2. Bundesliga

Hannover findet Trainer: Kocak übernimmt

Zähe Suche des Slomka-Nachfolgers bei Niedersachsen beendet

Hannover findet Trainer: Kocak übernimmt

Kenan Kocak

Der neue Mann bei Hannover 96: Kenan Kocak. picture alliance

Nach einem zähen Marathon bogen die Beteiligten an der Trainersuche in Hannover am Mittwoch allmählich auf die Zielgerade. An diesem Donnerstag wurde Einigung mit Kenan Kocak erzielt. Letzter Konkurrent um den Posten war zuletzt nur noch Daniel Meyer, nachdem der Klub mit Alexander Frei, Alexander Zorniger oder auch Markus Anfang keine Einigung erzielen konnte. Kocak erhält einen Vertrag bis Ende der Saison. Der neue Coach wird am Freitag zunächst das erste Training leiten (10 Uhr) und sich später den Fragen der Presse stellen (13 Uhr). Nach seiner Freistellung in Sandhausen im Oktober 2018 hatte sich der ehemalige Zweitliga-Profi auf Vermittlung von Nationalspieler Ilkay Gündogan Anfang dieses Jahres durch eine Hospitanz bei Pep Guardiola und Manchester City weitergebildet.

"Wir haben mit Kenan Kocak einen ambitionierten Trainer für uns gewinnen können, der trotz seiner jungen Jahre schon sehr viel Erfahrung im Job hat und die 2. Liga bereits gut kennt. Ihm ist es in seiner bisherigen Karriere immer gelungen, seinen Mannschaften Stabilität und Sicherheit zu verleihen", sagte Sportdirektor Jan Schlaudraff.

Kind begründet die lange Suche mit "Professionalität"

"Die Trainerposition ist eine der wichtigsten Personalien in einem Klub. Wir haben das Thema gründlich und gewissenhaft bearbeitet und intensive Gespräche geführt. Die Seriosität von Gesprächen und Entscheidungen benötigt Zeit - das bedeutet Professionalität", begründet Klub-Boss Martin Kind die zähe Suche. "Nun sind wir zu einer Entscheidung gekommen, mit der alle zufrieden sind. Kenan Kocak hat bei den Gesprächen im Sommer schon einen guten Eindruck hinterlassen."

Der neue Coach möchte in einem ersten Schritt dem Team zunächst wieder Stabilität zurückgeben. Asif Saric und Lars Barlemann, die das Team zuletzt bei der 0:4-Pleite beim FC Heidenheim betreut hatten, treten wieder zurück ins zweite Glied.

Dass taugliche Nachfolger für den glücklosen Mirko Slomka den Niedersachsen nicht die Tür einrennen würden, war angesichts des verheerenden Bildes, das der Klub seit Monaten auf allen Ebenen abgibt, zu erwarten. Auch der Finanzrahmen für einen neuen Coach war nach der Misswirtschaft der Vergangenheit eng - wie schon im Transfersommer. Dass Kocak auf einen eigenen Trainerstab verzichtet, kommt Hannover deshalb gelegen. Das Minimalziel dagegen mutet gewaltig an: Ein rasches Entfernen vom Abstiegskampf der 2. Liga, für den der Kader weder zusammengestellt wurde, noch geeignet scheint.

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