Ständige Muskelverletzungen ärgern den Trainer-Routinier

Funkel: Noch kein Jubiläum, aber großer Frust

Steht zum 498. Mal in der Bundesliga an imago images

Erst am 26. Oktober also ist es soweit, dann steht Friedhelm Funkel im Auswärtsspiel in Paderborn zum 500. Mal bei einem Bundesligaspiel als Trainer an der Seitenlinie. Nicht mitgezählt in dieser Rechnung sind eine Partie vom 26. Spieltag der Saison 1992/93, als Assistent Armin Reutershahn als Chef auf der Bank saß, weil Uerdingen damals eine solche Verletztenmisere erlebte, dass Funkel als Notfallspieler auf der Bank saß. Auch die Pressekonferenz hielt damals Reutershahn als "Quasi-Chef" ab.

Sperre für Rostock-Coach Funkel

Zudem saß am 26. Spieltag 2000/2001 bei Rostock Juri Schlünz statt Funkel auf der Bank. Der Hansa-Chefcoach Funkel war vom DFB wegen seiner Entgleisung nach dem Hertha-Spiel ("Betrug") mit einem Spiel Innenraum-Verbot belegt worden und musste 25.000 Mark zahlen. Deshalb steht Funkel nach offizieller Rechnung nun erst bei 497 Spielen.

Viel erlebt hat Funkel in seiner langen Trainer-Karriere, eine solche ärgerliche Verletztenliste wie aktuell bei Fortuna Düsseldorf aber dürfte für den 65-Jährigen einmalig sein. Schlimmstes Beispiel ist Offensivspieler Dawid Kownacki, der im Januar erst nach Düsseldorf kam, momentan aber bereits zum fünften Mal wegen einer Muskelverletzung ausfällt.

Funkel: "Wir haben im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert"

"So etwas hat es in anderen Vereinen zwar auch schon gegeben, aber das ist eine Serie, die ich in dieser Form noch nie erlebt habe", versichert Funkel, auch wenn es - siehe oben - auch bei Bayer Uerdingen damals schon arge Verletzungsnöte gab. Aber reine Muskelverletzungen? "Wir haben im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert in der Trainingssteuerung oder im Konditions- und Athletik-Training", erzählt Funkel.

Ursachenforschung auf allen Ebenen ist also gefragt. Noch vor dem Spiel in Berlin setzen sich Trainerteam, Physios, medizinische Abteilung und Sportvorstand Lutz Pfannenstiel zusammen, um über diese Häufung an Verletzungen zu diskutieren und nach den Ursachen zu forschen.

In Sachen Kownacki gibt es einen möglichen Erklärungsansatz. Der polnische Nationalspieler, gelernter Stürmer, spielt bei Fortuna häufig auf der linken Außenbahn und muss dort natürlich ein anderes Pensum absolvieren als im Angriffszentrum; womöglich wird sein Körper deshalb ungewöhnlich beansprucht.

Kownacki wird von Kopf bis Fuß intensiv durchleuchtet

Überdies wird der 22-jährige, der auch in Berlin fehlen wird, von Experten von Kopf bis Fuß intensiv durchleuchtet, um eventuelle Schwachstellen in seinem Körper zu finden.

Oliver Bitter

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