Hertha: Links hinten ist Luft nach oben

Angstgegner Düsseldorf: Covic will den dritten Streich

Peilt den dritten Sieg in Serie an: Herthas Cheftrainer Ante Covic.

Peilt den dritten Sieg in Serie an: Herthas Cheftrainer Ante Covic. imago images

Das Ziel ist klar: Hertha strebt nach dem mühsam erwirtschafteten 2:1 gegen den SC Paderborn und dem überzeugenden 4:0 beim 1. FC Köln den dritten Sieg in Serie an. "Nichts gibt so viel Selbstvertrauen wie gewonnene Spiele", sagt Preetz. "Das hat man in Köln gesehen, und das wird man auch am Freitagabend sehen, dass das Selbstvertrauen der Mannschaft gestiegen ist."

Gleichwohl wartet mit dem Klub, bei dem Preetz Mitte der 80er Jahre aus der A-Jugend den Schritt in die Profi-Mannschaft schaffte (38 BL-Spiele/5 Tore für die Fortuna), eine Hürde, vor der die Berliner Respekt haben. "Die Düsseldorfer werden tief und gut verteidigen", ahnt der Manager, "so haben sie es letzte Saison gemacht und auch diese."

"Jetzt geht es darum, gegen eine sehr unangenehme Mannschaft zu spielen"

Dass der Abend in Köln nach problematischen Wochen psychologisch und fußballerisch eine Art Befreiung war, war spürbar. "Wir haben gesagt, dass wir den ersten Sieg erzwingen müssen - das ist uns gegen Paderborn gelungen. Vor dem zweiten Sieg haben wir gesagt, dass wir mehr spielerische Elemente anbringen - das haben wir in Köln auch eindrucksvoll gemacht. Jetzt geht es darum, gegen eine sehr unangenehme Mannschaft zu spielen", erklärt Covic. "Wir wollen das Selbstvertrauen aus den beiden gewonnenen Spielen mitnehmen und vor heimischer Kulisse dominant auftreten."

Hertha will mit dem in Köln über weite Strecken gezeigten Selbstverständnis auch am Freitag auftreten, wenngleich Preetz vor übertriebenen Erwartungen an den Unterhaltungswert warnt: "Spielerische Fortschritte - die nehmen wir gerne, wenn sie kommen. Ich wäre zufrieden, wenn wir am Freitag drei Punkte holen. Die Mannschaft hat in Köln deutliche Schritte nach vorn gemacht und angedeutet, was sie spielerisch leisten kann. Aber in der ersten Phase der Saison geht es vor allem darum, dass man punktet. Das ist das Hauptaugenmerk."

Covic, erst seit Juli im Amt, will "nicht zu viel zurückschauen". Dennoch sagt er mit Blick auf die beiden Niederlagen in der Vorsaison gegen die Fortuna (1:4/A, 1:2/H): "Dass wir dort verloren haben, hatte Gründe. Man muss seine Lehren aus den beiden Spielen ziehen." Gerade das Anfang April verlorene Heimspiel - eines der schwächsten Spiele in den viereinhalb Jahren unter Covic-Vorgänger Pal Dardai - will der Coach in der Spielvorbereitung heranziehen: "Da war Friedhelm Funkel auch schon Trainer, so dass wir ungefähr wissen, welche Art von Fußball auf uns zukommen wird. Düsseldorf hat verändertes Personal, aber die Art und Weise, wie sie spielen, wird sich nicht gravierend verändern."

Kein Risiko bei Plattenhardt

Offen ist unterdessen weiterhin, wer links in der Viererabwehrreihe beginnt. Marvin Plattenhardt, der in Köln wegen Problemen am Sprunggelenk fehlte, trainierte am Mittwoch individuell. "Er hatte heute seinen Hauptbelastungstag mit Individualtraining", so Covic. "Wir werden morgen schauen, wie er darauf reagiert. Wenn er morgen zur Mannschaft zurückkehrt, ist er ein Thema. Wenn der Körper eine Reaktion zeigt, werden wir kein Risiko eingehen und Marvin rausnehmen." Dann wird wie in Köln U-21-Vize-Europameister Maximilian Mittelstädt als linker Außenverteidiger starten.

Egal, wer hinten links spielt: Auf dieser Position hat Hertha aktuell Steigerungsbedarf. Während rechts Lukas Klünter die Chance, die ihm der Abgang von Valentino Lazaro (Inter Mailand) bot, mit defensiv stabilen und offensiv mutigen Auftritten bislang genutzt hat, ist die linke Abwehrseite aktuell eine Problemzone: Mittelstädt, der nach der U-21-EM verspätet ins Training einstieg, fiel gegen Ende der Vorbereitung in ein körperliches Loch. In Köln war er einer der schwächeren Berliner. Plattenhardt, der eine gute Vorbereitung ablieferte, hat aktuell bereits die zweite Blessur in dieser noch jungen Saison (Muskelverletzung im Oberschenkel, jetzt Verletzung am Sprunggelenk) und tut sich auch deshalb schwer, seinen Rhythmus zu finden. Und der im DFB-Pokal in Ingolstadt gegen Bayern-Regionalligist Eichstätt (5:1) links hinten aufgebotene Jordan Torunarigha, nominell Innenverteidiger, kann diesen äußeren Part in der Viererkette gewiss ausfüllen, war an jenem Tag aber von der Rolle.

Über Plattenhardt und Mittelstädt sagt Covic: "Wir haben auf der linken Abwehrseite viel Potenzial. Und es ist erklärbar, warum beide Spieler im Moment nicht an ihrem Maximum performen. Wichtig wird es sein, dass sie über das Einfache zum Schweren gehen und erst mal eine gewisse Stabilität in ihr Spiel bekommen, damit sie dann den Zug nach vorn entwickeln können, den sie in der Vergangenheit hatten."

Steffen Rohr

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