Bundesliga

Kommentar zum Aufstieg des VfB Stuttgart: Dieses Denken ist gefährlich

Kommentar zum VfB-Aufstieg

In der Bundesliga wird's einfacher? Dieses Denken ist gefährlich

Sven Mislintat nach dem Aufstieg mit dem VfB am Sonntag

Gerüstet für die Bundesliga? VfB-Sportdirektor Sven Mislintat nach dem Aufstieg am Sonntag. picture alliance

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat wird nicht müde, seinen Spielern das Vertrauen auszusprechen. Zuletzt sogar mit offener Kritik an der öffentlichen Kritik, der sich die Stuttgarter ausgesetzt fühlen - nach vielen schwachen Leistungen und Enttäuschungen, einem Trainerwechsel und einem Aufstieg, für den man sich bei anderen wie Hamburg oder Heidenheim ebenfalls bedanken muss. Kann man so machen - dann ist es halt kandiert mit dem süßen Überzug des Alibis.

Man müsse nicht jede Partie gewinnen? Nun, zumindest genügend für den Klassenerhalt

Die Mannschaft hat genügend Schwächen gezeigt, die Kritik und den Ruf nach Verstärkung rechtfertigen. Nur in kleinen Dosen, wenn es nach der sportlichen Leitung geht. Man verfüge über "sehr gute Qualität, sehr viel Potenzial, ein gutes Gerüst, eine gute Mischung. Wir können uns auf die Bundesliga freuen."

Dort werde es laut Mislintat außerdem helfen, "nicht jede Partie gewinnen zu müssen". Vielleicht nicht jede, aber trotzdem genügend, um die Klasse zu halten. Wenn er seine Aussagen wirklich so meint und nicht nur äußert, um sich sorgende Gemüter zu beruhigen, dann muss man ihm für diesen Mut und Optimismus Respekt zollen. Für Außenstehende bleibt der Eindruck, dass es gefährlich ist, diese Auffassung zu teilen.

So sieht kein Gerüst aus, das Talenten Sicherheit geben kann

Eine Prognose, wie sich der VfB schlagen wird, ist letztlich so schwierig wie es der Versuch war, dem HSV den direkten Aufstiegsplatz zu überlassen. Dass Stuttgart über eine junge, vielversprechende Mannschaft verfügt, bestreitet niemand. Doch bis auf Wataru Endo konnten alle anderen Feldspieler, gerade die Jüngeren, nur bedingt ihre Qualitäten unter Beweis stellen - gerade weil auch die Älteren in vielerlei Hinsicht hinter ihren Möglichkeiten blieben.

Mario Gomez hört jetzt auf, Daniel Didavi hat immer wieder mit seinem Körper zu kämpfen, Holger Badstuber mit seinem überschäumenden Temperament und Gonzalo Castro mit der jungen Konkurrenz. Es fehlt in allen Bereichen an Tempo, mentaler Stabilität. So sieht kein Gerüst aus, das Talenten Sicherheit und Halt geben kann, damit sie sich optimal entwickeln.

Alles zum Aufstieg des VfB und ein Interview mit Sasa Kalajdzic lesen Sie im aktuellen kicker vom Montag - oder hier im e-Magazine.

George Moissidis

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