Bundesliga

Hertha BSC - Wen Klinsmann alles wollte: Özil, Götze, Can

Hertha: Der Ex-Trainer und sein Winter-Wunschzettel

Özil, Götze, Can: Wen Klinsmann alles wollte

Özil, Götze und Co. standen auf der Wunschliste

Klinsmann wollte am ganz großen Rad drehen: Özil, Götze und Co. standen auf der Wunschliste. imago images

Klinsmann, der am vergangenen Dienstag nach 76 Tagen im Amt, offen zu Tage getretenen Kompetenz-Querelen mit Preetz und einem gescheiterten Vertragspoker überraschend als Trainer bei Hertha BSC hingeworfen hatte, wollte in der zurückliegenden Winterpause offenbar am ganz großen Rad drehen. Dass er intern Transfers von Mario Götze (27/Borussia Dortmund) und Julian Draxler (26/Paris Saint-Germain) erfolglos thematisiert hatte, war bereits bekannt. Nach kicker-Informationen soll sich Klinsmann hinter den Kulissen auch vehement für eine Verpflichtung von Emre Can (26) stark gemacht haben. Der deutsche Nationalspieler, der am letzten Januar-Tag auf Leihbasis (plus Kaufoption) von Juventus Turin zu Borussia Dortmund gewechselt war, soll in Turin ein Brutto-Jahresgehalt zwischen 14 und 15 Millionen Euro bezogen haben. Selbst wenn er in Dortmund, wie kolportiert wird, Einbußen beim Salär hinzunehmen bereit war - für Hertha, das tatsächlich mit Cans Management verhandelte, war dieser Transfer nicht mal ansatzweise zu stemmen.

Auch Podolski spielte eine Rolle

Zudem soll Klinsmann, so ist zu hören, neben Götze und Draxler zwei weitere Weltmeister von 2014 als Winter-Zugänge vorgeschlagen haben: Mesut Özil (31/Arsenal) und Lukas Podolski (34), der im Januar ablösefrei vom japanischen Klub Vissel Kobe in die Türkei zu Antalyaspor gewechselt ist. Intern fand Klinsmann, der zwischendurch neben all den Glamour-Namen auch eher exotisch anmutende Kandidaten aus der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) und der schottischen Premiership anpries, damit kein Gehör. Hertha verpflichtete im Januar Santiago Ascacibar (22/VfB Stuttgart, 11 Mio. Euro Ablöse), Lucas Tousart (22/Lyon, 25 Mio.), Krzysztof Piatek (24/AC Mailand, 23 Mio.) und Matheus Cunha (20/RB Leipzig, 18 Mio.). Von den vier Neuen kam lediglich Ascacibar auf Drängen Klinsmanns und als dessen Wunschspieler, die anderen drei hatte Hertha schon länger auf dem Radar.

Hinter den Kulissen gab es erhebliche Kontroversen

Klinsmann hatte Preetz nach den turbulenten Tagen Ende Januar öffentlich gelobt und erklärt: "Es waren spannende Tage. Michael Preetz ist froh, dass der Deckel drauf ist. Ein großes Kompliment, wie er das in den letzten Tagen gemacht hat. Er hat super Arbeit geleistet und dabei zielstrebig und besonnen agiert." Hinter den Kulissen freilich gab es nicht nur um die Namen potenzieller Neuzugänge und deren Sinnhaftigkeit und Finanzierbarkeit erhebliche Kontroversen. Auch dass Mittelfeldspieler Tousart nach seiner Verpflichtung postwendend - und bis zum Sommer - an Olympique Lyon verliehen wurde, sorgte bei Klinsmann für Verstimmung. Ohne dieses Entgegenkommen allerdings hätte Hertha den französischen U-21-Nationalspieler gar nicht bekommen.

Lesen Sie hier: Die ganze Chronologie zum Hertha-Beben

Steffen Rohr

Alle Winter-Neuzugänge der Bundesligisten