Freiburgs Geburtstagskind über Bart, Kollegen und Lieblingsposition

Borrello träumt: Nach dem Nationalelf- das Bundesligadebüt

Brandon Borrello

"Möchte beweisen, dass ich auch den Schritt in die erste Liga schaffen kann": Brandon Borrello. imago images

Aus Freiburgs Trainingslager in Schruns berichtet Daniela Frahm

Den Rauschebart, sein bisheriges Markenzeichen, hat sich Brandon Borrello schon im April in einem Freiburger Barbershop abnehmen lassen, ziemlich genau ein Jahr, nachdem er sich im Training beim 1. FC Kaiserslautern das Kreuzband gerissen hatte. "Die Verletzung soll jetzt Geschichte sein und der lange Bart auch", erklärt Borrello, "ich will spielen, so wie jeder andere auch, und ich möchte beweisen, dass ich auch den Schritt in die erste Liga schaffen kann."

2017 war er aus seinem Heimatland Australien zum damaligen Zweitligisten Kaiserslautern gewechselt, für den er in 19 Ligaspielen auf drei Tore und sieben Vorlagen gekommen war. Ein Jahr später verpflichtete ihn der SC Freiburg trotz seiner schweren Knieverletzung.

Die Kollegen vergaßen ihn beim Mittagessen nicht: "War einfach, reinzukommen"

Die ersten drei Monate im neuen Verein verbrachte er in der Reha in Regensburg. "Das war eine schwere Zeit", sagt Borrello. Als er dann in Freiburg weiter an seinem Comeback arbeitete, sei es ihm gleich viel besser gegangen, obwohl er individuell trainieren musste. "In Freiburg gehen viele Spieler an mehreren Tagen in der Woche in großen Gruppen zusammen essen, und da haben sie mich auch immer gefragt", erzählt der Australier, "es war einfach, reinzukommen." Außerdem hatte er noch genügend Zeit, Deutsch zu lernen, und spricht inzwischen fließend.

Zehn Monate nach seiner Verletzung machte er sein erstes Spiel für den Sport-Club, in der zweiten Mannschaft. Zwischen Februar und Mai wurde er in der Regionalliga neun Mal eingesetzt und lieferte dabei vier Torvorlagen. Ein eigener Treffer gelang dem Offensivspieler nicht, obwohl er einige Chancen hatte. "Da habe ich gemerkt, dass ich noch nicht im Rhythmus war", sagt Borrello, "aber mit jedem Spiel wurde es besser, und die Kraft und Energie kamen zurück."

Das Debüt für Australien? "Ganz klischeehaft der Kindheitstraum, der wahr wird"

Rechts und links außen, als Stürmer und als Rechtsverteidiger lief er beim SC II auf. "Vorne ist es mir am liebsten", erklärt der 24-Jährige, "aber wir haben für jede Position mehrere Spieler, und der Trainer hat klar kommuniziert, dass nicht jeder auf seiner Lieblingsposition spielen kann." Seit er im Mannschaftstraining ist, verstehe er auch Christian Streichs Spielidee immer besser. "Es ist jetzt meine erste ganze Vorbereitung mit dem SC, und ich hoffe, es wird eine gute Saison."

Die vergangene endete für ihn sogar noch mit einer schönen Überraschung. Anfang Juni gab er im Freundschaftsspiel gegen Südkorea sein Debüt in der australischen Nationalmannschaft. "Das war ganz klischeehaft der Kindheitstraum, der wahr wird", erzählt Borrello, "und nach der harten Saison war das für mich und mein Selbstbewusstsein auch nochmal richtig gut." Mit den ersten Bundesligaminuten will er sich in der kommenden Saison den nächsten Traum erfüllen und nutzt in Schruns bislang jede Trainingseinheit, um sich dafür zu empfehlen.

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