Hertha: Nach der Talfahrt auf Platz 18

Preetz stärkt Covic: "Wir bleiben ruhig"

Michael Preetz

Sichert Ante Covic "jede Hilfestellung" zu: Hertha-Manager Michael Preetz. imago images

"Natürlich tut die Niederlage in Mainz weh. Ein Punkt nach vier Spieltagen, das ist ganz sicher keine zufriedenstellende Ausbeute", sagte Manager Michael Preetz am Sonntag dem kicker. Zugleich stärkte er dem seit Juli amtierenden Ante Covic den Rücken: "Wir bleiben ruhig. Ante bekommt von uns jede Hilfestellung, jede Unterstützung. Wir sehen, wie akribisch er und sein Trainerteam arbeiten. Und wir sehen auch das Fortkommen. In Mainz haben wir stabiler gespielt als zuletzt. Jetzt geht es darum, dass sich die Mannschaft für den Aufwand, den sie betreibt, belohnt und punktet. Wir verkennen nicht die Situation, aber es ist genügend Zeit und es bleiben genügend Spiele, um die Negativ-Dynamik umzukehren." Neben der momentan fehlenden Effizienz macht Preetz auch die Zahl der Gegentore für den Sturz auf Platz 18 verantwortlich. In Mainz hatte Hertha kurz vor Schluss das 1:2 nach einem Eckball kassiert, Neuzugang Marius Wolf ("Da muss ich enger dran sein, dass er nicht so zum Kopfball kommt.") hatte das Gegentor von Jeremiah St. Juste auf seine Kappe genommen. "Das ehrt Marius", bemerkte Preetz. "Aber er wurde geblockt in der Szene. Dann muss der, der dran steht, übernehmen. Generell müssen wir uns in der Situation gegenseitig so pushen, dass wir dieses Tor nicht kassieren, sondern zumindest mit einem Punkt nach Hause fahren."

So schlecht zuletzt 1990/91

Nur ein Zähler nach vier Spielen - so schlecht waren die Berliner zuletzt 1990/91 gestartet, zuvor 1979/80. In beiden Spielzeiten stiegen sie ab. 1972/73, als es sogar vier Niederlagen zum Start gab, schaffte der Klub am Saisonende Platz 13. Am Samstag empfängt Hertha BSC, das drei der ersten vier Liga-Spiele auswärts bestreiten musste, im heimischen Olympiastadion den Aufsteiger SC Paderborn. "Wir wissen genau, welche Bedeutung die Heimspiele haben. Es ist an der Zeit, unsere Heim-Bilanz (nach dem 0:3 gegen Wolfsburg, d. Red.) umzuswitchen", erklärte Covic. Auch am Sonntag hatte der Kroate den Ausgang des Spiels in Mainz noch nicht vollends abgeschüttelt. "Die Niederlage von gestern fühlt sich beschissen an, muss man ehrlicherweise sagen", betonte der Coach. "Wir haben mit 16 Torschüssen einen ordentlichen Auswärtsauftritt hingelegt. Für mich war die Reaktion der Mannschaft nach dem 0:1 wichtig. Es war kein lebloser Auftritt. Als wir auf Schalke 0:1 hinten lagen, habe ich so eine Reaktion vermisst."

Massiver Umbau der Startformation

In Mainz hatte Covic die Startelf massiv umgebaut und unter anderen Kapitän Vedad Ibisevic und die bisherigen Stammkräfte Karim Rekik, Vladimir Darida und Lukas Klünter auf die Bank gesetzt. Mit den Hertha-Debütanten Dedryck Boyata und Marius Wolf sowie Abwehrspieler Jordan Torunarigha, Mittelfeld-Routinier Per Skjelbred und Stürmer Davie Selke hatte der Nachfolger von Pal Dardai im Vergleich zum Schalke-Spiel (0:3) fünf neue Akteure gebracht. Am Sonntag verteidigte er die Maßnahme: "Ich sehe, was unter der Woche passiert. Die Jungs bieten sich im Training an, darauf habe ich reagiert und geschaut, dass ich einen guten Mix und eine gute Balance auf dem Platz habe. Ich glaube, keiner der Spieler, der in Mainz die Möglichkeit bekommen hat, hat enttäuscht." Auch Manager Preetz stellte sich hinter die personellen Maßnahmen. "Ich finde es total richtig, dass Ante die Breite unseres Kaders nutzt", sagte Preetz dem kicker. "Wenn vorher bei dem einen oder anderen die Leistung nicht so gestimmt hat und auch die Ergebnisse nicht, finde ich es nachvollziehbar und gut, dass der Trainer anderen Spielern die Chance gibt."

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