion gestaltet werden, damit diese schnell ihre Plätze einnehmen und sich nicht im Umlauf aufhalten. Die Vereine sollen außerhalb der Einlasskontrolle den Verkauf oder die Bereitstellung eines Mund-Nasen-Schutzes anbieten.

Sektorentrennung und Einbahnstraßensysteme - keine Tageskassen

Im Stadion selbst sollen so viele Sektoren wie möglich "vollständig voneinander getrennt werden" und "Einbahnstraßensysteme" für die Besucher im Umlauf implementiert werden. Die Nutzung der sanitären Anlagen soll möglich sein, aber durch eine Personenzählung und Zutrittssteuerung geregelt werden. Gesondert muss jeder Verein ein Reinigungskonzept vorlegen.

Die Kriterien zur Zuteilung der begrenzten Tickets soll jeder Verein selbst bestimmen dürfen. Die DFL empfiehlt, keine Tageskassen an den Stadien zu öffnen, sondern ausschließlich auf Online-Ticketing zu setzen.

Zuletzt hatte Union Berlin angekündigt, beim Start der neuen Bundesliga-Saison im September in einem voll besetzten Stadion spielen und alle Stadionbesucher vorab auf das Virus testen zu wollen. Auf diese Ankündigung geht die DFL in ihrem Leitfaden allerdings nicht ein.

mib

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