Sperre endet, Schalke äußert sich

Klubchefs begrüßen Tönnies' Rückkehr "ausdrücklich"

Clemens Tönnies

Sperre abgelaufen: Schalke-Boss Clemens Tönnies. imago images

Wie der kicker bereits in seiner Montagsausgabe berichtete, läuft die seinerzeit vom Ehrenrat als ausreichend empfundene dreimonatige Amtssperre von Clemens Tönnies noch vor dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) ab. Konkret: Ab Donnerstag darf der 63-Jährige wieder vollumfänglich seinen Aufgaben als Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04 nachkommen.

Der Zeitpunkt seines ersten Stadionbesuchs, auf den Tönnies anlässlich der Sperre als Privatperson verzichtete, ist noch offen. Ein beruflicher Termin könnte ihm gegen die Fortuna einen Strich durch die Rechnung machen.

Am Mittwoch hat sich nun der FC Schalke 04 zur Causa Tönnies geäußert. Der Tenor in der Klubmitteilung ist eindeutig: In der Führung der Königsblauen herrscht Freude über das Comeback des Aufsichtsratsbosses vor. Der Verein spricht von einer "Rückkehr, die die Gremien des Vereins ausdrücklich begrüßen". In seiner Funktion als Marketing- und Kommunikationsvorstand sagt Alexander Jobst: "Clemens Tönnies ist für uns im Vorstand ein wichtiger Ansprech- und Sparringspartner sowie Ratgeber zugleich. Zudem profitiert der Verein von seinem wirtschaftlichen Netzwerk, sein Wort hat überall Gewicht. Wir freuen uns, dass er dies wieder für unseren Klub in die Waagschale werfen kann."

Auch Schneider ist voller Vorfreude

Sportvorstand Jochen Schneider hebt seine persönliche Bindung zu Tönnies hervor. Der Aufsichtsratsvorsitzende "war derjenige, der mich überzeugt hat, zum FC Schalke 04 zu kommen", wird Schneider in dem S04-Statement zitiert. "Mich hat es vom ersten Moment an beeindruckt, wie sehr sich ein erfolgreicher und vielbeschäftigter Unternehmer für seinen Klub einbringt und wie positiv er Schalke 04 lebt. Wir alle freuen uns sehr auf Clemens Tönnies in seiner gewohnt aktiven Rolle."

Finanz-Fachmann Peter Peters, der gemeinsam mit Jobst und Schneider den dreiköpfigen Schalker Vorstand bildet, sagt: "In den vergangenen 25 Jahren ist es uns gelungen, Schalke 04 in einem sich immer stärker verändernden Fußballgeschäft als ernstzunehmenden Mitbewerber in der Spitzengruppe der Bundesliga zu halten und gleichzeitig unsere Identität zu bewahren. Daran hat Clemens Tönnies in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender einen großen Anteil."

Die Arbeit des Aufsichtsrats war auch ohne den Gremiumsvorsitzenden weitergelaufen, Jens Buchta fungierte in den vergangenen drei Monaten als Tönnies' Stellvertreter. "Aufgabe für uns im Gremium war es, alle Prozesse so geräuschlos und effizient wie üblich zu gestalten. Das ist uns auch in Unterzahl gut gelungen", sagt Buchta. "Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf die Komplettierung unserer Runde, wenn Clemens Tönnies in seiner gewohnten Rolle den Vorsitz wieder übernimmt."

Der erste offizielle Termin für Tönnies steht im Dezember an. Dann kommt der Aufsichtsrat zu seiner turnusmäßigen Sitzung zusammen. Der Fleisch-Fabrikant war mit einer dreimonatigen Amtssperre belegt worden, nachdem er sich auf einer Unternehmerveranstaltung in rassistischer Weise über Afrikaner geäußert hatte.

Dass Tönnies sein eigenes Urteil fällt, ist peinlich: Lesen Sie hier den Kommentar vom August 2019

Toni Lieto

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