Bundesliga

Funkel denkt laut über Rückkehr zur Fortuna nach

Boss Röttgermann stärkt Rösler den Rücken

Funkel denkt laut über Rückkehr zur Fortuna nach

Friedhelm Funkel

Ihm geht der Abstieg der Fortuna nahe: Friedhelm Funkel, Ex-Trainer der Düsseldorfer. imago images

"Ich bin in meinem Leben nie vor Verantwortung weggelaufen. Unter gewissen Umständen wäre ich bereit, mich bei Fortuna wieder einzubringen", sagt er der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Dazu müssten sich aber gewisse Dinge ändern, so etwas geht im Fußball manchmal ganz schnell. Es ist sicherlich nicht verkehrt, einiges auf mehrere Schultern zu verteilen."

Der Abstieg seines ehemaligen Teams habe ihn sehr enttäuscht. "Fortuna liegt mir am Herzen, Fortuna ist mein Verein. Ich war schon ein Stückchen niedergeschlagen. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, was bedeutet das für den Verein? Wir haben vier Jahre Dinge sehr gut entwickelt, waren auf einem sehr guten Weg. Keiner kann jetzt schon abschätzen, was dieser Abstieg tatsächlich bedeutet", sagte er.

Ich sage nicht, mit mir hätten wir das hundertprozentig geschafft. Aber die Hoffnung wäre sehr groß gewesen.

Friedhelm Funkel

Funkel wiederholte auch seine schon öfters kundgetane Einschätzung, wonach Düsseldorf mit ihm sehr gute Chancen auf den Klassenerhalt gehabt hätte. "Ich sage nicht, mit mir hätten wir das hundertprozentig geschafft. Aber die Hoffnung wäre sehr groß gewesen", sagte er und ergänzte: "Dazu muss man die letzten vier Jahre einbeziehen. Dann wird man schnell verstehen, warum ich das glaube. Wir haben uns in der Rückrunde immer verbessert, und vor allem haben wir die wichtigen Spiele gewonnen."

Als Ziel formulierte Funkel den "direkten Wiederaufstieg". Man könne ja nicht "schon wieder ein paar Jahre in der 2. Liga festhängen wollen". Seinem Nachfolger Rösler prognostizierte der Routinier eine schwierige Aufgabe: "Es ist schwierig, dort zu arbeiten, wenn man die Liga nicht kennt. Man fährt auf einmal, ohne das despektierlich zu meinen, nach Sandhausen und Kiel - als Favorit in kleine Stadien und muss damit erstmal umgehen."

Röttgermann stärkt Rösler den Rücken

Von Vereinsseite ergriff am Tag nach dem Abstieg Düsseldorfs Klubchef Thomas Röttgermann das Wort und stärkte seinem Chefcoach Uwe Rösler den Rücken - mit dem aktuellen Trainerteam um Rösler soll er den Neuaufbau einleiten. "Ich bin überzeugt, dass wir ein Trainerteam und eine Mannschaft haben, die intakt sind und alles aus sich rausgeholt haben", sagte er der "Bild". Die Trennung von Friedhelm Funkel sei die richtige Entscheidung gewesen. "Dass wir bis zuletzt eine Chance hatten, drin zu bleiben, haben wir auch Uwe Rösler und seiner Arbeit zu verdanken", meinte Röttgermann.

Der Vorstandsvorsitzende denkt auch nicht an einen eigenen Rücktritt nach der Abstiegssaison. "Das wichtigste, das wir jetzt brauchen, ist Kontinuität in der Führung und der Sportlichen Leitung. Ich glaube, dass wir gut aufgestellt sind. Ich werde umso kämpferischer, wenn Ziele nicht erreicht wurden", sagte der 59-Jährige. Man werde versuchen für die neue Saison eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen. "Wirtschaftlich sind wir nicht bedroht, aber die Kaderkosten werden sinken. Jetzt spielt uns in die Karten, dass wir einen Kader mit 17 auslaufenden Verträgen haben", sagte Röttgermann.

bst