Bundesliga

Fortuna Düsseldorf - Es wird eng für Trainer Funkel

Platz 17, Trendwende nicht in Sicht

Es wird eng für Routinier Funkel

Trainer Friedhelm Funkel und Sport-Vorstand Lutz Pfannenstiel

Nicht immer einer Meinung: Trainer Friedhelm Funkel und Sport-Vorstand Lutz Pfannenstiel picture alliance

Mit nur einem Sieg aus den jüngsten acht Runden ist Fortuna auf Abstiegsplatz 17 abgerutscht. Die zentrale Frage dabei: Weil die Qualität des Kaders nicht reicht? Oder weil Funkel zu viele falsche Entscheidung trifft?

Im März 2016 übernahm Funkel in Düsseldorf, die aktuelle Renaissance ist eng mit seinem Namen und seinem Wirken verbunden. In der vorigen Saison behaupteten sich die Rot-Weißen dank großer Geschlossenheit und mit sehr effizientem Umschaltspiel.

Dass Fortuna auch im zweiten Jahr nach dem Aufstieg ins Rutschen gerät, ist natürlich eng verbunden mit dem Fehlen dreier zentraler Figuren der vorigen Saison. Dodi Lukebakio und Benito Raman waren nun mal nicht gleichwertig zu ersetzen, zudem musste Funkel auch auf seine zentrale Figur im Spiel verzichten, Kevin Stöger, der nach seinem Kreuzbandriss erst zur Rückrunde wieder dabei ist.

Während Fortuna in den vergangenen Jahren allerdings auf dem Transfermarkt sehr geschickt agierte, ist von den Sommer-Einkäufen bisher wenig bis gar nichts zu sehen. Von den Transfers, die Sport-Vorstand Lutz Pfannenstiel und Funkel gemeinsam verantworten.

Funkel erlebt die Profis täglich im Training, und es ist davon auszugehen, dass der erfahrene Coach vor dem Spieltag eben jene elf Spieler auswählt, von denen er sich am meisten Wirkung verspricht. Dumm nur, dass Dawid Kownacki nach guten Beginn nicht nur stagniert, sondern eher schwächer wird. Nana Ampomah blieb bisher eine Randfigur, auch Bernard Tekpetey, in der vorigen Saison in Paderborn einer der stärksten Offensivspieler der 2. Liga, war bisher ebenfalls selten auf dem Platz zu sehen. Kelvin Ofori, den viele für ein großes Talent halten, spielte zunächst im Pokal, dann gar nicht mehr.

Pfannenstiel und Funkel schätzen Qualität einiger Spieler unterschiedlich ein

Offensichtlich schätzen Pfannenstiel und Funkel die Qualität einiger Spieler deutlich unterschiedlich ein. Der Sportvorstand würde sich insgesamt eine mutigere, offensivere Ausrichtung wünschen, Funkel, das ist bekannt, entscheidet sich im Zweifelsfall eher für die solide Variante und ist damit bisher ja auch gut gefahren.

Kaum nachzuvollziehen ist allerdings, warum der Trainer so beharrlich auf die Fortuna-Dauerbrenner Oliver Fink und Adam Bodzek setzt, die der Mannschaft in der laufenden Saison kaum Impulse gaben. Und warum spielerisch so vieles im Argen liegt; zudem lässt die Mannschaft die Geschlossenheit der vorigen Saison diesmal vermissen.

Ganz allgemein sei diese Kritik "schon bösartig", kontert Funkel, "das ist völlig aus der Luft gegriffen von Leuten, die irgendetwas heraufbeschwören wollen."

Und zu Bodzek und Fink: "Die beiden infrage zu stellen, das ist der größte Witz des Lebens. Die beiden haben viel für uns getan und werden es noch weiter tun. Sie werden nicht aufgestellt, weil sie so lange in Düsseldorf sind, sondern weil sie der Mannschaft helfen."

Es gibt kein Ultimatum

Schon vor geraumer Zeit hat Funkel klargemacht, dass Düsseldorf seine letzte Trainerstation sei. Nur Erfolge, das weiß auch er, werden die Kritiker zum Verstummen bringen. "Friedhelm hat hier ein Vermächtnis geschaffen, dafür müssen wir ihm sehr dankbar sein", hat Pfannenstiel zwar mal betont. Aktuell sagt er nur: "Ruft die Mannschaft ihr Leistungsvermögen ab, kriegen Trainerteam und Mannschaft das zusammen hin, dann gibt es für uns natürlich keinen Grund, irgendwas zu ändern."

In Leverkusen ist Fortuna am Sonntag (18 Uhr) krasser Außenseiter, gegen Frankfurt eine Woche später folgt allerdings eine Partie der Kategorie "verlieren verboten". Jede Niederlage, das weiß auch Funkel, gibt seinen Kritikern weitere Nahrung.

Wie lange darf Funkel, dessen Vertrag kurz vor Weihnachten erst bis 2021 verlängert wurde, also noch weitermachen? Ein Ultimatum gibt es nicht. Aber viele Aussetzer darf sich die Mannschaft nicht mehr erlauben.

Oliver Bitter

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