BVB zittert sich zum Sieg und legt im Meisterrennen vor

Unzufriedener Reus: "Wenn du Meister werden willst..."

Marco Reus

Vergab die große Chance zur Vorentscheidung: BVB-Kapitän Marco Reus. Getty Images

Dortmunds Kapitän selbst hätte seiner Mannschaft einige Minuten des Zitterns ersparen können. Nach 81 Zeigerumdrehungen wurde Marco Reus von Jadon Sancho mustergültig bedient, der 29-Jährige vergab untypisch aus zentraler Strafraumposition. Es wäre das 3:0, der Deckel wahrscheinlich auf einer gegensätzlichen Bundesliga-Partie drauf gewesen. "Die erste Halbzeit war völlig in Ordnung", befand Reus am "Sky"-Mikrofon, "wir wussten, dass wir ein Zeichen setzen mussten." Das tat der BVB nach dem 0:5-Debakel in München zwar nur bedingt, extrem passive Mainzer gestatteten es der Favre-Elf aber, ohne großes Schaulaufen mit 2:0 in Führung zu gehen - Jadon Sancho traf, mit etwas Glück, doppelt. Gegenwehr: Fehlanzeige.

Reus: "Mainz war eigentlich tot"

Der FSV hat sich auf der Zielgeraden der Saison positionell zwar im sogenannten Niemandsland der Tabelle eingependelt, nach dem Seitenwechsel in Dortmund aber augenscheinlich neue Ambitionen entdeckt. Die Rheinhessen drehten plötzlich auf, der BVB hatte damit überhaupt nicht gerechnet. "Wir haben überhaupt keinen Fußball mehr gespielt, die zweite Halbzeit war einfach schlecht - für mich unerklärlich", so Reus, dem wie allen seinen Offensivkollegen so gut wie nichts mehr gelang. "Weil Mainz eigentlich tot war", suchte der Nationalspieler nach einer Erklärung dafür, dass "wir nicht mehr in die Zweikämpfe gekommen sind".

Spielersteckbrief Reus

Reus Marco

Borussia Dortmund - Vereinsdaten

Gründungsdatum

19.12.1909

Vereinsfarben

Schwarz-Gelb

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Dreifach-Parade: Bürki fixierte den Ball in der 87. Minute auf der Linie. Getty Images

Mainz schnürte den Meisterschafts-Anwärter in der Schlussphase gar im eigenen Strafraum ein, verkürzte durch Robin Quaison spät auf 1:2 - auch der Ausgleich lag mehrmals in der Luft. Diesen verhinderte fast heroisch Schlussmann Roman Bürki, für Reus "auf jeden Fall der Matchwinner". Auch wenn es nicht "unser Plan war, dass Roman uns im Heimspiel die drei Punkte rettet".

Der Gelobte selbst fand es "schön, wenn man sich als Torwart auszeichnen kann", war aber "nicht glücklich über das Spiel", in dem Dortmund in seinen Augen "lange sehr gut verteidigt" habe. Erst in den "letzten 15 bis 20 Minuten wurden wir im eigenen Stadion hintenreingedrängt - aber wir haben gewonnen", fasste Bürki den in Wirklichkeit schon früher gekippten Spielverlauf zusammen. An seinem letzten Fazit ließ sich nicht rütteln.

Nächster Halt: Bayerns Stolperstein

"Wenn du Meister werden willst, musst du an deine Grenzen und darüber hinaus gehen - und solche Spiele gewinnen", wusste Reus, der davon ausgeht, "dass es bis zum Ende spannend bleibt". Man habe schließlich "gesehen, dass es gegen jede Mannschaft schwer ist". Da bildet der SC Freiburg, am Ostersonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) Dortmunds nächster Gegner, keine Ausnahme. Schon der FC Bayern kam am 27. Spieltag im Breisgau nicht über ein 1:1 hinaus. Gerade erst den eigenen Patzer abgewendet, vermochte Reus auf Nachfrage nicht zu sagen, wo die Münchner, die unter anderem noch nach Leipzig müssen, Punkte lassen könnten. Nur eines war dem Mann, der Dortmund gegen Mainz einiges hätte ersparen können, klar: "Wenn sie patzen, müssen wir da sein."

nba