Dankbarkeit und Kampfansage an St. Pauli

Nach "Schmutzkampagne": Jattas emotionales Statement

Bakery Jatta

Äußerte sich erstmals zu den jüngsten Ereignissen: Bakery Jatta. imago images

Ein Bericht der "Sport Bild" hatte Jattas Welt ins Wanken gebracht, die Zeitung hatte die Identität des Spielers infrage gestellt und eine Reihe turbulenter Ereignisse ausgelöst. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte nahm Ermittlungen auf, die DFL und der DFB ebenso, während Hamburger Ligakonkurrenten Einsprüche gegen die Spielwertungen einlegten. Anfang September stellte das Bezirksamt die Ermittlungen gegen den HSV-Profi ein, tags darauf zogen der Karlsruher SC, VfL Bochum und 1. FC Nürnberg ihre Einsprüche gegen die Wertung ihrer Punktspiele zurück.

Jattas Albtraum dürfte also beendet sein. Via Instagram gab der 21-Jährige nun einen Einblick in sein Innenleben. So verriet er, dass die vergangenen Wochen die bislang schwierigsten seiner Karriere waren. Umso dankbarer ist er für die Unterstützung, die er beim HSV erfahren hat. "Vor vier Jahren bin ich ohne Familie aus Gambia nach Deutschland geflohen und heute kann ich sagen, dass ich inzwischen die fürsorglichste und größte Familie habe, die ich mir erträumen konnte", schrieb der Angreifer und meinte damit die Fans und den HSV als Verein.

Ich bin nicht so wie diese Leute. Wir sind nicht wie diese Leute.

Jatta zur Frage, warum er nichts gegen die Anschuldigungen unternommen habe.

Er bedankte sich auch bei all den Leuten, die ihn in den vergangenen Wochen unterstützt hatten und hob dann zwei Leute besonders hervor: Jonas Boldt und Dieter Hecking, der klare Kritik am Umgang mit dem Spieler geäußert hatte. "Von ihnen habe ich nichts Anderes als Unterstützung und Vertrauen erfahren. Sie waren für mich da - in der schwierigsten Zeit meiner Karriere."

Jatta beantwortete auch die Frage, warum er sich nach den Anschuldigungen gegen ihn nicht zur Wehr gesetzt hatte. "Viele Leute haben mich gefragt, warum ich nichts unternommen habe gegen diese Berichte, diese Leute, diese Hexenjagd. Meine simple Antwort darauf ist: Warum sollte ich darauf reagieren? Ich bin nicht so wie diese Leute. Wir sind nicht wie diese Leute."

Hamburg ist Jattas Segen

Der 21-Jährige betonte, dass er "gesegnet" sei, in Hamburg sein zu dürfen ("Ich lebe ein besseres Leben als zuvor") und dass die "netten Reaktionen, Kommentare und der bedingungslose Support" seiner Unterstützer die beste Antwort auf diese "Schmutzkampagne" waren.

"Wenn es eine Sache gäbe, die ich den Leuten, die mir schaden wollten, wünschen würde, dann wäre es, dass sie den Schmerz spüren sollten, den sie bei mir ausgelöst haben. Nur einmal sollten sie das durchmachen, was ich machen musste. Die Dinge, die ich zum Beispiel in Karlsruhe erleben musste. Ich kann euch sagen, dass dies bei weitem das schlimmste Gefühl war, das ich je hatte."

Dankbarkeit und Kampfansage an St. Pauli

Abschließend gab Jatta noch ein Treuebekenntnis zum HSV ab. "Solange meine Beine mich tragen, solange es für beide Seiten funktioniert, werde ich für euch da sein. Solange ich lebe, werde ich nie vergessen, wie der HSV und ihr alle mir die ganze Zeit über den Rücken gestärkt habt."

Dankbarkeit verspürt Jatta aber auch gegenüber U-21-Nationaltrainer Stefan Kuntz ("Dass er sich für mich eingesetzt hat, macht mich sehr stolz") und den kommenden Ligagegner St. Pauli. "Am meisten stolz bin ich darauf, dass unser größter Rivale mich gestärkt hat." Sportlich hat das aber keine Auswirkungen, betonte der Stürmer. "Aller Dankbarkeit zum Trotz habe ich keinen Zweifel, dass wir siegen werden, denn ein Derby wird immer ein Derby bleiben."

drm