Bundesliga

Trainersuche in Hoffenheim: Von Jesse Marsch bis Sebastian Hoeneß

TSG sucht Trainer ohne Stallgeruch

Von Marsch bis Hoeneß: Vier Kandidaten für Hoffenheim

Sebastian Hoeneß

Überzeugte mit Bayern II in der 3. Liga: Sebastian Hoeneß. imago images

Eine mitreißende, optimistische Grundhaltung, mediale Präsenz und Eloquenz, Erfahrung als verantwortlicher Cheftrainer auf möglichst hohem Niveau, eine offensive, aktive und mutige Spielweise. Jemand, der sich auf die Verhältnisse im Kraichgau einlässt. Auf bereits vorhandene Strukturen und bewährtes Personal rund um die Mannschaft. Der empfänglich ist für wissenschaftlichen Input. Zugleich jemand, der unbelastet antritt und die Dinge aus und mit einer gewissen Distanz betrachtet. Das alles sind Dinge, die die Hoffenheimer bei ihrem neuen Coach gerne sehen würden, allerdings soll es auch jemand werden, der keinen Stallgeruch hat, also früher nicht bei der TSG tätig war.

Ein interessanter Kandidat wäre da Salzburgs Chefcoach Jesse Marsch (46), der das Erbe des nach Gladbach abgewanderten Marco Rose fortführt. Ebenfalls im Fokus - und sogar auf dem Markt - ist Valerien Ismael, der mit dem LASK im Herbst durch einen aggressiv-offensiven Stil in Österreich für Furore gesorgt hatte und sogar als Tabellenführer mit sechs Punkten Vorsprung auf RB in die Meisterrunde gestartet war. Während der Corona-Krise hatte der Franzose jedoch entgegen den Hygienebestimmungen vorzeitig wieder reguläres Mannschaftstraining durchgezogen. Das führte dazu, dass Linz vier Punkte abgezogen wurden. In der Meisterrunde gewann der LASK dann nur drei von zehn Spielen, wurde letztlich Vierter - und Ismael am Samstag entlassen.

Auch in der Schweiz hat ein aufstrebender Trainer bereits mehrfach Interesse in Deutschland geweckt: Berns Gerardo Seoane, der bei den Young Boys aus Bern die Nachfolge von Adi Hütter (Eintracht Frankfurt) angetreten hat. Zweimal wurde Berns Coach seither zum Trainer des Jahres in der Schweiz gekürt. Sein Vertrag läuft bis 2021, aber Insider ahnen, dass für ihn die Zeit reif ist, um den nächsten Karriereschritt zu machen.

Auch im deutschen Fußball gibt es einen für die TSG interessanten Kandidaten: Sebastian Hoeneß. Der Sohn von Dieter und Neffe von Uli Hoeneß gewann mit der zweiten Mannschaft der Bayern überraschend die Meisterschaft in der 3. Liga. Der 38-Jährige genießt in Hoffenheim schon seit seiner U-19-Zeiten anerkennende Wertschätzung, hat aber auch ein kleines Manko: eine TSG-Vergangenheit. Aber nur als Spieler, 2006/07 für die TSG II. Als Trainer ging er durch die Leipziger und Münchner Schule.

drm/Michael Pfeifer

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