Hertha muss gegen Freiburg auch auf Rekik verzichten

Dardais Wahl: Erfahrung oder Automatismen

Florian Baak und Derrick Luckassen

Kandidaten für Herthas Verteidigung: Youngster Florian Baak (l.) und Neuzugang Derrick Luckassen. imago

Bereits am Donnerstag hatte Herthas Trainer angekündigt, dass Stark (wie auch der an der Achillessehne verletzte Jordan Torunarigha) für die Partie am Sonntag gegen Freiburg (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) nicht zur Verfügung stehen werde. Der U-21-Europameister von 2017 hatte sich vor der Länderspielpause beim 0:0 in Mainz eine starke Mittelffußprellung zugezogen. Am Freitag zerschlugen sich dann auch die Hoffnungen auf einen Einsatz von Rekik, den erst muskuläre Probleme geplagt hatten. Nun macht dem Niederländer ein Infekt zu schaffen.

Dardai legte sich bei der Besetzung des Abwehrzentrums bereits auf Routinier Fabian Lustenberger fest. Um den zweiten Platz streiten sich laut des Hertha-Coachs Sommer-Neuzugang Derrick Luckassen (23) und Youngster Florian Baak (19). Dass Dardai sich nicht klar für Luckassen ausspricht, verwundert zunächst, bringt es der ehemalige niederländische Junioren-Nationalspieler doch auf 84 Einsätze in der Eredevise (5 Tore). "Derrick macht einen guten Eindruck. Die Spieleröffnung die Pass-Schärfe, alles passt", sagte Dardai, erklärte aber auch: "Sein Problem ist, dass er erst nach der Vorbereitung bei uns gelandet ist."

Luckassen offenbarte Verbesserungsbedarf im Zweikampfverhalten

Luckassen war Ende August von der PSV Eindhoven auf Leihbasis und ohne Spielrhythmus nach Berlin gekommen. Der schnelle Defensivspieler, der auch rechts in der Viererkette und auf der Sechs spielen kann, feierte sein Bundesliga-Debüt vor vier Wochen beim 4:2 gegen Gladbach, als er in den Schlussminuten eingewechselt worden war. Zuletzt offenbarte Luckassen ("Ich erwarte nichts, aber ich bin ein guter Spieler und zeige das im Training") allerdings im Testspiel bei Regionalligist Babelsberg (4:1) nicht zum ersten Mal Verbesserungsbedarf im Zweikampfverhalten.

Wohl auch deshalb zieht Dardai eine Startelfnominierung von Talent Baak in Erwägung. Wie Luckassen sei auch das Eigengewächs "kopfballstark" und ein "Mentalitätsspieler". Für den 19-Jährigen spreche zudem, dass er "die ganze Vorbereitung mitgemacht" habe. "Er kennt alle Systeme und die Automatismen", erklärte Dardai.

Baak sammelte bereits vor eineinhalb Jahren seine erste Bundesliga-Minuten, als er in der Saison 2016/17 am 31. und 33. Spieltag jeweils in der Schlussphase der Auswärtspartien in Bremen (0:2) und Darmstadt (2:0) eingewechselt wurde. Seitdem kam der 1,91 Meter große Baak aber in der U19 und der U23, die in der Regionalliga Nordost antritt, zum Einsatz. Vielleicht darf er am Sonntag seinen dritten Bundesliga-Einsatz feiern, diesmal sogar von Beginn an.

Jan Reinold

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