Bundesliga

Klimaschutz im Profifußball? "Der Druck ist groß"

Hoffenheims Mäzen Hopp und der frühere DFL-Geschäftsführer Rettig beziehen Stellung

Klimaschutz im Profifußball? "Der Druck ist groß"

Fußbälle von der TSG 1899 Hoffenheim.

Fußball und Klimaschutz? Das soll zum Beispiel laut Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp schnell zusammenfinden. imago images

Klimastreiks wie "Fridays for Future" auf den Straßen, emsige Debatten im Bundestag, unermüdliche Statements von weltweiten Wissenschaftlern und endlose Diskussionen zum Beispiel auf Social Media - all das zeugt davon, dass sich viele Menschen Nachhaltigkeit in Form von Klima- und Naturschutz immer mehr auf die eigene Fahne schreiben. Im Profifußball sei das Thema dagegen noch nicht so recht angekommen, diese Meinung teilt unter anderem Dietmar Hopp.

Der Mäzen der TSG 1899 Hoffenheim äußert sich dazu in der aktuellen Ausgabe des klubeigenen Magazins "Spielfeld", das die TSG 1899 Hoffenheim am nächsten Donnerstag veröffentlicht. Der 79-jährige Mitbegründer des IT-Unternehmens "SAP" findet: "Der Druck, dass auch der Fußball aktiv wird, ist groß. Es wäre aber auch wichtig, wenn ein großer Player wie der FC Bayern München oder Borussia Dortmund sich diesen Themen öffnet, um einen möglichst großen Nachahmungs- und Sogeffekt zu erzielen."

Es ist falsch, sich jedes Jahr nur über Umsatzsteigerungen und Erlösmaximierung zu definieren.

Andreas Rettig

Der frühere DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig schlägt passend dazu vor, ökologische Aspekte mit in die Lizenzierung der Vereine durch die DFL einfließen zu lassen: "Mir leuchtet nicht ein, dass wir die Lux-Werte für das Flutlicht definieren, wie viele Quadratzentimeter die Werbung auf dem Trikot umfassen darf, aber zu ökologischen Themen gibt es null Vorgaben in den Lizenzierungsvorschriften der DFL."

Der ehemalige Manager des SC Freiburg, 1. FC Köln und des FC Augsburg sowie Ex-Geschäftsleiter bei Zweitligist FC St. Pauli kritisiert im selben Atemzug passend dazu: "Aber im Fußball ist unser Denken zu verhaftet in Themen, wie möglichst viel Geld generiert werden kann. Es ist falsch, sich jedes Jahr nur über Umsatzsteigerungen und Erlösmaximierung zu definieren, so wichtig auch das ist." Eine reine Fokussierung auf wirtschaftliche Kennzahlen sei schlicht falsch.

Beim DFB und in der DFL wird zu wenig getan.

Andreas Rettig

Hopp regt noch an, die DFL solle bei den Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit für die Profivereine Impulse setzen. "Man sollte den Klubs generell Anreize zum nachhaltigen Wirtschaften geben. Entweder indem sie stärker an den Erlösen partizipieren oder ihnen etwa in einem größeren Rahmen Aufmerksamkeit garantiert. In den Medienverträgen ist doch alles fixiert, warum nicht zum Beispiel auch die Häufigkeit von Veröffentlichungen in den Klubkanälen zu solchen Themen?", so Hopp. "Beim DFB und in der DFL wird diesbezüglich zu wenig getan. Die Möglichkeit, das Thema öffentlichkeitswirksam zu besetzen, wird verpasst", findet Rettig.

Erlebniszentrum "Klima Arena"

Die TSG Hoffenheim, und in der aktuellen Tabelle mit 27 Punkten auf Rang sieben gelistet, und ihr Mehrheitseigner Hopp sehen sich im Profifußball als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit, haben schon mehrere Projekte gestartet. Mäzen Hopp finanzierte auch das Erlebniszentrum "Klima Arena", einem Klima-Erlebniszentrum in Sinsheim, als Stifter mit 40 Millionen Euro. In diesem Zuge kam es auch zu dem Gespräch zwischen Hopp und Rettig.

mag

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