Herthas Abwehrspieler erneut angeschlagen

Das Sprunggelenk: Torunarighas bitteres EM-Aus

Neben Torunarigha strich U-21-Coach Kuntz auch Torunarighas Vereinskollegen Lukas Klünter, Cedric Teuchert (Schalke) und Janni Serra (Holstein Kiel) aus dem endgültigen 23er-Kader für das kontinentale Championat in Italien und San Marino (16. bis 30. Juni). Für Torunarigha passt das bittere Turnier-Aus ins Bild einer problematischen Saison.

Wegen Blessuren an der Achillessehne, der Wade und dem Sprunggelenk war Herthas Innenverteidiger mehrfach wochenlang ausgefallen. Am Ende kam er 2018/19 lediglich auf 14 Bundesliga-Einsätze (zwei Tore, zwei Assists). Nach der Gelb-Roten Karte im Spiel gegen Borussia Dortmund (2:3) Mitte März war der gebürtige Chemnitzer nicht mehr zum Zuge gekommen. Die letzten vier Ligaspiele stand er nach seiner Verletzung am Sprunggelenk wieder im Berliner Aufgebot, blieb aber auf der Bank.

Trotz fehlender Matchpraxis galt Torunarigha im Vorfeld der EM nicht als Wackelkandidat. In der komfortabel besetzten Abwehr schienen eher Waldemar Anton (Hannover 96) und Felix Uduokhai (VfL Wolfsburg) um ihren Platz im Kader bangen zu müssen. Beide sind dabei, Torunarigha muss die Koffer packen - und scheitert nicht zum ersten Mal in seiner Karriere am eigenen Körper.

Klünters Aus ist weniger überraschend

Weitaus weniger überraschend kam hingegen der EM-K.o. für Lukas Klünter (23). Seine Rivalen auf der rechten Abwehrseite, Lukas Klostermann (RB Leipzig) und Benjamin Henrichs (AS Monaco), sind namhaft. Klünter stand beim deutschen U-21-EM-Triumph 2017 in Polen im DFB-Aufgebot, blieb seinerzeit aber ohne Einsatz. Zuletzt hatte der schnellste Spieler der abgelaufenen Bundesliga-Saison (35,40km/h) im kicker erklärt: "Es wäre schön, wenn ich diesmal meinen Teil auf dem Platz dazu beitragen könnte." Der Traum ist jetzt geplatzt für den Mann, der nach einer schwierigen Hinrunde bei Hertha im Saison-Endspurt in die Spur gefunden hatte.

Maier und Mittelstädt sind dabei

Anders als Torunarigha und Klünter zählen die Hertha-Profis Arne Maier (20) und Maximilian Mittelstädt (22) zum endgültigen Kader - und der designierte Neu-Berliner Eduard Löwen (22), dessen Wechsel vom 1. FC Nürnberg in die Hauptstadt zeitnah fixiert werden soll, ist auch dabei. Beim Titelgewinn 2017 hatten mit Niklas Stark und Finaltorschütze Mitchell Weiser (seit 2018 bei Bayer Leverkusen) zwei Herthaner tragende Rollen gespielt. Davie Selke, ebenfalls damals beim so erfolgreichen Turnier dabei, wechselte in jenem Sommer von RB Leipzig nach Berlin.

Steffen Rohr

28

Das ist der EM-Kader der deutschen U 21