"Schmaler Grat" für den Wolfsburger Trainer

Labbadia und die Sache mit der Achse

Wout Weghorst und Maximilian Arnold

Sind gesetzt beim VfL: Wout Weghorst und Maximilian Arnold (re.). imago

Mit Josuha Guilavogui (Kreuzband) und Ignacio Camacho (Sprunggelenk) fehlen zwei potenzielle Schlüsselspieler schon seit Wochen, mit Marcel Tisserand (Muskelfaserriss) bricht nun auch ein Teil der Innenverteidigung weg. "Es war schon ein Problem in der Vorsaison, dass die Mannschaft notgedrungen permanent verändert werden musste", erinnert Bruno Labbadia an die personellen Probleme des Vorjahres. Und auch jetzt stellt sich für den Trainer die wichtige Frage: "Wie schaffen wir es, langsam ein Gerüst aufzubauen?"

Die Sache mit der Achse. Gesucht ist eine stabile Spielerkette, an der sich alle anderen orientieren können. Aktuell ist Torwart Koen Casteels das stärkste Glied, auch Maximilian Arnold sowie Wout Weghorst gehören zu dieser Reihe, zu der der Coach eigentlich auch John Anthony Brooks zählt. Und weswegen er wohl am Amerikaner trotz immer wiederkehrender Schwächen festhält und Felix Uduokhai sich weiter gedulden muss. "Wir sind dabei, eine Achse aufzubauen. Da wechselst du nicht permanent, sondern gibst den Spielern Vertrauen. Auch wenn es manchmal ungerecht für diejenigen erscheint, die hintendran sind."

Trainersteckbrief Labbadia

Labbadia Bruno

Spielersteckbrief Arnold

Arnold Maximilian

Spielersteckbrief Brooks

Brooks John Anthony

Spielersteckbrief Weghorst

Weghorst Wout

Spielersteckbrief Brekalo

Brekalo Josip

Was für Brooks gilt, zählt offenbar auch für Rechtsverteidiger William. Trotz einer ganzen Reihe an Fehlern erhält der Brasilianer wohl auch am Samstag gegen RB Leipzig das Startelfmandat und somit den Vorzug vor Paul Verhaegh, der in dieser Saison noch immer ohne Einsatzminute ist. "Es ist ein ganz schmaler Grat", sagt Labbadia mit Blick auf William. "Er hat zuletzt ein bisschen die Linie verloren, wir sehen aber auch das Potenzial und die Qualität."

"Wir haben uns wahnsinnig gefreut für ihn"

Sein großes Potenzial durfte in der Länderspielpause Josip Brekalo erstmals auch in Kroatiens A-Nationalmannschaft unter Beweis stellen, mit Spielen gegen Spanien, wo der Flügelspieler den 3:2-Siegtreffer vorbereitete , und in England (1:2) machte der 20-Jährige einen spektakulären nächsten Schritt auf der Karriereleiter. "Wir haben uns wahnsinnig gefreut für ihn", sagt Labbadia. "Das war ein großes Ziel von Josip. Bei Spielern vom Balkan weiß man, wie stolz sie sind, für ihr Land zu spielen. Wir hoffen, dass ihm das noch mal einen Schub gibt."

Auch Brekalo ist - wenn Labbadia nicht wie zuletzt zweimal mit einer Mittelfeldraute spielen lässt - gesetzt im Team des VfL. Nach nur einem Sieg aus den vergangenen neun Spielen steigt der Druck, ein Heimsieg gegen Leipzig ist so nötig wie schwer. Offen ist noch, ob Daniel Ginczek mitwirken kann. Der Stürmer hatte sich zuletzt eine Innenbanddehnung zugezogen.

Thomas Hiete

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